Lehrzeit

Schule & Informatik

Kategorie: Sonstiges (Seite 2 von 72)

Fortbildung – Tag 3

Verschlüsseln von Daten

Daten von Schülern dürfen nur in besonderen Fällen gespeichert werden und auch dann nur in der Regel verschlüsselt. Daher ist der Schwerpunkt heute das Verschlüsseln von Daten.

Hierzu gibt das Kultusministerium in der „Bekanntmachung über erläuternde Hinweise zum Vollzug der datenschutz rechtlichen Bestimmungen für die Schulen“ erstmal folgende Begriffsdefinition zum Thema „Speichern“ bei 2.5:

Speichern ist das Erfassen, Aufnehmen oder Aufbewahren personenbezogener Daten auf einem Datenträger (beispielsweise Festplatten, USB-Sticks, Karteikarten oder Akten) zum Zwecke ihrer weiteren Verarbeitung oder Nutzung.

Und unter Punkt „6.1 Datensicherung“ steht weiter:

(…) hat die Speicherung personenbezogener Daten auf mobilen Datenträgern immer verschlüsselt zu erfolgen (…)

Wie man Daten nun konkret verschlüsselt soll im Folgenden dargestellt werden. Dabei gehe ich auf verschieden Szenarien ein, verweise aber meist nur auf die entsprechenden Anleitungen.

Verschlüsseln von einzelnen (Open)Office-Dateien

Die Notenliste in Excel oder dem Gegenstück Calc lässt sich einfach mit dem Programm selbst gestalten.

Beim Versenden von Dateien per Email lassen sich noch zip-Dateien erzeugen, die sich meist auch verschlüsseln lassen. Hier kann man sich bei Windows dem Programm 7-zip bedienen. Unter Apple geht das nicht ganz so einfach. Aber ich habe eine Anleitung gefunden, die beschreibt, wie man eine bereits gezippte Datei mit Hilfe des Terminals verschlüsselt.

Geht es nicht nur um ein paar wenige Dateien, sondern um ganze Ordner oder sogar Laufwerke die verschlüsselt werden sollen, weil auf ihnen die Schülerdaten der letzten zehn Jahre liegen, dann wird eine andere Vorgehensweise benötigt. Hier gehe ich vor allem auf die USB-Sticks ein, da diese immer noch sehr häufig benutzt werden und sich bestimmt auch noch die nächsten Jahre halten werden.

Verschlüsselungsprogramme

Da viele Lehrer sich ihre USB-Sticks, auf denen dann Excel-Liste mit Schülerdaten liegen, einfach so vom Grabbeltisch kaufen, muss man sich selbst um die Verschlüsselung der Daten auf den USB-Sticks kümmern. Denn gerade billige günstige USB-Sticks haben selten eine vorinstallierte Verschlüsselungs-Software.

Je nach Benutzungssituation und Wissensstand des Benutzers gibt es verschiedene Lösungen, um seine Daten so zu schützen, wie es unser Arbeitgeber gerne hätte. Ich versuche das hier im Folgenden auch so zu strukturieren. Selbstverständlich gibt es einen Haufen anderer Programme, die mehr oder weniger das tun, was man von ihnen verlangt. D.h. die folgenden Vorschläge sind nur EINE Lösung von vielen denkbaren Szenarien.

Lehrer ohne tiefe Computerkenntnisse der NUR Windows benutzt

Hier ist das von Windows mitgelieferte bitlocker die einfachste Lösung (Anleitung). Allerdings setzt die Konfiguration eines verschlüsselten USB-Stick voraus, dass man Windows Pro Version besitzt. Bei einer Windows-Home-Edition kann man zwar den verschlüsselten USB-Stick benutzen, aber nicht neu komfigurieren.

Lehrer ohne tiefe Computerkenntnisse der NUR Apple benutzt

Da ein solcher Lehrer in der Regel sein Laptop in die Schule mitnehmen muss, da es an Schulen ja meist nur Windows-Umgebungen gibt, kann er das von Apple angebotene FileVault benutzen.

Lehrer OHNE tiefe Computerkenntnisse der NUR LINUX benutzt

Ich denke nicht, dass jemand Linux benutzt und keine tieferen Computerkenntnissen besitzt. Daher macht diese Überschrift und damit Problemsituation eigentlich keinen Sinn.

