Lehrzeit

Schule & Informatik

Kategorie: Web2.0 (Seite 1 von 4)

Recht am Bild

Seit ich einen Blog für unsere neue MINT-Klasse angelegt habe, tauchen völlig neue Probleme und Erkenntnisse auf.

  • Wie erklärt man 5. Klässlern, dass man nicht alles schreiben darf?
  • Das  nicht jedes Bild aufgrund des Urheberrechts genommen werden darf.
  • Das auf Bildern keiner ohne seine Einwilligung oder die Einwilligung der Erziehungsberechtigten zu sehen sein darf.
  • Das Dass Rechtschreibung doch eine Rolle spielt, weil jeder Artikel weltweit gelesen werden kann.
  • Das Überschriften nicht zu lang sein sollen.
  • usw.

Und dann noch die rein technischen Probleme. Die Schüler müssen WordPress erstmal soweit verstanden haben, dass sie wissen, wo ein Beitrag angelegt werden kann. Davor kam noch das Problem, dass die Internetadresse eingetippt werden muss, was bei manchen Schüler auch schon sehr lange dauerte. Dann musste ich ein PlugIn finden, so dass die Schüler nicht sofort veröffentlichen können, aber anlegen können. Gefunden habe ich dafür den Capability-Manager. Die Schüler können Beiträge damit nur zur Revision vorlegen und einer der beteiligten Lehrer – meistens ich – können dann noch Korrektur lesen und veröffentlichen.

Jetzt tauchte noch ein ganz anderes Problem auf. Die beteiligten Lehrer würden gerne Zeichnungen, die die Schüler im Unterricht angefertigt haben, auf diese Blog hochladen. Unser Datenschutzbeauftragter meinte dazu „Nein“. Mir kam das etwas komisch vor, da man ja doch immer wieder Fotos von Schülerwerken in Zeitungen sieht. Also habe ich versucht jemanden zu finden, der diese knifflige Situation besser beurteilen kann. Gefunden habe ich Johannes Philipp vom Referat Medienpädagogik der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen. Dieser schrieb mir folgendes:

Bei Arbeiten, die Schüler angefertigt haben (egal in welchem Fach), handelt es sich um „Werke“ im Sinn des Urheberrechts, wenn diese Arbeiten relativ eigenständig entstanden sind, was im Kunst- oder Werkunterricht wohl meistens der Fall sein dürfte. Diese Arbeiten dürfen ohne Einwilligung des Schülers oder seiner Erziehungsberechtigten in der Klasse besprochen und zur Notengebung herangezogen werden. Ein Veröffentlichungrecht durch Dritte (= Lehrer oder Schule) ist damit nicht verbunden.

Bei einer geplanten Veröffentlichung auf der Schulhomepage oder in anderen schulischen Publikationen (z.B. Jahresbericht) muss folgende Zustimmung schriftlich eingeholt werden:
Bei Schülern bis einschließlich 13 Jahren die der Erziehungsberechtigten.
Bei Schülern zwischen14 und einschließlich 17 Jahren die des Schülers und seiner Erziehungeberechtigten (wobei in der Regel die Zustimmung eines Elternteils genügt).
Ab dem 18. Lebensjahr entscheiden die Schüler allein.
Diese Einverständniserklärung kann – analog zur datenschutzrechtlichen Einwilligungserklärung zur Veröffentlichung personenbezogener Daten einschließlich Fotos – auch pauschal für das Schuljahr oder die gesamte Zeit, die der Schüler an einer Schule verbringt, erteilt werden.

Wichtig ist, dass im Fall der Veröffentlichung der Schüler auch namentlich genannt werden muss (§ 13 UrhG). Dafür ist die schon erwähnte datenschutzrechtliche Einwilligung zur Veröffentlichung personenbezogener Daten notwendig. Liegt diese nicht vor, sollte in der Nähe des Bilds oder zusammenfassend der Vermerk stehen: „Die Urheber der hier gezeigten Werke sind der Schulleitung bekannt. – Im Falle einer geplanten Weiternutzung der Bilder nehmen Sie bitte Kontakt mit der Schulleitung auf.“

Das klingt jetzt sehr kompliziert, ist es aber eigentlich nicht, wenn man gleich zu Schuljahresbeginn von den Eltern und Schülern die Pauschaleinwilligungserklärungen sowohl für die Veröffentlichung personenbezogener Daten als auch von Schülerwerken einholt. Falls man die nicht bekommen hat, sollte man beide Genehmigungen für die zur Veröffentlichung vorgesehenen Werke auf einem Blatt zusammenfassen und konkret für diese Werke einholen. Wenn man dafür einmal eine Vorlage hat, geht es ganz schnell.

Nur ganz nebenbei: Gegen den Willen eines Schülers oder (unter 18 Jahren) seiner Erziehungsberechtigten darf man Schülerwerke auch nicht im Schulhaus ausstellen, da dieses in der Regel ein öffentlicher Raum/ein öffentliches Gebäude ist.

Noch allgemeiner gesagt: Es muss vor jeder Veröffentlichung, gleichgültig welcher Art, gefragt werden. Bekommt man eine Zustimmung (die kann bei Schülerwerken formlos sein), ist alles ok., bekommt man sie nicht, kann dieses Werk nicht veröffentlicht oder ausgestellt werden.

Und zur Ergänzung: Werke, die im Unterricht unter sehr enger Anleitung entstanden sind (z.B. ein Hefteintrag), sind keine Werke im Sinn des Urheberrechts. Sie unterliegen aber dem Persönlichkeitsschutz. Möchte man handschriftliche Hefteinträge veröffentlichen, benötigt man hierfür wohl in der Regel eine datenschutzrechtliche Einwilligung, denn sie sind durch Charakteristika der Handschrift „personenbeziehbar“. Dass man bei solchen Schülerarbeiten keine Namen veröffentlicht, liegt aufgrund der Datenschutzregeln ohnehin auf der Hand. Ausnahme: Der Schüler und seine Eltern wünschen die Namensnennung. Dieser Wunsch sollte aber schriftlich festgehalten werden.

Und noch etwas: Datenschutzrechtliche Einwilligungserklärungen (und analog dazu wohl auch die urheberrechtliche Zustimmung) dürfen jederzeit ohne Angabe von Gründen widerrufen werden. Bei digitalen und Online-Medien, muss das Werk unverzüglich entfernt werden. Bei Printmedien wirkt sich der Widerruf erst auf die nächste Druckauflage aus.

Das ist jetzt eine Menge Text, aber es ist doch gut zu wissen, was man darf und was nicht.

Ganz wichtig finde ich persönlich den fett hervorgehobenen Absatz, da vielleicht ja doch der ein oder andere nicht unbedingt seinen Namen im Internet lesen möchte.

Ich bedanke mich nochmals recht herzlich bei Herrn Philipp für die sehr hilfreiche Aussage, möchte aber dennoch darauf hinweisen, dass alle Angaben ohne Gewähr sind. Das sage ich deswegen so ausdrücklich, da dieser Beitrag ja wahrscheinlich ein paar Jahre im Netz stehen wird und sich das Recht bezüglich Veröffentlichungen ja noch ändern könnte.

Wie sollte ein moodle-Kurs aufgebaut sein?

Diese Frage hat mich gestern auf einer Sitzung zusammen mit anderen Kollegen beschäftigt. Denn auch wenn es moodle jetzt schon seit ein paar Jahren bei uns in Bayern gibt, so wird es doch eher wenig von Schüler und Lehrer benutzt.

Die Frage daher: Wie müsste eine Kursvorlage aussehen, damit andere Lehrer diese Vorlage gerne benutzen und ihren Unterricht damit gestalten.

Und los gings:

  • Der Kurs muss im Inhalt anpassbar sein, weil verschiedene Lehrbücher verwendet werden.
  • Der Kurs muss vom Ablauf anpassbar sein – auch wegen der Lehrbücher
  • Ich muss als Lehrer den Kurs meinem Unterrichtsstil anpassen können.
  • moodle darf nicht mehr Zeit in Anspruch nehmen als eine normale Unterrichtsvorbereitung

Und die Sicht der Schüler? Auch das wurde – repräsentativ an einer Schule erfragt – berücksichtigt:

  • Schüler der Oberstufe hätten gerne  Skripte zum Herunterladen und alle Lösungen der Aufgaben.
  • Schüler der Unterstufen schauen gerne Filme und Animationen und machen gerne kurze Quize.
  • Schüler der Mittelstufe haben keine Lust zu arbeiten und daher auch keine Lust auf moodle.

Diese Aussagen wurde im Wesentlichen von allen Anwesenden bestätigt. Was heißt das jetzt für die Erstellung eines moodle-Kurses? Eigentlich muss ich nicht wirklich was machen, denn die Lösungen für die Mathe-Aufgaben der Oberstufe gibt es beim Verlag, die Videos für die Unterstufe bei youtube und die Quize bei abfrager.de oder learningapps.org.

