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Gedanken zu Googles KI

Irritiert habe ich heute Morgen die Nachricht über Googles Pläne bei Chip gelesen:

Die Entwicklung scheint unaufhaltsam: Künstliche Intelligenz wird in unser Alltagsleben einziehen und zu unserem ständigen Begleiter werden. Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O präsentiert der Internet-Konzern nun die Vision der Zukunft der KI: einen allwissenden und allgegenwärtigen Computer.

(Chip 18.05.2017)

Sofort musste ich an meinen Blogeintrag vom Dezember 2015 denken und hier besonders an den Film ex_machina:

Im Film wird die Intelligenz des weiblichen Androiden Ava  aus dem Internet generiert, in dem es die Suchabfragen und Kommunikation aus dem weltweiten Netz analysiert und dadurch besser die menschliche Verhaltensweise „verstehen“ oder algorithmisch analysieren kann. Fragen und Gedanken, die dabei bei mri auftauchen wären

  • Wo ist der Unterschied zwischen Googles angekündigter KI und Ava – mal abgesehen von der fehlenden Körperlichkeit?
  • Werden wir irgendwann mal in einer Welt leben, die von Software wie Googles KI oder Cortana, Alexa und Siri bestimmt wird?

Und warum sind es immer weibliche Stimmen? Können wir Menschen eher den Rat von Frauen annehmen, weil wir alle eine Mutter haben? Oder liegt es daran, dass männliche Figuren eher übermächtig und erdrückend dargestellt werden. So auch die gottähnliche Figur Ego im neuen Guardians of the Galaxy Vol.2:

Die aktuellen Weltgeschichte scheint es irgendwie zu bestätigen, denn viele der männlichen „Herrscher“ haben eine, wie ich finde, deutliche Tendenz zu „Alles hört auf mein Kommando.“

Aber zurück zu den Computern, die uns alle beeinflussen: In Shanghai wird eine App namens „Ehrliches Shangai“ eingeführt (SZ, 20.5.2017), welche nach der Registrierung alle Einträge der Person in verschiedenen System scannt und analysiert. Wer also immer seine Steuern zahlt und nie falsch parkt, braucht auch bei der Buchausleihe kein Pfand zu bezahlen. Das Ganze basiert auf einem Punktesystem und soll so die „soziale Vertrauenswürdigkeit“ der Person widerspiegeln.

Insgesamt bekomme ich irgendwie immer mehr ein komisches Gefühl in der Magengegend, denn ich fühle mich manipuliert, bewertet, beeinflusst, unfrei und ausgeliefert. Wobei ich durch das Benutzen von Google, dem Tragen von Fitness-Trackern und dem Einkaufen bei Amazon teilweise selbst bereitwillig dazu beitrage.

Da ist es irgendwie auch befriedigend, dass es so was wie die WannaCry-Ransomware gibt, die einem wenigstens die Hoffnung auf einen Notausschalter gibt. Ob das allerdings wirklich besser wäre, ich glaube fast nicht. Aber auch hier gibt uns Hollywood einen Ausblick in eine Zukunft, die vielleicht gar nicht mehr so weit entfernt ist:

Glücklicherweise benutzt Windows immer noch ein Dateisystem (NTFS), dass so alt und unpassend für die heutige Zeit ist, dass es überhaupt möglich ist, so etwas zerstörerisches wie Ransomware zu schreiben (FAS: 21.5.2017). Aber irgendwann wird auch dies Geschichte sein. Es ist nur eine Frage der Zeit.

Nachtrag: Wer ein wenig mit einem Teil von Googles KI mal spielen mag, der kann ja Quickdraw mal testen.

Und noch ein Nachtrag: Irgendwie ist der ganze Beitrag ein wenig wirr geworden. Das liegt auch daran, dass ich nicht wirklich den einen Inhalt hatte, den ich darstellen wollte. Eigentlich wollte ich vor allem über ein ungutes Gefühl schreiben, das bei mir in den letzten Tagen, Wochen und Monaten entstanden ist und das ich einfach mal irgendwie raus lassen wollte. Dabei habe ich irgendwie versucht zu zeigen, aufgrund welcher Artikel und Filme das Gefühl entstanden ist. Ob mir das gelungen ist…. keine Ahnung, ich hoffe es.

Jetzt gehe ich erstmal laufen und höre dabei den Soundtrack von „Guardians of the Galaxy“. Die Musik enstand immerhin in einer quasi Prä-Computerzeit und erzeugt dadurch irgendwie ein gutes Gefühl.

2 Kommentare

  1. Falls du ihn noch nicht kennst, lege ich dir den Artikel „The AI Revolution: The Road to Superintelligence“[1] ans Herz. Obwohl er schon etwas älter ist, beschreibt es doch ganz gut, was uns in „naher“ Zukunft erwarten könnte und liefert – im Gegensatz zu vielen kursierenden „Bauchgefühlseinschätzungen“ – Erwartungswerte auf Basis von Einschätzungen von Wissenschaftlern auf diesem Gebiet.

    [1] http://waitbutwhy.com/2015/01/artificial-intelligence-revolution-1.html

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