Lehrer mit geringen Computerkenntnisse und 1+x Betriebssystem

Hier muss man leider etwas Geld in die Hand nehmen, denn die einfachste mir bekannte Lösung ist EasyLock. Hier kostet 1 Lizenz 17 Euro. Dafür kann man drei kleine Programme, für jedes benötigte Betriebssystem eines, auf den USB-Stick legen und fertig. An den jeweiligen Computern muss nichts installiert werden. Steckt man jetzt den USB-Stick an, so öffnet man per Doppelklick das entsprechende Programm und kann auf seine verschlüsselten Daten, die das Programm in einem eigenen Container verwaltet, zugreifen. Daher kann man auch zusätzlich seine unverschlüsselten Unterrichts-PPTs auf den USB-Stick legen.

Wer hauptsächlich in der Windowswelt arbeitet und nur ab und zu auf dem privaten Apple-Laptop mal was machen möchte, der kann einfach BitLocker in der Windowswelt nehmen und auf dem Apple-Laptop M3-BitLock-Loader installieren. So lassen sich mit BitLock verschlüsselte USB-Sticks auch mal auf dem Mac benutzen.

Lehrer mit tieferen Computerkenntnisse und 1+x Betriebssystem

Ergänzung: Eine ähnliche Idee wie EasyLock bietet SecurStick, das frei verfügbar ist. Hier legt man ebenfalls die zugehörige *.exe bzw. OSX/Linux-Datei auf den USB-Stick. Beim erstmaligen Aufruf muss man dann ein Passwort vergeben und bei der nächsten Benutzung muss dann von Hand den verschlüsselten Bereich des USB-Stick als eigenes Laufwerk mounten.

Die eigentliche Basis des heutigen Tages bildeten aber zwei andere Programme: TrueCrypt, VeraCrypt. TrueCrypt  wird nicht mehr weiterentwickelt und ist auch nicht mehr wirklich sicher. Daher sollte der Nachfolger VeraCrypt genutzt werden.

VeraCrypt läuft auf allen drei Betriebssystemen. Auf OSX muss man ein bisschen rumfummeln und auf die Formatierung des USB-Sticks mit FAT und NTFS achten, aber es ist nicht sooo kompliziert.

Und was mache ich mit Cloud-Speicher Lösungen?

Wer seine eigene Cloud-Lösung mit ownCloud betreibt, der kann entweder das mitgelieferte System nehmen oder auch wieder VeraCrypt (Anleitung).

Wer mit der DropBox arbeitet, was er eigentlich nicht dürfte, da DropBox die Daten in den USA speichert (Stand 9/2016), der kann auch wieder auf VeraCrypt zurückgreifen.

Eine weitere Möglichkeit wäre BoxCryptor. Boxcryptor kann dabei nicht nur auf Windows und OSX installiert werden. Es gibt auch entsprechende Apps für iOS, Android, BlackBerry und Windows Phone. Allerdings ist die Software nur bedingt frei. Solange ich mich auf zwei Endgeräte beschränke, kostet es nichts. Bei zwei Geräten schon 36 Euro pro Jahr (Preisliste).

Und die NAS?

Wird im heimischen oder Schulnetz ein NAS betrieben, so gibt es auch hier mehrere Möglichkeiten. Am einfachsten ist hier die von der Firma vorgegebene Lösung (synology, qnap).

Fazit

Das Ergebnis: Die eierlegende Wollmilchsau scheint am ehesten VeraCrypt zu sein. Oder das Benutzen eines Laptops, das sich problemlos sowohl in die heimische Netzwerkumgebung als auch die schulische Netzwerkumgebung integriert.

Wer mit USB-Sticks und ohne installierter Software arbeiten möchte, der nimmt entweder SecurStick oder die kostenpflichtige, aber angenehmere Variante EasyStick.

Ergänzung

Ergänzend möchte ich nachträglich noch auf eine Internetseite aus Sachsen aufmerksam machen, die einige Links zum Thema Datenschutz und USB-Sticks zusammengefasst hat.

Fortbildung – Tag 2

Der Vormittag

Der Vormittag stand ganz im Zeichen der Sicherungskopien. Daher hier noch mal eine Sammlung der angesprochenen Programme. Selbstverständlich gibt es noch einen ganzen Haufen anderer und vor allem auch für Nicht-Windows-Systeme, aber diese wurden hier nicht angesprochen. Die Bildungslandschaft ist halt leider immer noch auf Windows ausgerichtet.

Weiter Infos finden sich z.B. bei heise.

