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Kategorie: Physik (Seite 2 von 5)

Schläge auf den Hinterkopf….

…sollen ja bekanntermaßen das Denkvermögen erhöhen. Dann müssten wir Menschen aber mächtig intelligent sein – und die Tiere auch. Zumindest nach einem Artikel in der heutigen SZ:Demnach rasen pro Minute 200 Teilchen durch unseren Kopf!

Unglaublich, oder? Und viel unglaublicher, warum wir davon gar nichts merken. Aber erstmal zur Erklärung, die in der Zeitung steht.

Patrick Slane, Astrophysiker in Cambridge, Massachusetts, fand heraus, dass die kosmische Strahlung daran schuld ist. Denn eigentlich sind die meisten Teilchen, die aus dem Kosmos auf uns zu rasen, elektrische geladen und werden durch das Magnetfeld der Erde abgelenkt. Meist zu den Polen, wodurch dann durch weitere pyhsikalische Prozesse die bekannten Polarlichter entstehen.

Allerdings entstehen die Polarlicht durch Teilchen aus dem Sonnenwind, die durch unser Erdmagnetfeld zu den magnetischen und damit geographischen Polen umgelenkt werden. Ohne Magnetfeld wären wir daher dem Sonnenwind schutzlos ausgeliefert. Ein Szenario, das im Film The core dargestellt wird.

Wo kommen nun die Partikel her, die zweihundertfach unseren Kopf durchdringen? Leider wird es in dem Artikel nur angerissen: Kosmische Strahlung, entstanden aus  Supernovae, trifft auf die Erdatmosphäre, wird abgremst und dadurch in verschiedene Teilchen umgewandelt. Diese Durchdringen dann den Kopf.

Eine kurze Erklärung dazu: Kosmische Strahlung besteht aus primärer und sekundärer kosmischer Strahlung. Primäre kosmische Strahlung besteht zu ungefähr 85% aus Elektronen/Protonen, zu einem Zehntel aus Alpha-Teilchen (eine Form von Radioaktivität) und zu ca. 1% aus schwereren Kernen. Trifft nun beispielsweise eines der schnellen Protonen auf Teilchen in der Atmospäre, so kann es bis zu 1 Million Sekundärteilchen erzeugen. Stößt es zum Beispiel mit einem anderen Proton zusammen, so kann ein Teil der Energie in ein Pion umgewandelt werden, was wiederum in ein Myon zerfällt, welches wiederum zerfällt.

Das Ganze ist natürlich sehr komplex, wie man beim Lesen der Wikipedia-Links feststellen kann. Daher habe ich mich hier auf ein phänomenologischen Anreißen beschränkt.

Jetzt ist aber genug – ich brauche erstmal ein Aspirin. Schließlich habe ich beim Schreiben dieses Beitrag ungefähr 5000 Teilchen auf bzw. durch den Kopf bekommen.

Wärmebildkamera

Seit Neuestem gibt es bei uns eine Wärmebildkamera an der Schule. Für die Physiksammlung. Und als, wenngleich auch seltener Physiklehrer, muss ich die Kamera natürlich gleich mal ausprobieren. Physik hat man ja auch mal studiert, damit man ungeniert und im Namen der Wissenschaft und Lehre spielen darf. Hier also mal ein paar Beispiele:

Die Schüler

Ein ungedämmtes Haus

Schön lassen sich die Stürze über der Tür und dem Fenster erkennen.

Ein gedämmtes Haus

Wieder lässt sich erkennen, wie die Dämmung knapp über den Boden aufhört – das ist wohl so üblich. Auch die inneren Elemente der Doppelverglasung der Fenster lassen sich als schlecht isoliert, weil wärmer, erkennen.

Selbstproträt

Was im ersten Moment verblüffend ist, sich aber leicht erklären lässt, ist das eigene Spiegelbild.

„Hasta la vista, baby.“

Heißes Essen im Kühlschrank

„Sollte man nicht machen.“, meinte meine Tochter dann auch gleich.

Malen

Beim Malen mit dem Finger auf glatten Flächen sollte man fest aufdrücken und schnell sein.

Eine echte Anwendung für den Physikunterricht ist mir allerdings noch nicht eingefallen. Die Tatsache, dass man das Bild der Kamera auch nicht live auf den Beamer bekommt, macht es auch nicht einfacher. Aber vielleicht habt ihr ja eine Idee?

Rezension – Trickphysik

Vor kurzem kaufte ich das Buch TrickPhysik von Robert Griesbeck und Nils Fliegner mit dem Untertitel Schräge Experimente und schweineschlaue Tricks in der Hoffnung Anregungen und Unterhalsames für meinen Unterricht zu finden. Leider wurde ich  enttäuscht.


1. Diese eher altbackenen Orange-Schwarz-Grafiken sind weder angenehm anzuschauen, noch helfen sie dem Leser etwas besser zu verstehen. Da gibt es zwar die ein oder andere Ausnahme, aber insgesamt empfinde ich sie als störend.


2. Die Schrift! Es ist lange her das ich eine solche stark ausgeprägte Serifen-Schrift gesehen haben. Jetzt soll ja Serifen-Schrift, also die mit den Verziehrungen wie die Times, die Lesbarkeit erhöhen. Aber hier wurde wirklich ein unangenehmer Vertreter gewählt. Erschwerend kommt da noch der extrem große Zeilenabstand von 2 bis 2,5 hinzu. Zusammen mit dem engen Zeilenspiegel hat das Auge richtig viel zu tun.

3. Jetzt zum eigentlichen Problem. Direkt im zweiten Rätsel ist DER klassische Anfängerfehler drin: Es wird eine Magnetnadel magnetisiert, so dass die Spitze zum Südpol(!) wird. Dann: „Nach einiger Zeit hat sich die Nadel genau in Nord-Süd-Richtung eingependelt und die Spitze zeigt nach Norden.“ Ein klassischer Fehler, denn am geographischen Nordpol ist der magnetische Südpol, daher zeigt ja auch der Nordpol von Kompaßnadeln nach Norden. Deswegen heißt diese Seite der Kompassnadel auch Norden.

Ich kann nur hoffen, dass Prof. Dr. Obermair das Buch nicht wirklich Korrektur gelesen hat, sondern einem Mitarbeiter gegeben hat und dieser es nicht wirklich gelesen hat. Obwohl das Nichtlesen dann irgendwie auch schlecht gewesen wäre.

Ob sich solch physikalischen Fehler durchs ganze Buch ziehen, kann ich nicht sagen, da ich mich aufgrund von 1.) und 2.) schwer tue weiterzulesen.

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