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EVA

Eigentlich klappt das mit dem Schreiben im Moment nicht so gut, da ich mir das Handgelenk gebrochen habe und mich nun mit dem Auflegen der Hand etwas schwer tue. Aber wenn das innere Aufregen groß genug wird, dann muss auch das mit dem Schreiben klappen.

An der Schule meines Sohnes haben sie ein ganz tolles Konzept zur Verschleierung von ausgefallenen Stunden entwickelt: Jeder Stunde, die eigentlich in der zehnten Jahrgangsstufe ausfallen würde, wird zu …. tata …. EigenVerantwortlichem Unterricht, kurz EVA. Das bedeutet, dass die Schüler unbeaufsichtigt in einem Klassenzimmer sitzen und „arbeiten“; wobei es in der Regel keinen Arbeitsauftrag gibt und auch keine Anwesenheitskontrolle gibt. Was dann stattfindet ist, dass einige Schüler Hausaufgaben machen oder sich auf eine Schulaufgabe vorbereiten oder Vokabeln lernen. Oder aber auch nur auf dem Handy spielen und schreiben.

Was vielleicht in einer 3. oder 4. Stunden noch Sinn macht, macht in der ersten und einzigen Stunde am Nachmittag überhaupt keinen Sinn! Warum sollte man sich die Mittagspause um die Ohren schlagen und dann 1 Stunde EVA haben? Da könnte man doch genauso gut nach Hause gehen, oder? Aber Hauptsache alle Stunde haben stattgefunden.

Welche merkwürdigen Vertretungsstundenkonzepte kennt ihr noch?

 

Programmieraufgabe 78

Eigentlich hätte ich gedacht, dass ich diese Aufgabe schon längst mal aufgenommen hatte, stimmte aber nicht. Dabei ist sie zu Beginn der Q11 super zum Glätten der Leistungsunterschiede bei den Schülern und um schon mal zu sehen, wer was kann und wie gut. Außerdem lässt sich prima die Warteschlange als einfach verkettete Liste motivieren, da die Aufgabe mit einem Array umgesetzt nicht sehr performant ist.

Aufgabe 78
Schreibe ein Programm zur Verwaltung der Taxiwarteschlange an einem beliebigen Bahnhof.
Benutze dabei ein Feld Taxi, wobei die Anzahl der Taxen vom jeweiligen Bahnhof abhängt.

Die Klasse Taxi muss mindestens das Attribut fahrerName besitzen.

Implementiere für die Klasse TaxiWarteschlange mindestens folgende Methoden:

1.) pop() entfernt das vorderste Taxi
2.) push(neuesTaxi) hängt ein Taxi hinten an.
3.) aufruecken() rückt alle Taxen um 1 nach vorne und wird nach der Ausführung von pop() benötigt.

Die Überleitung bzw. Motivierung zur einfach verketteten Liste geschieht dann durch folgendes Szenario: Ein Taxifahrer hat eventuell einen Dauerkunden, der immer zu einer bestimmten Uhrzeit abgeholt werden muss (z.B. eine Dialysepatient). Daher kann ein Taxi auch mal aus der Mitte der Warteschlange herausfahren. Daraufhin müssen entsprechend  alle Taxen aufrücken.

Die Lösung dieses Problems mag für einen erfahreren Programmierer einfach sein. Für viele Schüler ist es aber überhaupt nicht. Oft bekomme ich eine Lösung mit drei geschachtelten Schleifen, also O(n3), anstelle einer einfachen, linearen Lösung.

Während meine Schüler das im Moment mit Java umsetzen, versuche ich mich an Python. Was nicht ganz einfach ist, da die Syntax dann doch zunächst sehr anders ist. Hier ein kleiner Auszug vom Start:

class TaxiSchlange:
    def __init__(self):
        self.__schlange = []

    def push(self, neuesTaxi):
        self.__schlange.append(neuesTaxi)

    def p(self):
        for el in self.__schlange:
            el.p()

Als erstes gibt es kein private oder public, in Python geht das mit Unterstrichen. Es gibt statt Arrays, Tupel bzw. statt ArrayListen die Listen. Die habe ich oben bemüht. Wodurch aber manches anders wird. Auch das Attribute erst im Konstruktor, der hier __init__ heißt, definiert werden, fand ich ungewöhnlich. Aber mit der Zeit wird man sich wohl daran gewöhnen.

Man muss nur arbeiten

So lässt sich grob zusammenfassen, was der ehemalige Berliner Schüler David Weinstock in seinem Buch „Schluss mit ungenügend!“ anderen Schülern zur Verbesserung der schulischen Noten rät.

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Das ist jetzt nicht wirklich etwas Neues, aber ich finde es schön, das von einem Schüler bestätigt zu bekommen.

Aber das ist nicht der einzige Grund, warum ich das Buch jedem Elftklässler nur empfehlen kann. Der Autor geht sehr detailliert auf die einzelnen Elemente der Unterrichts- und Klausurvorbereitung ein, schildert Taktiken für das richtige Melden (womit er auch recht hat) oder erklärt geschicktes Verhalten gegenüber seinen Mitschülern.

Insgesamt kann man also sagen, dass man durch normales Lernen vielleicht im Schnitt auf eine 3 kommt, mit optimierten Vorbereiten auf eine 2 und durch geschicktes Unterrichtsverhalten dann auch auf eine 1. Und gerade wegen dem letzten Punkt empfehle ich dieses Buch all meinen Oberstufenschülern. Denn diese Übersehen oftmals die Bedeutung der mündlichen Note in der 11. und 12. Klasse.