Die folgende Zusammenfassung beschränkt sich knapp auf die besonderen positiven (+) oder negativen (-) Aspekte.

Duplicati

– alles in einem zip-Container, so dass nicht nach einzelnen Dateien gesucht werden kann.

– nur das Duplicati kann mit den zip-Dateien etwas anfangen.

+ freie Software

Diese Software ist für den „normalen“ Lehrer, der sich nur wenig auskennt und der nur selten oder gar keine Probleme hat ausreichend sein.

robocopy

– Kommandozeilenprogramm, welches am besten über Skripte benutzt wird, die durch automatische Aufgaben regelmäßig abgearbeitet werden.

+ Dateien in keinem Container; können direkt angeschaut werden.

+ frei, da in Windows enthalten

Eine Variante wäre richcopy, das die Dateien anders als robocopy wohl nicht hintereinander sondern vor allem parallel die Dateien auf das BackUp-System überträgt.

Wem das Arbeiten mit der Kommandozeile nicht so mag, der kann entweder auf YARCGUI wechesln, das aber immer noch sehr kryptisch ist. Für den Windows Server gibt es noch die RoboCopy GUI, die einen ähnlichen Job macht, aber von Microsoft kommt. Weitere Infos zu GUIs gibt es hier.

Dieses Programm ist im Gegensatz zu Duplicati deswegen besser, weil das Backup nach Dateien einfacher durchsucht werden kann.

snapshot

Mit snapshot lassen sich ganze Images von einem Computer oder Server erzeugen, so dass ein „defekter“ oder langsamer Computer schnell neu aufgespielt werden kann.

Diese Software kann  nach der Erstkonfiguration eines neuen Computers benutzt werden. So kann ein Computer schnell neu aufgesetzt werden.

Der Nachmittag

Der Nachmittag stand erst im Zeichen einer kurzen Diskussion über Netzwerke, digitalen Tafeln und Windows-Servern in Schulen. Mit dem Ergebnis: In jedem Raum ein Beamer mit NICHT-interaktivem Whiteboard, WLAN-fähigem Beamer sowie Dokumentenkamera und einem ordentlichen NAS sowie Internetfilter reicht heutztage völlig aus, um eine Schule gut und zeitgemäß zu versorgen. Vorausgesetzt man hat WLAN an der Schule, was leider immer noch nicht überall üblich ist.

Anschließend ging es um das Backup eines NAS. Dabei ist sowohl NAS auf NAS als auch NAS auf USB-Festplatte möglic. Beides dank der ausgefeilten Software der NAS kein Problem mehr. Und die USB-Festplatte kann man dann in den Panzerschrank legen.

Benutzt wurde dabei im übrigen ein QNAP 453, das je nach Ausstattung knapp über 1200 Euro kostet, aber recht gut ist (Test). Das NAS sollte dabei ruhig 4x4TB haben und möglichst viel RAM haben. Und RAID 5 sollte auch eingeschaltet sein. Es geht aber vielleicht auch RAID 10 – wenn möglich. Möglich wäre selbstverständlich auch ein NAS der Firma Synology.

Einer der vielen Tipps war, dass das RAM nicht mehr als 80% asugelastet werden sollte. Das geht leider recht schnell, wenn wahrscheinlich viel Aktivität auf einer NAS ist. Und das müssen nicht mal immer Benutzer wie Schüler oder Lehrer sein. Es gibt  inzwischen eine ziemliche Anzahl an Apps, die man zusätzlich installieren kann. So können z.B. IP-Kameras, die den Fahrradkeller überwachen,  direkt auf das NAS sichern. Für den privaten Bereich wäre Plex für das Medienstreaming noch zu nennen.

Ergänzung

Abschließend gab es als letztes Programm, sozusagend ergänzend zum Vormittag, noch das Programm synctoy von Microsoft. Hier werden Ordner quasi exakt synchronisiert. Da das Programm schon recht alt ist und Win10 bei den unterstützten Versionen nicht mitaufgelistet wird, kann man z.B. auf freefilesync ausweichen. Das läuft dann wenigstens auch auf allen Betriebssystemen.

Ferienupdate 6 – Zeit

Das Problem ist die „Zeit“. Nicht die Zeit an sich. Ohne Zeit gäbe es schließlich keine Entwicklung. Das Problem ist das Bewusstsein des Menschen über Zeit. Wie komme ich darauf? Ich habe es gelesen.

