Lehrzeit

Schule & Informatik

Monat: Oktober 2013 (Seite 2 von 3)

Benotung und Datenschutz

Wir Lehrer müssen benoten – ob wir das für sinnvoll halten oder nicht und egal, ob die Eltern und Schüler das für sinnvoll halten. Dabei muss das Datum und die Note festgehalten werden.

Aber wann sagt man den Schülern die Note, denn wir Lehrer müssen die Note den Schülern mitteilen. Darauf zu hoffen, dass sie sich selbstständig nach ihren Noten erkundigen, ist eher aussichtslos.

Ähnlich schwierig sind die Inhalte. Folgende Situationen und Probleme wären insgesamt denkbar:

  1. Ich frage einen Schüler einzeln zu Beginn einer Stunde ab.
    Problem: Die Vorbereitung auf die nachfolgende Stunde ist Teil der Hausaufgabe. Hausaufgaben dürfen nicht benotet werden. Ist das überhaupt  erlaubt?
  2. Ich lasse einen Schüler ein Versuch aufbauen und die Geräte benennen etc. Am Ende notiere ich mir das Datum und die Note – sagen wir mal 3. Wann sag ich dem Schüler das? Wenn er noch vorne steht? Dann würde ich gegen den Datenschutz verstoßen. Soll ich kurz rausgehen? Dann sind die anderen Schüler unbeaufsichtigt. Treffe ich mich kurz mit dem Schüler alleine, laufe ich Gefahr wegen sexueller Belästigung angezeigt werden. Am Ende der Stunde? Keine Zeit, da ich die Schüler in einen anderen Raum müssen.
  3. Bei Referaten teile ich inzwischen den Bewertungsbogen mit aus, damit die Schüler sehen auf was ich achte. Die Note gebe ich dann flüsternd, während der Rest „laut“ arbeitet einzeln mit und gebe auch ein Feedback dazu.

Beobachtungswert finde ich, dass sich mehrheitlich Eltern über die Noten beschwerden und weniger die Schüler. Denn letztere wissen wohl oft genug sich richtig einzuschätzen.

Tipps zum weiterlesen:

Mathe-MOOC und Programmieraufgabe 57

Und weiter geht es mit der Schnittmenge Mathematik und Informatik.

Aufgabe

Programmiere mit Hilfe des Bresenham-Algorithmus einen Kreis in einer Sprache oder Programm deiner Wahl.

Eine weitere Hilfe findet sich bei youtube, allerdings erstmal nur für eine Linie, was dann eigentlich eine neue Aufgabe wäre.

Ach ja, Lösungen gab es im Mathe-MOOC schon für Java, Scratch und Excel(!). Python wäre also ganz schön oder C++ oder JavaScript – was ich gerade mache – oder C# oder ….

Inklusion und Benotung

Benotung im Rahmen der Inklusion stellt Lehrer vor ein völlig neues Problem, denn nicht immer ist klar, wer die Note bekommt – der Schüler oder der Betreuer. Herr Klinge hat das Problem im Rahmen der Inklusion zweier Kinder mit Glasknochen dargestellt. Den Werkunterricht können die Kinder krankheitsbedingt kaum selber machen und müssen wohl viel auf die Hilfe Ihrer Betreuer zurückgreifen. Doch wer soll nun benotet werden? Der Schüler oder der Betreuer, der vielleicht sogar den höheren Anteil an Arbeit hatte.

Bei uns zeigt sich dieses Benotungsproblem anders: Wie sollen Kindere benotet werden, die sich nur mit Gebärdensprache äußern können? Da denkt man erst mal – wo soll das Problem sein? Aber das zeigt sich ganz schnell:

  1. Die Gebärdensprache ist im Vergleich zur Schriftsprache anscheinend vereinfacht. Es werden keine Artikel benutzt und es wird wohl auch nicht konjugiert. Das führt vor allem im Fremdsprachenunterricht zu Problemen, denn genau das muss ja geprüft werden. Auch in der mündlichen Mitarbeit während des Unterrichtsgesprächs.
  2. Dadurch dass der Schüler von Geburt an taub ist, ist für ihn die deutsche Sprache sozusagen die erste Fremdsprache. Lesen ist daher wohl auch erschwert – was sich auch in anderen Fächern wie Sprachenunterricht zeigt, da die Aufgabestellung nicht so schnell erfasst werden kann. Der Schüler bzw. die Eltern bestehen auf eine Übersetzung von der ersten Fremdsprache Deutsch in die Mutersprache „Gebärdensprache“.
  3. Aber deutschen Text kann er auch nicht wirklich schreiben, da er ja das Konzept der Artikel etc. nicht ausreichend beherrscht.

Nun kann der Schüler nichts für seiner Erkrankung und er soll auch absolut in der Lage sein vom Verständnis eine gymnasiale Leistung zu  bringen, ABER…

…wie soll man dann Kindern mit Migrationshintergrund erklären, die ja auch teilweise  Deutsch als erste Fremdsprache hatten, dass bei ihnen eine andere Regel gilt? Wo bleibt die Gleichberechtigung in Bezug auf die Notengebung?

Es wäre wirklich schön, wenn sich die Verantwortlichen, das müsste in diesem Fall wohl das KM sein, uns Lehrern unter die Arme greit, so dass wir die Schüler gerecht beurteilen. Denn nur dann, bekommen die Schüler ein ehrliches Feedback, das ihnen weiterhilft.

 

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