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Kategorie: Informatik (Seite 2 von 57)

Programmieraufgabe 95

Wow, es ist tatsächlich 10 Monate her seit ich das letzte Mal eine Programmieraufgabe hier vorstellte. Höchste Zeit das zu ändern. Diesmal natürlich zum Thema Array und for-Schleife. Kann man aber auch wunderbar in der 11. Jahrgangsstufe zum Üben des Kompositummusters nehmen.

Aufgabe

Schreibe, basierend auf der angefügten Vorlage, ein Programm mit den folgenden Eigenschaften:

  1. Durch Klicken auf den Hintergrund wird eine Blase erzeugt.
  2. Kommt man bei gedrückter Maustaste über eine Blase, so wird diese grau eingefärbt.
  3. Lässt man die Maustaste über einer Blase los, so zerplatzt sie.

Anhang: BubbleGameStart

Jetzt noch ein paar Erweiterungen für die guten Schüler:

  • Die Blasen sollen zufällige Farben haben
  • Je länger die Maustaste beim Erzeugen einer neuen Blase gedrückt wird, desto größer wird sie (Variante A: Radius hängt linear von den draw()-Aufrufen habe; Variante B: Die Fläche nimmt linear mit der Anzahl der draw()-Aufruf zu, d.h. die Fläche der Blase ist ein Maß für die Anzahl der Aufrufe)
  • Bewegung der Blasen ändern:
    1. Die Blasen sollen vom Rand abprallen
    2. Die Blasen prallen untereinander ab
    3. Es gibt eine Schwerkraft

Diese verdammte for-Schleife

Das ist, glaube ich, der Gedanke, den viele meiner 10. und leider auch 11.-Klässler haben, wenn mal wieder der Compiler meckert oder das Programm nicht das tut, was es soll. Ich versuche dann den Schülern  zu erklären, dass die Struktur, die sie sich einprägen müssen,  wie folgt aussieht (erstellt mit „meinem“ EBNF-Syntaxdiagramm-Wandler):

Aber irgendwie klappt das bei ganz vielen nicht. Meine neueste Vermutung, warum sich so viele damit schwer lautet: for-Schleife und Arrays habe ich bisher mehr oder weniger zusammen eingeführt. Damit habe ich aber zwei Konzepte miteinander verknüpft, die eigentlich gar nichts zwingend miteinander zu tun haben. Das möchte ich dieses Jahr trennen. Ich führe erstmal die for- und später auch die while-Schleife ein und viiiiiiieeeel später dann die Arrays.

Und damit das alles nicht so langweilig wird und die Schüler auch Programmierergebnisse sehen, greife ich auf Processing zurück. Darüber schrieb ich bereits schon einmal und möchte hier meinen Weg darstellen. Ob das dann alles so geklappt hat, werde ich in ein paar Wochen schreiben.

Basis für die Schüler ist ein fast leeres BlueJ-Projekt (FarbenSpielVorlage), das in einem +libs-Ordner die processing-Library enthält. Dazu noch zwei Klassen, damit die Schüler sich nicht lange mit der Startkonfiguration rumärgern müssen. Und um es gleich vorwegzunehmen: Man könnte auch gleich mit einem Online-Processing-Editor bzw. p5.js-Editor anfangen, aber es geht um Java und ich möchte nicht unnötig Verwirrungs stiften. Erst  „int“ und „double“  etc. bei Java einführen und dann JavaScript-Variablendefinitionen wie beispielsweise „let x=0;“ sind für Programmieranfänger dann doch ein wenig viel.

Das schöne bei processing ist, dass man als Programmierer gleich „coole“ Sachen programmieren kann. Anregungen findet man dazu bei processing selbst, aber auch bei p5 bzw. beim CodingTrain.

Bei meinem Startbeispiel (FarbenSpielVorlage) wird zwar nur ein weißer Punkt an der Stelle gezeichnet an die der Anwender  geklickt hat. Aber wer mal versucht hat, dies direkt in Java umzusetzen, wird den Unterschied erkennen:

 if (mousePressed) {
    fill(255);
    ellipse(mouseX, mouseY, 10, 10);
 }

Hier können die Schüler einzelne Parameter (Farbe, Größe) leicht unter meiner Anleitung verändern.

Sollen aber mehrer Punkt gezeichnet werden, so wird irgendeine Form der Zählwiederholung benötigt, wie die Schüler sie oftmals aus der 7. Klasse bei Karol kennengelernt haben. Und schon bin ich bei der for-Schleife und damit bei beispielsweise dem nebenstehenden Verlauf.

Daraufaufbauen ließe sich ein Funktionsplotter umsetzen oder Lissajous-Figuren realisieren. Auch einfache Spiele wären denkbar.

Für den Übergang zu den Arrays nehme ich dann wieder das Startprojekt, speichere aber dann die geklickten Punkt in diesem Array und iteriere über dieses Feld.  Mal schauen, wie es wird.

 

 

 

Stolz und Glück

Lange habe ich über den Namen des Beitrags nachgedacht – darf man als Lehrer überhaupt Stolz auf die Leistung der Schüler sein, ist das nicht ein wenig, sagen wir, narzisstisch?

