Lehrzeit

Schule & Informatik

Programmieraufgabe 97

Basierend auf der letzten Programmieraufgabe wird nun, passend zur Weihnachtszeit und vor allem Silvester, ein Feuerwerk implementiert. Hierzu wird die Aufgabe in mehrere Teilaufgaben zerlegt und schrittweise bearbeitet. Ähnlich, wie es bei einem Agilen Projektmanagement vielleicht der Fall wäre. Hier wird das Endprodukt auch erst in seine einzelne Bestandteile zerlegt und priorisiert (Backlog). Anschließend wird mit dem wichtigsten Element, welches in Teilschritte zerlegt wird, begonnen. Was wichtig ist, entscheidet zwar eigentlich der Product Owner, aber den gibt es hier nicht bzw. es ist fast alles gleich wichtig. Ich fange mit der Rakete an, da ich die „Flugphysik“ für die bunten Funken auch benötige.

Es ergäben sich daher wahrscheinlich folgende Schritte und damit die folgende…

Aufgabe

Programmiere ein Feuerwerk mit Hilfe von processing. Gehe dabei wie folgt vor:

  1. Rakete, die vom unteren Bildschirmrand starten (-> class Rockets)
  2. Buntes Explodieren der Rakete an einer beliebigen Stelle (->class Sparkles)
  3. Eine Rakete explodiert und wird durch „Sparkles“ ersetzt.
  4. Löschen nicht mehr benötigter „Rockets“ und „Sparkles“, um den Speicher nicht unnötig zu belasten.

Rockets und Sparkles können in ArrayListen verwaltet werden.

Am Ende ergibt sich ein solches Bild:

Ein bisschen Text. wie „Happy New Year“ kann man ja noch ergänzen. Oder man macht gleich einen explodierenden Text. Sozusagen als neue Aufgabe.

Lösung: Firework2d

Programmieraufgabe 96

Processing hat sich in meinen Augen bislang als Erfolg gezeigt. Die Tatsache, dass die Schüler sofort eine sichtbare Reaktion bekommen motiviert sie mehr als vieles, was ich bisher versucht habe. Nachdem sie Processing ein wenig kennengelernt hatten und einen Ball automatisch im Fenster haben rumfliegen lassen war eine leicht fortgeschrittene Aufgabe das Programmieren eines Bildschirmschoners, wie er früher öfter zu sehen war.

Aufgabe

Erstelle mit Hilfe von Processing einen Bildschirmschoner, der wie folgt aussieht:

Der Ehrlichkeit halber muss ich aber dazu sagen, dass die Schüler nur eine dieser Linien selbst programmieren sollten. Ich habe dann das Einführen der zweiten Linie dazu genutzt, um das Definieren von Klassen zu erläutern. Dabei muss man allerdings etwas aufpassen, denn die gewünschte Klasse Linie muss innerhalb der Klasse Bildschirmschoner definiert sein, sonst kann Linie nicht die gewünschten Methoden von Processing direkt nutzen.

Weiter habe ich die Idee hinter diesem Schliereneffekt erklärt, da ich beim Erstellen der Musterlösung auch ein bisschen rumprobieren musste bis es klappte. Und mir kam es für die Schüler in erster Linie auf die if-Abfragen an.

Lösung: Bildschirmschoner

OpenProject

Es gibt wahrscheinlich zwei Gründe, warum man vielleicht Lehrer wird:

  1. Man liebt das Fach
  2. Man „unterrichtet“ gerne

Bei den meisten Lehrern kommt natürlich beides vor. Mal im Verhältnis 60:40, mal 30:70 oder sogar 50:50.

Bei mir hängt es von der Tagesform oder dem Thema ab. In der Regel finde ich die Informatik inhaltlich spannend. Ganz besonders die 12. Klasse mit ihrer Theorie über Sprachen, Automaten und Netzwerken. In der 10. Klasse empfinde ich es als Herausforderung mir einen Zugang zum Programmieren zu überlegen, so dass jeder etwas für sich mitnimmt. Aktuell wäre das der Versuch über Processing. Und das läuft, denke ich, bisher ganz gut an.

Beim zweiten Punkt denke ich vor allem an meine P-Seminare, aber auch an andere und vor allem untere Jahrgangsstufen. Denn für mich geht es beim Unterrichten nicht nur um das Inhaltliche. Je nach Alter versuche ich, dass die Kinder sich in ihrem Charakter Denken Persönlichkeit weiterentwickeln. Das sie sich ausprobieren, an ihre Grenzen, aber auch darüber hinaus kommen. Sie sollen das Gefühl bekommen, dass mehr in ihnen steckt als nur vorgekautes Wissen zu reproduzieren. Das man dabei nicht alle 30 Schülern einer Klasse erreicht, sollte jedem klar sein. Aber das wäre auch der falsche Anspruch.

Aber woher weiß man dann, dass die eigenen Bemühungen vielleicht etwas dazu beigetragen haben, dass die Schüler nach der Schule das tun, was gut für sie ist? Man müsste ja die Schüler NACH der Schulzeit, im Studium oder Beruf erwischen und fragen. Das passiert ja leider zu selten. Manchmal treffe ich zwar einen ehemaligen Schüler im Zug und bin dann ganz erstaunt, wenn der oder diejenige zum Beispiel vom Mathematik-Studium zu einer Ausbildung als Altenpfleger gewechselt ist. Aber in der Regel erfahre ich nichts vom späteren Werdegang.

In meinem aktuellen Fall musste ich mich nun aber gar nicht bemühen und meine ehemaligen Schüler lange suchen, denn sie kommen in diesem Fall wieder von alleine zurück!

OpenProject

Ehemalige Schüler unserer Schule waren es wohl Leid, dass Lehrer nichts im Informatikunterricht unterrichten dürfen, was wirklich Spaß macht:

  • Virtual Reality
  • Spiele programmieren mit Unity
  • Bloggen
  • 3D-Drucken
  • 2D/3D-Design, Animation
  • Hardware (Computer und Netzwerke aufbauen)

Nachdem sie wohl schon seit Jahren zusammen programmieren und auch während ihres Studiums sich noch regelmäßig treffen, kamen sie auf die Idee, ihr Wissen an interessierte Schüler ihrer ehemaligen Schule weiterzugeben. Hierzu gründeten sie die Gruppe Open Project und bieten nun mehr oder weniger regelmäßig, das wird sich noch zeigen, Veranstaltungen zu den oben genannten Themen an. Die Gruppe besteht dabei nicht nur aus InformatikstudentInnen. Auch angehende DesignstudentInnne oder FilmemacherInnen sind mit dabei.

Die Ehemaligen brauchten nur das Okay meines Chefs und natürlich einen Lehrer, der sie dabei unterstützt in dem Räume aufgesperrt werden, mal spontan Software installiert wird oder ein fehlendes Kabel geholt wird. Letzteres ist nun meine Aufgabe. Und ich mache sie gerne (siehe Punkt 2 oben).

Ein wirklich tolles Projekt und ich hoffe, dass es sich zu einer regelmäßigen Veranstaltung entwickelt. Dazu müssen dann natürlich spätere weitere Schüler hinzukommen oder vielleicht findet sich ja der ein oder andere Elternteil, der auch mal was von seinem Wissen und seiner Begeisterung weitergeben möchte. Natürlich nur nach Rücksprache mit den Gründungsmitgliedern der Gruppe OpenProject.

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