Lehrzeit

Schule & Informatik

Kategorie: Sonstiges (Seite 2 von 77)

Was bislang passiert ist

In den vergangenen Wochen war es hier ein wenig ruhiger: Schule & Privatleben waren ein wenig turbulenter, wobei hier zweiteres nichts zur Sache tut.

Informatikabitur 2017

Das diesjährige, schriftliche Informatikabitur verlief problemlos. Die gestellten Aufgaben war recht unterschiedlich im Aufbau, so dass eine Auswahl leicht fiel. Gefragt wurden alle Standarddiagramme (Klassendiagramm, Objektdiagramm, Sequenzdiagramm, Zustandsdiagramm), wobei ich mir gewünscht hätte, dass die Aufgabenformulierung hie und da noch eindeutiger hätte sein können.

So unterscheide ich zwischen „Klassendiagrammen“, in denen nur die Klassennamen und Kardinalitäten vorkommen, das Kompositum-Entwurfsmuster stelle ich immer so dar und auch in der Angabe war es so gezeichnet. Ein „erweitertes Klassendiagramm“ umfasst dann auch Attribute und Methoden mit Datentypen und Sichtbarkeiten (public, private, protected). Meist wird eine Mischung angegeben (Aufgabe 2), was ich nicht für glücklich halte. Auch die Tatsache, dass man sich nicht konsequent an UML hält, finde ich fragwürdig. Wofür gibt es denn einen Standard, wenn man ihn nicht benutzt? Das hat dann auch in meinen Augen nichts mit didaktischer Reduktion zu tun.

P-Seminar

Mein diesjähriges P-Seminar befindet sich auf einem, wie ich finde, spannenden Weg. Vom ursprünglichen Ziel „Kurzfilme, die Informatik-Themen“ problematisieren, ist nur wenig übrig geblieben. Dafür wurde die Ausstellung des örtlichen Energie-Solar-Vereins digitalisiert. Diese benutzen immer noch Plakate in den Ausstellungen, was nun nicht mehr nötig ist. Ein Teil der Schüler haben hierfür die Inhalte der Plakate als Website umgesetzt, welche nun mit Hilfe eines Tablets (unten) und rollbaren Fernsehers interaktiv präsentiert werden kann.

Zum Glück wollten aber nicht alle programmieren, so dass noch einige tolle Kurzfilme rund ums Thema alternative Energie entstanden sind bzw. entstehen. Ich hoffe, dass ich hier einige zeigen kann, denn ich finde es wirklich großartig, was die Schüler geleistet haben.

Das das P-Seminar im Übrigen eine andere Wendung nahm, finde ich im Nachhinein nicht so schlimm. In meinen Augen sollte es im P-Seminar vor allem darum gehen, dass die Schüler sich einfach mal frei, aber dennoch zielgerichtet ausprobieren können. Denn nur so können sie sich selbst besser kennenlernen und einen sinnvollen nächsten Schritt bei ihrer Berufswahl treffen.

Die kommenden P-Seminare

Im nächsten Schuljahr werde ich meine 3D-Drucker wieder mehr aktivieren und Quadrokopter mit den Schülern bauen. Das wird nicht ganz billig (ca. 150 Euro pro Modell), aber dafür gehört das Modell dann auch den Schülern. Allerdings werden wir gehörig auf die rechtliche Seite aufpassen müssen, hat sich da doch, dank einiger Spinner, die Lage doch sehr verschärft. Einfach so rumfliegen ist nicht mehr. Dennoch hoffe ich, dass wir tolle Flugrennen haben werden oder interessante Flugaufnahmen der Schule.

Beim Lesen meiner diversen abonnierten Blogs stieß ich auf den Hinweis, dass der Faust nun auch in Handschrift vorliegt. Hierzu haben 229 Personen jeweils einen Teil des Werks abgeschrieben, das Ganze wurde gebunden und kann nun beim X47-Verlag gekauft werden.Der Verlag bietet für den ein oder anderen Leser vielleicht noch weitere interessante Werke. Einfach mal vorbeischauen.

Das Konzept des Abschreibens erinnerte mich an irgendeine Religionslehrerin oder -lehrer, der als „Zusatzaufgabe bei Unterrichtsstörungen“ in seinem / ihren Unterricht immer eine Seite der Bibel abschreiben ließ. Am Ende seiner Schullaufbahn hatte er oder sie eine komplett handschriftliche Bibel. Eine schöne Idee. Schade, dass es so etwas nicht auch in Informatik gibt: DAS eine grundlegende Werk, das man kennen sollte. Mir würden zwar einige in Frage kommenden Werke einfallen, aber keines spielt im Unterrichtsgeschehen die eine Rolle, wie sie die Bibel oder ein Faust spielt.

Graphologie hat mich auch schon immer interessiert. Und bei der Menge an gefundene Handschriften in dem Buch, hätte man geügend Übungsmaterial. Schade, dass die Graphologie nicht für ein ganzes P-Seminar reicht im Fach Informatik reicht…. oder …. einen Roboter bauen, der handschriftlich schreibt?

Die andere Seite

Und dann ist da noch die andere Seite des Unterrichts, nämlich die des Vaters. Mein ältester Sohn ist selbst in der 11. Klasse und es für mich spannend zu erleben, wie Kollegen einer anderen Schule Unterricht P-Seminare gestalten:

  • Wieso muss man auf drei Berufsinformationsmessen gehen, wenn man weiß, was man mal studieren will?
  • Wieso muss jetzt mit Gewalt eine Sponsor gesucht werden, wenn es keinen gibt, den das Thema das P-Seminars interessiert?
  • Wieso müssen die Schüler alles in der Schule machen, wenn es manchmal besser ist, wenn Sie mal ein ganzes Wochenende oder wenigstens eine Tag an dem Thema zu Hause durcharbeiten?

Ich muss realisieren, dass viele Wege durch ein P-Seminar führen und „viel zu lernen ich noch habe“.

Informatik 11. Klasse

Inzwischen habe ich mein Graphen-Programmieren auf Basis mit Processing verbessert und die Tiefensuche kann nun schrittweise „durchgeklickt“ werden. Hierzu habe ich den Tiefensuche-Algorithmus nicht mehr rekursiv wie bisher implementiert, sondern – was ich bis jetzt noch gar nicht wusste, mit Hilfe eines Stacks. Auf diesem Stack liegen die als nächstes zu untersuchenden Knoten.

Ein ähnliches Konzept gibt es auch für die Breitensuche: Hier werden die noch zu untersuchenden Knoten allerdings in einer Queue verwaltet. Schade, dass ich diese Zusammenhänge erst jetzt entdeckt habe, denn so habe ich einen logischen Zusammenhang zwischen dem ersten Halbjahr und dem zweiten Halbjahr bislang noch gar nicht genutzt.

Hier also das BlueJ-Projekt: TiefensucheProcessingAnim

Einfach das Programm mit BlueJ oä starten, dann einen Knoten mit ’s’+Mausklick als Startknoten grün markieren. Dann ‚a‘ drücken, um den Algorithmus zu starten und anschließend ’s‘  für jeden Algorithmus-Schritt. Im Hintergrund wird der Stack jeweils mitausgegeben.

Die Breitensuche habe ich noch nicht umgesetzt, da wir im Unterricht jetzt beim Dijkstra sind. Danach noch Projektmanagement und das finale Endprojekt.

Tiefensuche mit Processing

Basierend auf meinem letzten Beitrag habe ich jetzt noch die Tiefensuche mit Hilfe einer Adjazenzmatrix implementiert. Besuchte Knoten werden mit Gelb markiert und der aufspannenden Baum besteht aus gelben Kanten.

Die Knoten 1 und 7 wurden nicht besucht, was man an dem fehlenden gelben Punkt sieht. Ob ein Graph zusammenhängend ist, lässt sich daher mit der Tiefesuche feststellen.

Zum besseren Verständnis habe ich noch das in meinem Fall benötigte besucht[]:boolean – Feld ausgeben lassen, sowie den zu jedem Knoten gehörigen Vorgänger-Knoten, den ich in einem Feld vorgaenger[]:int speichere.

Die darüberstehenden Zahlen gibt die Durchlaufreihenfolge der Knoten wieder.

Den bisherigen Stand biete ich hier wieder zum Download an: ProcessingTiefensuche

Im nächsten Schritt möchte ich natürlich den schrittweisen Durchlauf animiert darstellen. Aber dazu muss ich die rekursive Implementierung des Algorithmus aufbrechen, damit bei jedem Durchlauf der draw()-Methode nur 1 Schritt gemacht wird.

didacta 2017

Einen Tag war ich auf der didacta und habe mich durch die Hallen treiben und informieren lassen. Jetzt sitze ich zu Hause vor einem Berg von Prospekten und Mitbringseln, die ich erst mal sichten muss: WLAN, Server, zentrale Software-Lösung, Bücher, digitale Tafeln und Computer waren meine Themen, wegen denen ich gekommen war. Unsere Schule soll renoviert werden und ich möchte das zum Anlass nehmen und eine Runderneuerung unser IT-Infrastruktur durchführen. Und um nicht alles gleich wieder zu vergessen, möchte ich daher für mich, aber auch andere Interessierte hier eine kleine Zusammenfassung erstellen.

IT-Strukturlösungen

Angefangen habe ich bei Dr. Kaiser, da er einfach am Eingang der Halle 4 war. Vor Jahren hatten wir mal den PC-Wächter im Einsatz, bis die Computer zu klein wurden. Dann kam noch ein Wechsel auf eine gemischte Landschaft aus PC und Apple-Computern bzw. -Server zum Einsatz und das wars erstmal für die Lösungen von Dr. Kaiser.

Im vergangenen Jahr machte ich allerdings eine Fortbildung zum Thema Datenschutz und habe erlebt, was ein NAS innerhalb eines Schulnetzwerk alles machen kann. Und so kam es, dass ich wieder auf Dr. Kaiser kam. Dr. Kaiser bietet hier tatsächlich eine komplette NAS-Lösung, genannt DKS-Station, in unterschiedlichen Größen mit Software-Verteilung, Schutz der PCs und pädagogischer Software an. Prima! Dazu noch AccessPoints in der ganzen Schule, die auch eine Lastverteilung machen und ich wäre zufrieden. Die APs von UbiQuiti oder Bintec sind da bei mir momentan die Favoriten, wobei Bintec sogar Schulrabatt gibt – glaube ich.

Als nächstes war ich bei einem der große und erfahrenen Platzhirsche: sbe. Die bieten mit LogoDidact so etwas wie die eierlegenden Wollmilchsau an: Basierend auf einem Linux-Server erfolgt die üblichen Benutzerverwaltungs-Funktion. Die Computer werden nicht so geschützt wie bei Dr. Kaiser, sondern immer wieder über ein Vergleich mit einem Image zurückgesetzt – so habe ich es zumindets verstanden. Bei einer so heterogenen Lösung wie bei uns, hätte ich da etwas Sorge. ABER: die Nachbar-Realschule hat das System seit Jahren im Einsatz. Ich werde also mal vorbeischauen und mich vor Ort informieren. Ein weiterer Vorteil ist die integrierte WLAN-Steuerung.

Die Firma aixconcept bietet etwas ähnliches, aber stellt noch mehr zur Verfügung: Egal, ob es jetzt um die Software Microsoft Schule 365 oder Hardware geht. Hier bekommt man einfach alles. Was mich dann zwar auf der einen Seite stutzig macht, aber von der Benutzeroberfläche war es zumindest angenehmer wie beispielweise Dr. Kaiser. Wenn gleich es eigentlich auch nur darum geht eine darunter liegenden Windows-Server zu benutzen.

snv+Timago ist eine ähnliche Zusammensetzung wie LogoDidact nur das die Nachbarschule, das System nicht schon seit Jahren einsetzt. Und einen erfahrenen Admin in Reichweite zu haben, halte ich für ausgesprochen wichtig.