Und Glück? Darf man als Lehrer glücklich sein? Ich denke, glücklich sein ist wohl drin, denn auch Lehrer sind Menschen. Und wenn man länger mit Schülern an einem Projekt zusammenarbeitet, dann wachsen die Schüler einem irgendwie ans Herz. Weil man mit ihnen durch die Probleme geht. Sieht, wie sie zunächst scheitern, um dann später daran zu wachsen. Weil man erlebt, wie sie Dinge tun, die man ihnen zunächst nicht zugetraut hat – man kannte sie noch gar nicht. Und im Laufe der Monate und durch viele Gespräche zwischen Tür und Angel, per Email, im Unterrichtsraum entsteht eine Verbindung, die einen Stolz auf das macht, was die Schüler geleistet haben. In meinem Fall spreche in von dem P-Seminar „Kurzfilm“, welches noch bis zum Ende von 12/1 läuft.

Für die Nicht-Bayern kurz zur Erklärung: Im noch existierenden G8 in Bayern sollen die Schüler im Zeitraum von 11/1 bis einschließlich 12/1 an einem Projekt arbeiten, daher auch P-Seminar, durch welches die Schüler zum einen Erfahrung mit Projektarbeit machen und zum anderen sich über ihren weiteren Werdegang klar werden. Schön ist es, wenn das Projekt mit externen Firmen abläuft, aber wichtig ist es in meinen Augen nicht. Mir geht es vor allem darum, dass die Schüler einfach mal so richtig lange an ein und derselben Sachen aktiv dran bleiben und zum Abschluss das Projektergebnis der Öffentlichkeit, und wenn es nur die Mitschüler sind, präsentieren.

Der Start

Bei diesem P-Seminar lief jetzt aber manches so, wie ich es bisher nicht gekannt habe. Das geht mit dem Startschuss los. Eigentlich wollte ich zum Schuljahr 2016/17 gar kein P-Seminar anbieten. Da aber unsere Kunstlehrerin, die ein P-Seminar angeboten hatte, die Schule wechselte, bot ich mich als Ersatz an. Da ich die Schüler, die sich vielleicht schon für das Kunst P-Seminar entschieden hatten nicht enttäuschen wollte, und ich zu dem Zeitpunkt viel über die Struktur von Filmen gelesen hatte, kam ich auf das Thema „Kurzfilme“.

Der Zufall spielte mir dann in die Hand, dass der Energie-Solar-Verein Pfaffenhofen seine Ausstellung zum Thema „Energie“ digitalisieren wollte und uns Gelder über das Jugendparlaments Pfaffenhofen zur Verfügung stellen konnte. Glücklicherweise konnte ich meine Schüler davon überzeugen sich diese Chance nicht entgehen zu lassen. Hatte ich doch bei meinem P-Seminar „3D-Druck“ gemerkt, wie schwierig es ist an Spendengelder zu kommen.

Der Ablauf

Nach dem Startschuss entwickelte sich dann eine Eigendynamik, die ich so bislang kaum kannte. Die „kreativen“ Schüler bildeten Gruppen und fingen recht selbstständig an Ideen für erläuternde Filme zu entwickeln, Drehbücher zu schreiben und Drehorte zu recherchieren. Mit Hilfe professioneller Ausrüstung von Utopia aus Pfaffenhofen, teilweise mit eigenen Kameras wurden die Wochenenden geopfert, um Filme zu drehen oder  Animationsfilme am Computer zu zeichnen. Ausrüstung aus dem Verwandtenkreis wurde organisiert und Väter wurden als Sprechern verpflichtet. Abschließend wurde das Rohmaterial teilweise mit Schullaptops geschnitten und vertont oder die heimischen PCs wurden bis an ihre Leistungsgrenze hin zum Rendern gezwungen.

Die Gruppe der Informatiker teilte sich parallel zur Künstlergruppe ebenfalls auf. Je nach Können und Lust wurde auf der einen Seite  eine Endgeräte unabhängige Internetseite entwickelt, wofür eine eigene Navigation entwickelt wurde und die Materialien des ESV aufbereitet wurden. Auf der Hardware-Seite wurde nach Monitoren, Tablets und mobilen Ständern für diese Monitor recherchiert und diese aufgebaut und konfiguriert und vor allem viel getestet.

Das Ergebnis

Das Endprodukt, die Internetseite ausstellung.esv-paf.de,  wurde nun endlich am vergangenen Donnerstag bei unserem Auftraggeber aufgebaut. Sogar die Presse kam und zusammen mit dem Geldgebern vom Jugendparlament Pfaffenhofen stellten wir uns noch kurz für ein Bild zusammen

Was soll ich sagen: Ich bin stolz auf das, was meine Schüler geleistet haben! Und das können meine Schüler ebenfalls sein!

Und wenn ich auch noch gesund gewesen wäre, hätte man es mir vielleicht auf dem Foto auch angesehen. Aber mein Körper war der Meinung, dass er gleich mal die erste Erkältungswelle mitnehmen muss.

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