Planned obsolescence

Heute bin ich mal wieder ein Opfer des “geplanten Kaputtgehens” geworden. Ein Beamer  und ein Computer funktionierten nicht mehr. Bei beiden, die merkwürdigerweise von der gleichen Firma kamen, blinkten nur noch die Einschaltknöpfe. Der Schalter am Beamer in Blau, der am Computer in Orange. Also ein Job für den unerschrockenen Systembetreuer.

Ich zog zunächst am Computer alle Kabel und ging anschließend mit ihm unterm Arm in den Keller. Dort tauschte ich erstmal das Netzteil aus, da auch der Lüfter nicht mehr ging – kein Erfolg. Dann habe ich die BIOS-Batterie ersetzt – auch kein Erfolg. Ein wenig Recherche im Internet brachte auch die Vermutung zu Tage, dass das Motherboard defekt sein könnte. Also habe ich die Festplatte in einen fast baugleichen, aber älteren Computer der gleichen Bauart gesteckt. Na also! Bis auf ein paar Treiberprobleme hat wieder alles funktionert. Allerdings habe ich nicht verstanden, warum ich die Treiber ersetzen musste. Ich dachte immer, dass die auf der Festplatte gespeichert werden.

Das Beamermodell war allerdings nicht nicht zum ersten Mal bei mir. Ich hatte bereits baugleiche zur Reparatur und wusste daher, was zu tun war: Die Herstellerfirma baut, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, einen zu schwachen Kondensator ein. Wird dieser ausgetauscht, geht wieder alles. Im Internet gibt eine entsprechende Einbauanleitung dazu, da das Probleme gerade in den USA häufig auftauchte. Es ist eine amerikanische Firma.

Nach dem Austausch des Kondensators geht dieser Beamer nun also auch wieder.

Ach ja, als ich beim ersten Mal bei der Firma nach Hilfe fragte, meinte diese nur: “Wir reparieren nichts, aber Sie können ja eine neuen kaufen.” Das hätte mich statt der 1,50 Euro für den neuen Kondesator dann 600,- Euro gekostet.

Warum solche Kondensatoren eingebaut werden, ist wohl jedem klar. Wem nicht, der kann sich folgenden Film anschauen. Ich fand ihn sehr interessant, da mir das Ausmaß des “Problems” nicht so klar war!

Die angesprochene, seit 110 Jahren anscheinend, leuchtende Glühlampe findet man hier.

Gruppenbildung

Anschließend an den ersten Eintrag noch ein zweiter Gedanke: Wie kann man eigentlich Schüler gut in Gruppen einteilen? Jedes Jahr steht man als Lehrer in Bayern vor dem Problem, die Klasse für die Intensivierungsstunde in zwei Gruppen einteilen zu müssen, damit dann mit der halben Klasse intensiv Mathematik, Deutsch oder Englisch geübt werden kann. Dabei bleibt die Gruppeneinteilung dabei immer gleich, da der Stundenplanersteller sonst vor einem unlösbaren Problem steht. Denn hat die eine Gruppe Deutschintesivierung hat die Parallelgruppe Mathematik. Danach hat dann die erste Englisch und die zweite Gruppe Deutsch. Man kann also nicht Jungs und Mädchen für Mathe trennen und für Deutsch wieder mischen.

Hier ein paar erste Vorschläge. Vielleicht hat noch jemand andere Vorschläge?

  1. Nach Geschlecht.
  2. Nach Leistungsstärke – dann könnte man den schwächeren Schülern wirklich mal in Ruhe helfen. Auf der anderen Seite soll dann die Leistungsschere weiter auseinander gehen. Aber wäre das wirklich so schlimm? Wir sind nicht alle gleich. Das Problem wäre nur, wenn jemand schlecht in Mathe ist, ist er wahrscheinlich nicht schlecht in einer Fremdsprache. Die Gruppenzugehörigkeit muss ja aufrecht gehalten werden.
  3. Die Sitzordnung nach links und rechts aufteilen
  4. Nach Geburtsmonat
  5. Nach Liste alphabetisch
  6. Nach Augenfarbe – alle braunäugigen und der Rest (habe ich aber noch nicht probiert)
  7. Alle die mit Füller schreiben und andere
  8. Durchzählen lassen: 1-2-1-2-1-…

Wer hat noch eine erfolgreiche Methode?