Eigentlich lese ich nicht mehr sehr viel. Und wenn ich dann lese, dann in der Regel nur Fachliteratur und alles im Umkreis dazu wie beispielsweise Planet der Algorithmen von Sebastian Stiller, das ich aber zu flach finde. Mein Problem mit dem Buch ist, dass ich Algorithmen-Bücher ohne Praxisteil (Malen, Rechnen, Sortieren, Programmieren,…) immer langweilig finde. Ich bin halt Praktiker. Aber es gibt eine schöne Idee zur Funktionsweise des Dijkstra-Algorithmus. Durch geschicktes anheben einer Knotenschnur, die den entsprechenden Graphen darstellt, wird quasi automatisch der Algorithmus ausgeführt.

Ab und an lese ich auch mal Geschichten. Aber das kommt eher seltener vor. Das zweite ROBERT SHECKLEY Buch, von dem ich in irgendeinem Blogbeitrag eines Kollegen las, ist da eine Ausnahme. Leider habe ich aber vergessen, auf welchem Blog ich etwas über das Buch las und weiß nun nicht mehr, warum ich das Buch gekauft habe. Aber auch so waren die Geschichten ausnahmsweise wirklich großartig. Sie erinnerten mich stark an die Kurzgeschichten von Isaac Asimov, den ich sehr verehre – und das nicht nur wegen seiner Robotergesetze, sondern wegen der Tatsache, dass er eigentlich Biochemiker war. Es sind einfach noch diese klassischen Kurzgeschichten aus einer Zeit in der noch richtig groß geträumt wurde und alles möglich erschien. Und darüber wird dann philosophiert. Diesen „Alles ist möglich“-Zauber ist etwas, das ich ein wenig vermisse.

Das Buch von Gerhard von Kapff „Abenteuer für Vater und Sohn“ kann ich nur empfehlen. Es greift die Idee meines letzten Beitrags auf, den Kindern einfach mehr Entdeckungsmomente für ihren Charakterraum zu geben. Man muss ja nicht alles nachmachen. Aber das angesprochene Gleitschirmfliegen kann ich natürlich nur empfehlen. Gerade bei der im Buch angesprochenen Gleitschirmschule.

Erkennen von Zeit

Jetzt aber zurück zum eigentlich Thema, das ich durch das Buch Natural born chillers von Maren Andeck kennengelernt habe. Beim Titel assoziierte ich noch die heutige Jugend, doch der Klappentext deutete an, dass es das richtige Mitbringsel für zu Hause ist. Es geht um drei Frauen, die zusammen was neues auf die Beine stellen wollen. IMG_5811

Während des Verlaufs der Geschichte setzten sich die drei Hauptakteurinnen auch mit dem im Moment aktuellen Thema Paleo(-Ernährung) auseinander (es gibt auch ein Rezept für Steinzeitbrot), dass dann aber auf einmal weg von der Ernährung geht und philosophischer wird. Das ganze geht dann irgendwie so (Gedächtnisprotokoll, da das Buch sofort weiter verliehen wurde und ich nicht mehr nachschauen kann):

Steinzeitmenschen sind mit der Sonne aufgestanden und wenn es dunkel wurde, haben sie sich schlafen gelegt. Eventuell haben sie noch ein wenig am Feuer gechillt und Geschichten erzählt oder gesungen. Tagsüber wurde gearbeitet. Entweder wurden Speerspitzen und Pfeile gebaut, oder es wurde gesammelt bzw. gejagt. War genügend da, wurde Pause gemacht, gedöst, geschlafen.

Aber vor allem: Wenn es nichts zu tun gab, wurde auch nichts gemacht.

Wenn ich das mit einem heutigen Tag vergleiche, dann ist es kein Wunder, dass so viele gestresst sind.

Wir stehen vor Sonnenaufgang auf, weil der Wecker klingelt. Frühstücken, schauen dabei auf die Uhr, um pünktlich aus dem Haus zu kommen. Als Lehrer verbringt man dann den Tag im 45 Minuten Rhythmus, als normaler Angestellter plant man eher im 90 Minuten Rhythmus von Termin zu Termin.

Noch während des schnell eingeworfenen Mittagessens werfen wir einen Blick auf die Uhr und planen wie der Tag weitergeht. Später am Tag geht es dann 15 Minuten jagen im Supermarkt. Und Abends liegen wir erschossen vor den digitalen Geräten, arbeiten weiter, denken an morgen oder schauen planlos irgendwelche Filmchen. Vom gemeinsamen Chillen keine Spur mehr.

Ich denke, dass das Problem klar geworden ist. Früher hat man, vereinfacht gesagt, nur auf den Moment geschaut. Heute schaut man nur noch auf die Uhr bzw. das Handy. Plant, hofft erwartungsvoll, dass die Unterrichtsstunde bald vorbei ist oder die aktuelle Konferenz, denkt an das, was morgen ansteht. Und selbst ohne Uhr ist es schwierig, ist doch unsere ganze Gesellschaft auf das Morgen ausgerichtet:

Was willst du mal werden?

Was wünschst du dir zu Weihnachten?

Wo sollen wir in den Urlaub hinfahren?

Was sollen wir diese Woche zu Essen einkaufen?

Welche Prüfungen schreibst du?

Aber nicht nur beim Planen der Zukunft legen wir den Fokus weg vom Moment. Wie oft habe ich von meinen Schülern schon gehört: „Wenn ich nur mehr Zeit gehabt hätte. Ich konnte doch eigentlich alles.“ Und manchmal stimmte es auch. Aber es sind halt Leistungsproben (Physik: Leistung = Arbeit pro Zeit). Und wer die gleiche Arbeit in kürzerer Zeit bewältigt hat, auch mehr geleistet und bekommt in diesem Fall die bessere Note. Wäre das nicht der Fall, müsste sich ja keiner mehr anstrengen.

Noch mehr Druck bauen dann Bücher auf wie „5 Dinge, die Sterbende bereuen“. Hier wird einem dann noch ständig die Endlichkeit des Lebens unter die Nase gerieben und was man alles tun soll, um „glücklich und zufrieden zu sterben.“ Frei nach der Melodie: Das Leben ist auch Leistung. Gewonnen hat, wer mehr Leben pro Lebenszeit abgearbeitet hat.

Aber so stimmt es halt nicht. Zum einen gibt es keinen Schiedsrichter am Ende. (Ich weiß, manche sehen das anders. Und vielleicht ist das auch so. Aber das wäre ein anderes Thema, welches beispielsweise in der Serie „Der Tatortreiniger – Anbieterwechsel“ diskutiert wird.) Und zum anderen weiß man ja auch nicht, wieviel Zeit man zur Verfügung hat. Und aus der suggerierten Angst vor der Endlichkeit des eigenen Lebens quetscht man alle möglichen Aktivitäten rein und ist dann schnell ausgepowert. Vor allem weil ja noch erschwerend hinzukommt, dass man nicht weiß, ob man wirklich die richtigen Sachen gemacht hat.

Die wahren Meister

Junge Kinder, Kindergartenkinder, haben all diese Probleme auch nicht. Sie spielen selbstvergessen ihre Spiele und merken dabei teilweise nicht mal, dass sie schon längst aufs Klo müssen. Wenn Sie Hunger haben, essen sie. Wenn sie müde sind, legen sie sich auch mal einfach irgendwo hin und schlafen.

Und warum können Kindergartenkinder das? Weil sie noch kein Gefühl für Zeit haben. Sie wissen nicht, was 45 Minuten sind. Mit Sätzen wie „In einer Woche kannst du ja wieder …..“ können sie nichts anfangen, da für sie mit „1 Woche“ nichts anfangen können. Und dass das Leben endlich ist, ist ihnen genauso wenig gegenwärtig wie Stress.

Meine Schlussfolgerung

Durch das Buch angeregt, möchte ich daher öfters mal versuchen so richtig zu chillen. Einfach mal nichts zu tun, wenn es auch nichts zu tun gibt und mir nicht gleich zu überlegen, was ich noch schnell machen könnte. Das schließt youtuben und Hobbies nachgehen mit ein. Einfach mal in die Lehrerküche setzen. Oder rausfahren und einfach in die Weite schauen oder spazieren gehen. Oder auf dem Sofa liegen und Gedanken-Zapping betreiben. Kein „Das könnte ich noch schnell kopieren / aufräumen / vorbereiten“. Kein „Für morgen muss ich noch dies oder jenes machen“. Denn all das kann ich ja auch noch später machen. Und wenn nicht, dann ist das meistens auch nicht so schlimm.

Ältere Beiträge Neuere Beiträge

© 2016 Lehrzeit

Theme von Anders NorénHoch ↑