Fazit: Ich werde mir LogiDidact anschauen und mich dann wohl zwischen sbe und Dr. Kaiser entscheiden. Dr. Kaiser finde ist im Moment aber noch mein Favorit.

Möbel und Tafel

Da unsere Schule erneuert wird, brauchen wir auch neue Pulte. Ich habe zwar keine Ahnung, ob ich Einfluss darauf habe, aber ich würde mir wünschen, dass wir Pulte von der Partner-Firma von wende.interaktiv (galneo-booard) bekommen. Leider habe ich den Namen nicht aufgeschrieben, aber ich habe meine Email hinterlassen und werde das nachreichen.

Nachtrag: Die Firma heißt inobjekt. Es gibt auch ein entsprechendes Video über das Pult.

Der Vorteil: es ist eine kleinere Firma, da damit auf individuelle Wünsche eingehen kann. Anders als VS. Und die zum Beispiel das Pult abschließbar macht, aber keine neuen, kleinen Schlösser dafür benötigt. Die Pulte lassen sich mit dem normalen Lehrerschlüssel öffnen.

Das Galneo-Board haben wir im Übrigen bereits bei uns im Einsatz und im Vergleich zu Promethean bin ich von der Qualität des Boards sehr überzeugt. Hinzu kommt, dass sie jetzt eine sehr breite Tafel mit einer sehr guten Qualität habe: das 98i HD. Diese Tafel lässt sich auch mit Markern der Firma beschreiben ohne das man einen Computer benötigt, was in meinen Augen immer möglich sein sollte.

Für Freunde der mobilen Computer-Lösung, das werden wir leider auch noch eine Weile bleiben, gibt es die Firma kalisch-System mit ihrer Linie MobiVisio, die sehr robust wirkende Rollcontainer für Beamer mit Computer und Dokumentenkamera anbietet.

Tabletkoffer gibt es u.a. bei der englischen Firma parotec . Eine deutsche Lösung ist der tabty-Wagen von compustore von denen wir zwei im Einsatz haben.

Und bei mobiles-lernen.eu kann man die zugehörigen iPads leasen, wenn man mag.

Sonstiges

Zwei Sachen fand ich dann noch interessant: Zum Einen gibt es bei netschool eine WhatsApp-ähnliche Lösung namens schul-messenger, die mir gut gefallen hat, da es Apps dafür gibt. Man kann so Gruppen-Chats mit Schüler/Klassen einrichten, Datei hochladen. Termine einfach vereinbaren, HA und Musterlösungen dazu verbreiten. Super!

EmQopter ist eine Firma, die sich auf den Einsatz von Drohnen(-Bausätzen) in der Lehre einsetzt. Leider hatte ich keine Zeit mehr mit Ihnen zu sprechen. Aber ich habe im kommenden Schuljahr ein P-Seminar „Quadrokopter bauen mit dem 3D-Drucker“ und ich werde bestimmt Hilfe dabei brauchen.

Und, ganz wichtig, als Belohnung, dass ich mich auf den langen Weg gemacht habe, gab es noch Stifte fürs Urban Sketching von Caran D’Ache und eine Handpuppe fürs Bauchreden. Erstes kann ich ganz passabel, letzteres noch gar nicht. Aber ich freue mich schon, wenn Horst Hacker vielleicht meinen Siebtklässlern irgendwann das Internet erklärt. Mal abwarten.

Und zum Schluss gab es noch ein Comic von meinem Lieblingsdidaktiker Martin Kramer von dem ich schon manche Anregungen aus dem Buch „Schule ist Theater“ meinen Unterricht  übernommen habe. Ich finde zwar den Einsatz von Fach-Comics immer etwas merkwürdig, aber das wird vielleicht mal ein anderer Blogeintrag.

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