Programmieraufgabe 54

Seit kurzem gibt es bei dem Bäcker gegenüber unserer Schule die Möglichkeiten Punkte zu sammeln. Immer, wenn man ein Eis (?) kauft, bekommt man einen Punkt. Hat man 10 Punkte zusammen, gibt es ein Eis umsonst.

Jetzt ist das nichts besonderes, wenn es sich hier wie üblich um Karten handeln würde. Es handelt sich aber um die digitale Version. Der Ablauf sieht folgendermaßen aus:

  1. App herunterladen
  2. Code des Geschäftes eingeben – man kann mit der App auch Punkte von verschiedenen Geschäften eingeben.
  3. Bei jedem Eiskauf hält die Verkäuferin eine laminierte Unterlage mit einem QR-Code hoch, der mit der App gescannt wird. Man hat dann einen Punkt gesammelt.

Es ergeben sich somit folgende mögliche Aufgaben, die sich zum Beispiel auch mit dem App-Inventor vom MIT fürs Android-Handies umsetzen lassen:

Aufgabe 1 (App-Version, 10./11. Klasse)

Erstelle eine App, mit der QR-Codes eingelesen und gezählt werden können. Bei 10 Punkte bekommt man eine Nachricht.

Aufgabe 2 (Java/Python/…-Version, App-Version, 11. Klasse)

Erstelle ein Programm, mit dem Punkte eines Geschäftes zählen kann. Jeder Punkt soll dabei durch das Logo der Geschäfts dargestellt sein. Ab einem bestimmten Wert bekommt man eine Nachricht.

Ziel der zweiten Aufgabe ist es, die Schüler in die Situation einer Software-Firma zu versetzen. Man hat eine Produkt-Idee, die man nun an verschieden Firmen verkaufen möchte und damti ohne viele Aufwand personalisierbar machen möchte. Dabei kann man wunderbar nochmal über die Vorteile von Entwurfsmustern, hier vor allem MVC, sprechen.

Wie leicht festzustellen war, ist der Ablauf der Original-App nicht sehr sinnvoll. Fotografiert ein Schüler den QR-Code statt ihn nur zu scannen, könne alle Mitschüler den QR-Code von seinem Handy direkt scannen. Es gibt zwar eine Beschränkung auf maximal zwei QR-Codes pro Tag, aber pro Woche ein Eis umsonst ist ja auch nicht schlecht. Später wurde dann noch festgestellt, dass die Anzahl der QR-Codes in einer einfachen Text-Datei gespeichert werden. Also wurde die Text-Datei von Hand geändert und schon hat man sein Eis. Somit ergibt sich folgende neue Aufgabe:

Aufgabe 3 (12. Klasse)

Entwerfe eine App zu obiger Situation (Erweitertes Klassendiagramm, Sequenzdiagramm, ..) die verhindert, dass ein Kunde Punkte sammeln kann ohne ein Produkt zu kaufen.

Die Aufgabe ist gar nicht so einfach zu lösen. Meine Schüler hatten unterschiedliche Ansätze, die meist auf recht komplizierten Client-Server-Ansätzen basierten, die gar nicht sinnvoll zu realisieren wären.

 

Programmieraufgabe 53

Zum Ende des Schuljahres mache ich ganz gerne übergreifende und anwendungsbezogene Aufgaben. So auch in Informatik.

Aufgefallen ist mir die Aufgabe beim wöchentlichen Einkauf im Supermarkt vor dem Keksregal. Viele Kekse einer Firma kommen in unterschiedlichen Packungen vor: Reinpackungen mit nur einer Sorte Keks, Mischpackunge mit Keksen ohne/mit Schokolade, Auslese, usw. Auf der Rückseite wird dann die Zutatenliste gedruckt, wobei die Zutaten in fallender Reihenfolge der Häufigkeit/Menge genannnt werden. Und das schreibt doch mit Sicherheit keiner von Hand. Das muss sich doch aus den Rezepten herauslesen lassen, oder? Und damit sind wir bei der…

Aufgabe
Eine Firma stellt Kekse her, wobei jeder Kekse (Name) aus genau bekannten Zutatenmengen (Butter 3g, Zucker 3g, Mehl 2g, Schokolade 0g,…) besteht. Jeder Keks kann in verschiedenen Packungen (Auslese, Schokokekse,…) in verschiedenen Mengen vorkommen.

