Lehrzeit

Schule & Informatik

Beschädigungen

„Herr Bartling! Bei mir sind die Tasten vertauscht!“, ruft mir eine Schülerin zu Beginn der Stunde zu. Ich schaue auf dem Sitzplan der vorangegangenen Klasse nach und rufe im Sekretariat an, damit der Schüler ausgerufen wird.

In der folgenden Pause steht der betreffende Schüler vor der Tür.

„Du weißt, warum ich dich hab kommen lassen?“

„Ich denke schon.“

Um sicherzugehen, ob er es auch wirklich war, frage ich nach: „Und , weswegen?“

„Ja, wegen der Tastatur. Aber das ist doch nicht so schlimm, dass kann man ja wieder rückgängig machen.“

Ist das die Einstellung der Schüler? Erstens: Wenn man es wieder hinbekommt, kann man es auch mal aus Langeweile beschädigen. Und Zweitens: Es ist ja nicht meins. Aber wenn ich sein iPhone auf den Boden fallen lasse würde mit dem Argument „Das kann man ja wieder reparieren.“, würde er sich auch auf die Zehen getreten fühlen – mindestens.

Jetzt kann man natürlich einwenden, dass eine iPhone-Reperatur viel mehr kostet als eine neue Tastatur. Aber wo zieht man die Grenze? Bei 5 Euro, 10 Euro, 50 Euro,…

Ich finde einfach, dass es hier auch um den Respekt und den Umgang mit fremden Eigentum geht. Und daher ist ein Vertauschen von Tasten genauso ärgerlich und falsch wie einen Computer zu demolieren (Deckel herausgebrochen, CD-Schlitten herausgezogen und weggeworfen, etc) oder Klos kaputtzumachen oder …

2 Kommentare

  1. Dem kann ich nur beipflichten, aber was kann man dagegen tun. Wie kapieren Schüler oder Studierende, dass Gemeineigentum auch von Ihnen – wenn vielleicht noch nicht heute, dann irgendwann – mit bezahlt wird.
    In Extremfällen werden Jugendliche ja schon mal zu Sozialstunden verpflichtet, die aber häufig so spät nach der eigentlichen Tat erst stattfinden, dass sie keine Verbindung mehr sehen.
    Wie man an Ihrem Kollegen aber sieht, geht es nicht nur Jugendlichen so, dass Sie sich der Verantwortung für unser Gemeineigentum bewusst sind.

  2. Erinnert mich auch daran, wie ich immer wieder verzweifelt versuche Schüler dazu zu bewegen ihren Müll vom Boden aufzuheben und bitte in den Papierkorb zu werfen. Darauf ernte ich dann die Standardantwort: „Warum ich? Dafür gibt’s doch die Putzfrau!“

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