Geschlechtertrennung?

Heute stand in der Süddeutschen Zeitung, dass in der Zeitschrift Science am heutigen Freitag folgendes veröffentlicht wird:

Die Pseudowissenschaft der Monoedukation

Wir glauben, dass die nach Geschlechtern getrennte Erziehung schwer verfehlt ist, und häufig durch schwache, selektive oder missgedeutete wissenschaftliche Behauptungen gerechtfertigt wird.

(Süeddeutsche Zeitung, 23.9.2011)

Der Titel im Science-Magazin wird dann wie folgt bewertet:

(…) titelt das Blatt ungewöhnlich deutlich – so als ginge es um Homöopathie und Esoterik.

Das war dann der Moment in dem ich schlucken musste. Wer von beidem soll denn jetzt abgewertet durch den Kommentar?  Homöopathie und Esoterik oder die Monoedukation. Wenn ich bedenke, wie sehr die Homöopathie in unserem Bekanntenkreis eingesetzt wird…. Kein Sommerausflug ohne das nicht mindestens Apis (wegen möglicher Bienen- und Wespenstichen) und Arnica (wegen der möglichen Verletzungen) mit dabei sind. Rescue-Tropfen nach Bach und diverse andere Utensilien kann man auch ruhig mal mitnehmen. Da uns Lehrern verboten ist Medizin zu verabreichen, dürfen wir auch keine Homöopathie verabreichen. Ist Homöopathie als nun echte Medizin oder nicht?

Esoterik, was immer genau damit jetzt gemeint war, hat sich zwar noch nicht so verbreitet. Aber genau genommen, ist zum Beispiel die Meditation auch nur eine Form der Esoterik. Man sitzt da und beobachtet seine Gedanken. Sonst machte man “nichts”. Nicht, dass ich das nicht auch schon zur Stressprovilaxe versucht hätte. Aber dieses “nichts” tun hat mich so nervös gemacht, dass ich lieber laufen gehe. Wenn ich schnell genug bin, holen mich meine Gedanken erst gar nicht ein.

Warum wird jetzt Monoedukation mit Homöopathie und Esoterik in einen Topf geworfen? Ist für den Autor Monoedukation auch nur eine weitere Variante der schwarzen Magie bzw. wohl besser schwarzen Pädagogik?

Manchmal kommt es mir zumindest auch so vor. Man studiert jahrelang, macht ein aufreibendes Referendariat und mit das Erste was man dann als Junglehrer zu hören bekommt ist: “Jetzt können Sie erst einmal alles wieder vergessen. Das bringt im Alltag eh nichts.” Und oftmals stimmt es. Viele Theorien und Praxisvorschläge lassen sich nicht umsetzen. Die Klassen sind zu groß, zu gut, zu schlecht. Die Räume sind zu groß, zu klein, zu dunkel, zu hell, zu laut und vor allem nie richtig ausgestattet. Wie soll man da die großen Ideen der Pädagikprofessoren und Seminarlehrer umsetzen?

Dennoch habe ich Kollegen, jung wie alt, die einen äußerst erfolgreichen und sowohl bei Schülern als auch Eltern und Kollegen beliebten und anerkannten Unterricht gestalten. Sie lesen keine großartigen Bücher über Pädagogik, Didaktik oder sonst etwas. Sondern machen sich so ihre eigenen Gedanken. Es scheint fast so, als ob man zum Lehrersein ausgewählt sein muss. Genauso, wie man in manchen Urvölkern zum Schamanen ausgewählt sein muss.

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