Erstelle eine Datenbank zur Verwaltung inklusive SQL-Abfrage, die alle Zutaten einer Packung (absteigend) liefert.

Ergänzend kann man noch Formulare zur Eingabe und Berichte als Packungsetiketten machen lassen. Da es sich jeweils um n-m-Beziehungen handelt, sind die Formulare nicht trivial. Eine Anleitung, wie sich n-m-Beziehungen umsetzen lassen, findet sich unter hier.

Nicht zu vergessen ein paar Kekspackungen als Anschauungsobjekt und Motivator.

Individuelle Lernzeit

In einer Woche informiert unsere Schule über die Förderungsmaßnahme: “Individuelle Lernzeit“. Da ich davon auch noch nichts wusste, denke ich mal, dass es manch anderen genauso geht. Daher hier ein kurzer Überblick. Für weitere Infos dann bitte auf der Seite des KM weiterlesen.

  1. In der 8., 9. und 10. Jahrgangsstufe kann eine Klasse wiederholt werden, wobei nur nicht alle Fächer belegt werde müssen. Diese Freistunden können dann für Intensivierungen benutzt werden.
    Frage: Wer organisiert das Intensivieren? Der Schüler selbst? Ich hoffe nicht. Aber von der Schule aus wird es wohl schwierig, da nur wenige Schüler dies machen werden und dafür Lehrer abzustellen….ich weiß nicht. Und wenn die Schüler dann weiter aufrücken, haben sie alles in den Fächern, die sie nicht belegt haben wieder vergessen.
  2. In der 7. und 8. Klasse wird entschieden die 8. bzw. 9. Klasse auf zwei Schuljahre aufzuteilen, wobei die Kernfächer zwei Jahre belegt werden und manche Nebenfächer nur einfach – also vorausgreifendes sitzenbleiben. Die Endnoten werden dann aus den 8(!) Schulaufgaben berechnet.
    Im Endeffekt so ähnlich wie oben, daher denke ich nicht, dass dieses Angebot nur wenig angeboten wird.
    Und warum sollte sich der Schüler im ersten Jahr anstrengen, wenn er es sowieso zweimal lernen wird?

In meinen Augen wird hier ein verstecktes G9 wieder eingeführt, wobei die Schüler keinen angepassten Lehrplan bekommen, sondern einfach nur eine Klasse doppelt belegen. Der Vorteil erschließt sich mir damit nicht.

Vorteilhaft würde es erst, wenn die neu gewonnen Stunden sinnvoll durch die Schule aufgewertet werden würden. Ich könnte mir dabei vorstellen, dass die Schüler die Zeit nutzen, um an großen Projekten zu arbeiten, die sie auch persönlich und besonders in ihrer charakterlichen Entwicklung fördern. Denn in meinen Augen fehlt vielen “Sitzenbleibern” vor allem eine gewisse Ernsthaftigkeit. Zusammen mit eine gefühlten Sinnlosigkeit. Und genau dem sollte in diesen Zeiträumen entgegengewirkt werden.

So weit meine Gedanken, wie sehr Ihr das?

Aktualisierung

Bei uns an der Schule wird es wahrschienlich so sein, dass an einem Mittwoch-Nachmittag es selbstständiges Arbeiten mir Hilfe von Übungsmaterial gibt. Für die 8. Klässler M oder E oder L oder Sp oder Ph. in der 9. Klasse kommt dann Chemie noch dazu und in der 10. Klasse noch Deutsch. Es sind jeweils zwei Stunden, so dass nicht alle Fächer immer dran sind. In einer Woche nur Englisch und Mathe, in der nächsten dann Deutsch und Französisch.

“Kontrolliert” wird das Ganze dann über eine Lerntagebuch, das die Schüler führen sollen.

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