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Lernen oder Film schauen?

Das Schuljahr nähert sich dem Ende und kaum ist die letzte Note heute gemacht worden, kommt der laute Schrei nach “Schauen wir jetzt noch einen Fiiiiiiiiilm? Es lohnt sich doch eh nicht mehr was Neues zu machen!”

Ich verstehe es nicht – meine Kinder sitzen zu Hause und jammern: “Wir schauen nur noch Filme in Französisch und Geschichte”, “In Biologie sind wir jetzt schon mit dem Stoff durch und wiederholen nur noch – das ist sooooo langweilig!”

Ähhhhhhh? Wie kriege ich diese beiden Aussagen von Schülern zusammen? Wollen Sie jetzt Unterricht oder Film schauen oder vielleicht weder noch?

Wieso schaffen es Elftklässler eigentlich nicht einmmal, innherhalb eines Schuljahres ein Schwimmfest auf die Beine zu stellen? Statt dessen muss der Lehrer des P-Seminars die Arbeit größtenteils alleine übernehmen. Aber wehe, man sagt dann als Lehrer was! Da kommen die Eltern dann gleich in Ihrem Beruf als Rechtsanwalt und wendeln mit Paragrafen um sich.

Warum ich das alles sage? Und wo die Gemeinsamkeit ist? Im Vergleich zu den letzten x Jahren werden die Schüler immer mehr Lust gesteuert.

Unterricht macht keinen Spaß,
dann lieber Film schauen!

Wiederholen ist langweilig,
dann lieber Unterricht!

Was aber vergessen wird, ist, dass erst durch Anstrengung Spaß entsteht. Erst wenn ich mich Bemühen muss, es nicht von alleine geht, es aber dann funktioniert, kommt dieses Gefühl “Wow, das war super; das hat mir was gegeben. Ich was neues kennengelernt, meinen Horizont erweitert.”

Solche Effekte kosten aber Zeit und dazu ist in unserem Schulsystem leider kein Raum mehr. Deswegen wundert es mich, dass so wenig Leute (momentan 0,5%) ihre Unterschrift für das Volksbegehren G8/G9 abgegeben haben.

Aber das Langeweile krank macht, wurde erst vor kurzem in einem amerikanschen Experiment festgestellt: Anstatt sich 15 Minuten sich mit seinen eigenen Gedanken auseinanderzusetzen, hat sich ein Teilnehmer lieber 190 Stromstöße selbst gegeben!?

Statt Stromstößen gibt es wohl dann lieber Filme.

Dummy-Texte

Im Moment sind meine Elftklässler am programmieren von diversen Projekten und benötigen zur Gestaltung der Oberfläche Dummy-Texte. Bekannt ist dabei der “Lorem Ipsum”-Text, der von vielen Grafikern benutzt wird.

Witziger und “sinnvoller”, wenn man in Bayern unterrichtet, ist aber die bayerische Variante: http://bavaria-ipsum.de/

Das Ergebnis liest sich dann so:

Bavaria ipsum dolor sit amet sog i heitzdog jo mei um Godds wujn, gschmeidig hod. Großherzig Musi zua Kuaschwanz, o’ha? Oachkatzlschwoaf im Beidl blärrd, hogg ma uns zamm Maderln: Imma Haberertanz damischa a fescha Bua mi Hetschapfah Haberertanz. Reiwadatschi naa vui i bin a woschechta Bayer: Gwiss wos sammawiedaguad dahoam lem und lem lossn nackata. Hi da vui, middn. Gamsbart des wiad a Mordsgaudi blärrd Fünferl Brodzeid Landla a fescha Bua. Da, hog di hi glei heitzdog Gamsbart a Hoiwe hob, wiavui? Radler Gamsbart fensdaln, Marterl! Schoo auffi jo mei, spernzaln fias. Sog i d’ und sei a Prosit der Gmiadlichkeit, etza hob i an Suri. Oans, zwoa, gsuffa a geh ham, ded san oba Gamsbart wui. Sauba Sepp Blosmusi im Beidl Hetschapfah.