Effizient lernen

“Ich verstehe das nicht, ich habe doch gelernt.”

“Zu Hause kann mein Kind alles.”

Und jetzt, zwei Monate vor dem ersten schriftlichen Abitur in Bayern, kommen Fragen auf wie: “Wo soll ich denn anfangen?”

Diese drei Zitaten zeigen schon, das richtiges erfolgreiches Lernen gar nicht so einfach ist. Aber zu Glück hat youtube auch hierzu eine Antwort. Genauer: Josh Kaufman hat sich dazu Gedanken gemacht. Dabei hat er zwar nichts wesentlich Neues herausgefunden, aber er hat es einfach, kurz und prägnant zusammengefasst:

Ohne Film findet man die Informationen auch auf der zugehörigen Website first20hours.com . Die Aussage von Kaufman ist recht simpel: Alles ist in 20 Stunden erlernbar, wenn man es richtig angeht. Das Niveau ist dann zwar immer noch grundlegend, denn viel Trainingszeit ist durch nichts zu ersetzen. Aber in sinnvoll genutzte 20 Stunden kann man vom totalen Nicht-Könner zum mehr oder weniger Fortgeschrittenen kommen.

Wie soll das nun genau funktionieren? Ganz einfach: Planung und Konsequenz sind die Schlüsselbegriffe. Im Überblick sehen die Schritte so aus:

  1. Definition und Analyse des Ziels
    Was genau ist mein Ziel und aus welchen Teilfähigkeiten wird mein Ziel gebildet.
  2. Selbstkorrektur
    Woran kann ich sehen, dass ich es richtig mache?
  3. Störende Elemente entfernen
    Was könnte mich vom Lernen abhalten? Weg damit.
  4. 20 Stunden üben
    Wenn ich jeden Tag 40 Minuten konzentriert übe, sollte ich nach 1 Monat mein Ziel erreicht haben.

Die Teilschritte möchte ich nun noch kurz erläutern. Diese Erläuterungen kommen jetzt nicht von Kaufman, sondern von mir. Ich selbst habe in den vergangenen Jahren mir einiges angeeignet und auch manches intuitiv richtig gemacht – aber auch einiges falsch.

1. Definition und Analyse des Ziels

Bei Kaufman heißt es nur “Deconstruct the skill”, also Zielanalyse. Aber ich denke, dass der erste Schritt das klare Definieren des Ziels ist. Dabei muss man sich nicht gleich an die die SMART-Kriterien (Spezifisch, Messbar, Erreichbar (Achievable), Realistisch, Terminiert) halten, obwohl das sicher bei der Fokussierung hilft.

Gerade der Punkt “Erreichbarkeit” sollte “Realistisch” bleiben. In 20 Stunden wird man bestimmt nicht zum Nobelpreisträger in Physik oder zur Eiskunstläuferin wie eine Kati Witt. Aber wenn man noch nie auf dem Eis stand, ist eine Pirouette nach 20 Stunden eine ganze Menge.

2. Selbstkorrektur

Wenn ich nicht weiß, was ich objektiv mache, dann kann ich mich auch nicht korrigieren. Beim einem zu lernenden Musikinstrument kann man natürlich viel hören. Aber ich muss auch wissen, wie ich die Hände zu halten habe, damit ich langfristig keine Probleme bekomme.

Ich selbst versuche mich gerade beim Schwimmen und muss mir nun überlegen, wie oder woran ich erkenne, ob ich es richtig mache. Es zu fühlen ist eine Sache, es zu sehen eine andere. Natürlich wäre an dieser Stelle ein Trainer einfacher, aber das geht leider nicht. Ich werde also eine GoPro mitnehmen, um mich aufzuzeichnen.

Beim Lernen auf Prüfungen wählt man einfach ein Buch, das einem die Lösungen zeigt und erklärt.

3. Störende Elemente entfernen

Störende Elemente können einiges sein: Keine Zeit, klingelnde Handys, der Freund oder die Freundin, Eltern, andere Interesse. Viele davon lassen sich durch entsprechende Planung aber berücksichtigen – Krankheiten mal ausgeschlossen.

4. 20 Stunden üben

Ohne Üben geht gar nichts. Und deswegen kommt nach den vorbereitenden Planungsschritten 1-3 nun das eigentliche Üben. Dabei bringen aber 20 Stunden am Stück nur wenig. Und jeden Tag nur 5 Minuten bringen leider auch nichts. Aber ich denke, dass ca. 30 Minuten konzentrierte Übungszeit bei den meisten Dingen ausreichend sein sollte. Dabei muss aber bedacht werden, dass man nicht sofort hochkonzentriert ist. Ich selbst benötige ca. 10-15 Minuten, um mich voll und ganz einer Sache widmen zu können. In dieser Zeit schaue ich mir an, was ich genau machen möchte, mache ein paar Aufwärmübungen oder überprüfe, ob ich den Inhalt vom letzten Mal wirklich kann. (Wer mitgerechnet hat, sollte sich vielleicht nicht mehr wundern, warum Schulstunden bei uns in der Regel 45 Minuten dauern.)

Konkrete Umsetzung

Ich nehme jetzt das Beispiel Ukulele spielen, da Josh Kaufman das auch in seinem Buch darstellt.

Ukulele spielen und dazu singen

  1. Anschlagmuster und/oder Zupfmuster raussuchen, Akkorde finden, 1 konkretes Lied finden
  2. Entsprechende Unterlagen ausdrucken, Stimmgerät besorgen, Handy für Aufnahmen herrichten
  3. Ein ungestörten Raum finden
  4. Feste Trainigszeit für jeden Tag eintragen

Der schwierigste Teil ist jetzt, dass man sich überlegen muss, wie man sich den zu lernenden Stoff aufteilt. In diesem Fall würde ich “Akkorde greifen” und “Ackkordwechsel” üben, weil das später am schwierigsten ist. Wie das konkret aussehen könnte findet sich in dem folgenden Video:

Aber das geht natürlich auch mit anderen Instrumenten:

Aber manchmal geht es zum Glück auch schneller, aber dafür schmerzhafter:

 

Beteilige dich an der Unterhaltung

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite (Scrollen, Navigieren) stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen