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Schule & Informatik

Kategorie: Moodle (Seite 1 von 3)

Storch 2.0

So, der Storch ist wieder online und kann über den Link oben auf der Seite betrachtet werden. Leider ist die Kamera nicht die beste – 640x480px ist die Auflösung und wenn es Dunkel wird, wird sie unscharf. Das kann ich dann aber wirklich nicht mehr ändern.

Insgesamt ist die Konstuktion aus Modem, Router, VLC auf externen Server dann aber doch so komplex geworden, dass mich das eine ganze zeitlang in Anspruch genommen hat. Aber jetzt läufts ja. Und ich kann mich neuen Problemen widmen:

  • Ein neuer Schulserver soll angeschafft werden
  • Zwei Räume sollen mit 34 bzw. 16 Computern (leider Win7, Linux wäre mir lieber gewesen) augestattet werden (Angebote einholen, mit dem Sachaufwandverwalter absprechen,…)
  • OHP bestellen, was gar nicht so einfach ist, weil viele Firmen (u.a. Geha und Kindermann) diese Sparte nicht mehr anbieten
  • moodle läuft aus und die Integration ins mebis läuft an, was mich sowohl als a) Beaufragter der Schule als auch b) Mitarbeiter im mebis-Team Oberbayern-West in Anspruch nimmt.
  • Die Vorbereitungen fürs Abitur laufen an: Fragen fürs Colloqium zusammenstellen, den Stoff noch voll fertig machen, Übungsaufgaben zusammen stellen,…
  • Das USB-Kabel zwischen Computer und digitaler Tafel konnte immer noch nicht ausgetauscht werden. Dafür kommen die Elektriker dann in meinen Unterricht geplatzt, um sich mal das Kabel anzuschauen… In dem Raum war auch Unterricht und das Kabel liegt in einem Kabelkanal und kann nicht angeschaut werden!
  • Beamer müssen bestellt und installiert werden. Was sich als schwieriger erweist als gedacht, da die alte Firma, die uns immer versorgte, nicht mehr existiert.
  • Neue Einsatzmöglichkeiten von Computern im Unterricht müssen/sollen erarbeitet werden – zumindest steht das in der Aufgabenbeschreibung eines Systembetreuers; von Störchen ist dagegen nichts zu lesen.
  • Im kommenden Schuljahr soll es bei uns eine „MINT-“ bzw. „Forscher-Klasse“  in der 5. Jahrgangsstufe geben.  Auch dafür muss ein Konzept für den Teilbereich Informatik erarbeitet werden, damit nicht nur Robotik gemacht wird. Es gibt da nämlich durchaus mehr Bereiche in der Informatik. Mir schwebt da u.a. ein Klassen-Blog vor.
  • Es gibt noch Feststellungsprüfungen und Nachholschulaufgaben und Stegreifaufgaben und … und  nicht zu vergessen der normale Unterrichtsalltag mit seine Vorbereitungen und Gesprächen mit Schülern, mündlichen Noten und am Abend dann noch telefonische Beratungsgespräche mit Eltern.

Uuuuuund dann gibt es da noch Privat ein paar Projekte: der Garten und dabei vor allem der Grill muss vorbereitet werden, die Fische beißen noch nicht wie sie sollen, das Ukulele spielen geht nicht voran, das Gleitschirm fliegen auch nicht..

Na ja, es gibt einfach viel zu tun und daher im Moment weniger Blogeinträge.

Wie sollte ein moodle-Kurs aufgebaut sein?

Diese Frage hat mich gestern auf einer Sitzung zusammen mit anderen Kollegen beschäftigt. Denn auch wenn es moodle jetzt schon seit ein paar Jahren bei uns in Bayern gibt, so wird es doch eher wenig von Schüler und Lehrer benutzt.

Die Frage daher: Wie müsste eine Kursvorlage aussehen, damit andere Lehrer diese Vorlage gerne benutzen und ihren Unterricht damit gestalten.

Und los gings:

  • Der Kurs muss im Inhalt anpassbar sein, weil verschiedene Lehrbücher verwendet werden.
  • Der Kurs muss vom Ablauf anpassbar sein – auch wegen der Lehrbücher
  • Ich muss als Lehrer den Kurs meinem Unterrichtsstil anpassen können.
  • moodle darf nicht mehr Zeit in Anspruch nehmen als eine normale Unterrichtsvorbereitung

Und die Sicht der Schüler? Auch das wurde – repräsentativ an einer Schule erfragt – berücksichtigt:

  • Schüler der Oberstufe hätten gerne  Skripte zum Herunterladen und alle Lösungen der Aufgaben.
  • Schüler der Unterstufen schauen gerne Filme und Animationen und machen gerne kurze Quize.
  • Schüler der Mittelstufe haben keine Lust zu arbeiten und daher auch keine Lust auf moodle.

Diese Aussagen wurde im Wesentlichen von allen Anwesenden bestätigt. Was heißt das jetzt für die Erstellung eines moodle-Kurses? Eigentlich muss ich nicht wirklich was machen, denn die Lösungen für die Mathe-Aufgaben der Oberstufe gibt es beim Verlag, die Videos für die Unterstufe bei youtube und die Quize bei abfrager.de oder learningapps.org.

Warum sollte ich also moodle benutzen? Denn Videos müsste ich selbst suchen, Quize müsste ich anpassen, Lösungen mühsam in Dokumente eventuell tippen.

Das Problem liegt an der falschen Reihenfolge: Ich habe ein Werkzeug und möchte/muss es einsetzen, weil es modern/hipp/uptodate/der neue Trend/Geld gekostet hat. Aber was kann man nun damit machen und warum?

Man muss die Fragen anders herumstellen und um andere Fragen ergänzen:

  1. Was ist mein Ziel?
  2. Welches von vielen Werkzeuge habe ich zur Auswahl? Welches nehme ich?
  3. Wer kann es machen?
  4. Bis wann und welcher Form wird es umgesetzt?

Bislang ist es in der Reihenfolge:

  1. Ich habe das eine Werkzeug moodle.
  2. Wir, die wir uns bereitserklärt haben machen es.
  3. Termin ist Weihnachen bzw. Ende November, weil ab Januar Ergegnisse da sein müssen.
  4. Ziele: …. (nicht konkret; s.o.) Unterricht soll besser, also moderner werden.

Ich glaube, dass das Problem klar geworden ist. Wenn ich kein konkretes Ziel habe, geht jeder Schritt in die richtige Richtung.

Dabei müsste doch gerade die Zielentwickung hier um Vordergrund stehen – vor allem, weil die Technik noch nicht optimal funktioniert (massive Performanceprobleme, Urheberrechtsprobleme, Datenschutzprobleme – die ich inzwischen genauso hasse, wie Feuerschutzmaßnahmen, administrative Probleme).

Eine Beispielsituation:

Gerade abfrager.de habe ich für mich entdeckt. Eine Vertretungsstunde im Computerraum – kein Problem. Alle dürfen ins Internet und Fragen beantworten. Manche scheitern an den Kindergartenfragen, andere bestehen schon VWL an der Uni und viele üben einfach Englisch, Französisch, Latein.

Reflektion:

Der Schülern hat gut gefallen, dass sie auf unterschiedlichem Niveau arbeiten konnten. Manche haben produktiv gearbeitet, manche haben ihre Wissensgrenzen getestet. Aber ALLE haben gearbeitet – auf unterschiedlichem Niveu.

Ergebnis:

Der Computer kann mir die Möglichkeit geben, die Inhalte vom Niveau zu strukturieren. Und damit wäre auch Inklusion vielleicht lösbar oder wenigstens lösbarer.

Ich für meine Teil möchte daher testen, wie ich meinen Unterricht mit Hilfe von moodle, das Werkzeug kann ich leider nicht auswählen, so gestalten kann, dass ….

  • …unterschiedliche Lern-Niveaus möglich sind. Denn nicht nur die schlechteren Schüler haben Rechte, auch die guten Schüler möchten gefördert werden.
  • …Inklusion sinnvoller geschehen kann.

Das konkrete Thema habe ich noch nicht, vielleicht Physik (Mechanik in der 7. Klasse),  Mathematik (Kongruenzsätze) oder Informatik (Einführung von Feldern)

Gamification in der Lehre?

Gerade sitze ich am Entwurf eines P-Seminars für die aktuellen 10-Klässler und mich beschleicht so langsam das Gefühl, das wir uns alle zusehends in einem Matrix-ähnlichen Spiel befinden.

Zunächst mal für die mitlesenden Nicht-Bayern: Ein P(rojekt)-Seminar begleitet die 11.- und 12.-Klässler über 18 Monate hinweg. Dabei sollen die Schüler neben den Grundlagen des Projektmanagements auch eine berufliche Orientierung entwickeln, um so die Abbrecher-Quote an der Uni zu verringern. Hierfür werden uns Lehrern Materialien an die Hand die gegeben, die aber leider von den Schülern nicht so angenommen werden, wie sie gedacht sind. Es bleibt dann doch oft bei Besuchen an Unis, Bibliotheken und Berufspräsentationen hängen. Gerade letztere sind wichtig, denn wir müssen die Arbeit der Schüler auch bewerten – was ich gerade bei solch einem Thema allerdings für schwierig halte.

Abgesehen von der möglicherweisen beruflichen Orientierung arbeiten die Schüler aber vor allem an Projekten. In meinem Fall sollen das klassische Spielautomaten aus Holz mit alten Computern werden, wie man sie aus den Spielhallen der 80er kennt. Ich erhoffe mir dadurch eine Bewusstwerdung der Gefahren und Möglichkeiten von Computerspielen und am Ende natürlich schöne Spiele zum Spielen.

Typisch für gute Spiele sind dabei Spielfiguren, die im Laufe des Spiels Punkte…..

(Hier kam jetzt ein 10-Minütiger Stromausfall mit anschließendem Kauf einer neuen Fritzbox, einem halbstündigen Suchen nach den Zugangsdaten – unbedingt besser aufheben – und einer 1 stündigen Telefon- und Internetkonfiguration)

Also nochmal… Typisch für gute Spiele sind Spielfiguren, die im Laufe des Spiels Punkte sammeln; verschiedene Schwierigkeitslevel erreichen, wenn ein andere Level erfolgreich abgeschlossen wurden; die Figuren erlangen verschiedene Fähigkeiten und Werkzeuge, die sie aber zum erfolgreichen Abschneiden bei höheren Leveln benötigen; es gibt Highscore-Listen und man kann sich mit anderen zusammentun, um Aufgabenstellungen zu lösen.

Und wie sieht das in der Schule aus? Ich versuche mal einen Vergleich:

Aspekt An der Schule Diskussion
Sammeln von Punkten Nein Das entspricht wohl am ehesten den Credits an der Uni. An der Schule gibt es so etwas in der Regel nicht. Am ehesten noch in der Grundschule: Hat man 40 Sterne gesammelt, darf man was aus der Schatzkiste nehmen.
Durchlaufen verschiedener Level Jein Das entspricht wohl den Jahrgangsstufen. Das Problem dabei ist, das an der Schule vorausgesetzt wird, dass man alle Fächer gleich gut und schnell abarbeitet, was eigentlich eher unwahrscheinlich ist. Hier wäre eine entsprechende Kursaufteilung vielleicht sinnvoll, aber auch entsprechend aufwändig zu organisieren und aufgrund  der unterschiedlichen Entwicklungsstufen problematisch.
Zunehmende Fähigkeiten Jein Die Fähigkeiten nehmen mehr oder wenig automatisch zu, da man immer mit neuen Sachen konfrontiert wird. Aber Fähigkeiten wie „Schwertkampf“ von * auf ***** hochgearbeitet, gibt es nicht. Da nützt auch das ganze Kompetenzgerede nichts.
Bessere Werkzeuge Nein Mal abgesehen vom Taschenrechner in der 7. Klasse, den man dort aber eigentlich nicht braucht, gibt es keine Werkzeuge. Warum eigentlich nicht? Warum nicht etwas Tablets für die Oberstufenschüler?
High-Score Listen NEEEIIIIIINNNNN Man stelle sich das vor: Auf dem digitalen Vertretungsplan liefe folgender Ticker: „Bester Schüler: 5. Klasse Anton Albrecht (1,11), 6. Klasse Berta Best (1,05), 7. Klasse Cäsar Crempf (1,38),….“ Oder neben der Lehrerzimmer hinge ein Bild mit dem Lehrer der Woche/Monats/Semester…. Alleine die Dikussion wegen des Datenschutzes – das will ich mir gar nicht vorstellen.
Gruppenbildung Nochmals NNEEEEIIINN Bei facebook/google+/Wordpress eine Gruppe bilden – geht gar nicht! Und Gruppen bei moodle sind bislang wegen der schwierigen Nutzung über Smartphones und Tablets noch recht zäh.

Manche Paralellen sieht man also schon recht gut, während andere vielleicht bewusst blockiert werden. Ob nun eine Entwicklung hin zur Gamification gut oder schlecht ist, dazu muss sich jeder selbst eine Meinung bilden. Ich für meinen Teil denke aber, dass eigentlich jeder Mensch gerne spielt und man dies ruhig bewusster nutzen sollte.

Aber hat das nicht alles dennoch was von Matrix – das Leben, auch nur das Schulleben ist, als Spiel bei dem von außen die Rollen und Regeln vorgegeben werden?

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