Warum sollte ich also moodle benutzen? Denn Videos müsste ich selbst suchen, Quize müsste ich anpassen, Lösungen mühsam in Dokumente eventuell tippen.

Das Problem liegt an der falschen Reihenfolge: Ich habe ein Werkzeug und möchte/muss es einsetzen, weil es modern/hipp/uptodate/der neue Trend/Geld gekostet hat. Aber was kann man nun damit machen und warum?

Man muss die Fragen anders herumstellen und um andere Fragen ergänzen:

  1. Was ist mein Ziel?
  2. Welches von vielen Werkzeuge habe ich zur Auswahl? Welches nehme ich?
  3. Wer kann es machen?
  4. Bis wann und welcher Form wird es umgesetzt?

Bislang ist es in der Reihenfolge:

  1. Ich habe das eine Werkzeug moodle.
  2. Wir, die wir uns bereitserklärt haben machen es.
  3. Termin ist Weihnachen bzw. Ende November, weil ab Januar Ergegnisse da sein müssen.
  4. Ziele: …. (nicht konkret; s.o.) Unterricht soll besser, also moderner werden.

Ich glaube, dass das Problem klar geworden ist. Wenn ich kein konkretes Ziel habe, geht jeder Schritt in die richtige Richtung.

Dabei müsste doch gerade die Zielentwickung hier um Vordergrund stehen – vor allem, weil die Technik noch nicht optimal funktioniert (massive Performanceprobleme, Urheberrechtsprobleme, Datenschutzprobleme – die ich inzwischen genauso hasse, wie Feuerschutzmaßnahmen, administrative Probleme).

Eine Beispielsituation:

Gerade abfrager.de habe ich für mich entdeckt. Eine Vertretungsstunde im Computerraum – kein Problem. Alle dürfen ins Internet und Fragen beantworten. Manche scheitern an den Kindergartenfragen, andere bestehen schon VWL an der Uni und viele üben einfach Englisch, Französisch, Latein.

Reflektion:

Der Schülern hat gut gefallen, dass sie auf unterschiedlichem Niveau arbeiten konnten. Manche haben produktiv gearbeitet, manche haben ihre Wissensgrenzen getestet. Aber ALLE haben gearbeitet – auf unterschiedlichem Niveu.

Ergebnis:

Der Computer kann mir die Möglichkeit geben, die Inhalte vom Niveau zu strukturieren. Und damit wäre auch Inklusion vielleicht lösbar oder wenigstens lösbarer.

Ich für meine Teil möchte daher testen, wie ich meinen Unterricht mit Hilfe von moodle, das Werkzeug kann ich leider nicht auswählen, so gestalten kann, dass ….

  • …unterschiedliche Lern-Niveaus möglich sind. Denn nicht nur die schlechteren Schüler haben Rechte, auch die guten Schüler möchten gefördert werden.
  • …Inklusion sinnvoller geschehen kann.

Das konkrete Thema habe ich noch nicht, vielleicht Physik (Mechanik in der 7. Klasse),  Mathematik (Kongruenzsätze) oder Informatik (Einführung von Feldern)

Moderner Unterricht

Da denkt man über den Einsatz von (i)Pads, Beamern, Internet nach, zerbricht sich über rechtliche Probleme im Zusammenhang mit facebook den Kopf und sieht dann das:IMG_2186

Anstatt das die modernen Medien eingesetzt werden, wird auf altes Zurückgegriffen. Das zeigt in meinen Augen nur, dass …

  • noch zu wenig Kollegen vielleicht die Alternativen kennen,
  • oder das die Hardware nicht immer soooo funktioniert,
  • oder man noch keine Idee hat, wie man seinen Unterrichtsstil an die Neuen Medien anpassen soll.

Für den ersten Fall kann ich mal vorsorgen:

Eine Alternative zu den alten Karten wären:

Das mit der Hardware kann natürlich passieren. Ich wäre daher für die Variante: Jeder Lehrer in regelmäßigen Abständen ein Laptop gestellt, so wie ein Dienstwagen. Dabei darf man aus verschiedenen Modellen (Apple/PC-Laptop, Tablet) auswählen und nach 5 Jahren bekommt man – wenn man will – ein neues. Die Schule stellt nur die Hardware zur Verfügung.

Das gibt dann den Systembetreuern auch wieder mehr Zeit sich über den optimalen Einsatz der Neuen Medien im Unterricht der verschiedenen Fächern und Lehrer Gedanken zu machen und SchiLFs (Schulinterne Lehrerforbildungen) anzubieten.

Ältere Beiträge

© 2017 Lehrzeit

Theme von Anders NorénHoch ↑