Lehrzeit

Schule & Informatik

Kategorie: Sonstiges (Seite 1 von 75)

didacta 2017

Einen Tag war ich auf der didacta und habe mich durch die Hallen treiben und informieren lassen. Jetzt sitze ich zu Hause vor einem Berg von Prospekten und Mitbringseln, die ich erst mal sichten muss: WLAN, Server, zentrale Software-Lösung, Bücher, digitale Tafeln und Computer waren meine Themen, wegen denen ich gekommen war. Unsere Schule soll renoviert werden und ich möchte das zum Anlass nehmen und eine Runderneuerung unser IT-Infrastruktur durchführen. Und um nicht alles gleich wieder zu vergessen, möchte ich daher für mich, aber auch andere Interessierte hier eine kleine Zusammenfassung erstellen.

IT-Strukturlösungen

Angefangen habe ich bei Dr. Kaiser, da er einfach am Eingang der Halle 4 war. Vor Jahren hatten wir mal den PC-Wächter im Einsatz, bis die Computer zu klein wurden. Dann kam noch ein Wechsel auf eine gemischte Landschaft aus PC und Apple-Computern bzw. -Server zum Einsatz und das wars erstmal für die Lösungen von Dr. Kaiser.

Im vergangenen Jahr machte ich allerdings eine Fortbildung zum Thema Datenschutz und habe erlebt, was ein NAS innerhalb eines Schulnetzwerk alles machen kann. Und so kam es, dass ich wieder auf Dr. Kaiser kam. Dr. Kaiser bietet hier tatsächlich eine komplette NAS-Lösung, genannt DKS-Station, in unterschiedlichen Größen mit Software-Verteilung, Schutz der PCs und pädagogischer Software an. Prima! Dazu noch AccessPoints in der ganzen Schule, die auch eine Lastverteilung machen und ich wäre zufrieden. Die APs von UbiQuiti oder Bintec sind da bei mir momentan die Favoriten, wobei Bintec sogar Schulrabatt gibt – glaube ich.

Als nächstes war ich bei einem der große und erfahrenen Platzhirsche: sbe. Die bieten mit LogoDidact so etwas wie die eierlegenden Wollmilchsau an: Basierend auf einem Linux-Server erfolgt die üblichen Benutzerverwaltungs-Funktion. Die Computer werden nicht so geschützt wie bei Dr. Kaiser, sondern immer wieder über ein Vergleich mit einem Image zurückgesetzt – so habe ich es zumindets verstanden. Bei einer so heterogenen Lösung wie bei uns, hätte ich da etwas Sorge. ABER: die Nachbar-Realschule hat das System seit Jahren im Einsatz. Ich werde also mal vorbeischauen und mich vor Ort informieren. Ein weiterer Vorteil ist die integrierte WLAN-Steuerung.

Die Firma aixconcept bietet etwas ähnliches, aber stellt noch mehr zur Verfügung: Egal, ob es jetzt um die Software Microsoft Schule 365 oder Hardware geht. Hier bekommt man einfach alles. Was mich dann zwar auf der einen Seite stutzig macht, aber von der Benutzeroberfläche war es zumindest angenehmer wie beispielweise Dr. Kaiser. Wenn gleich es eigentlich auch nur darum geht eine darunter liegenden Windows-Server zu benutzen.

snv+Timago ist eine ähnliche Zusammensetzung wie LogoDidact nur das die Nachbarschule, das System nicht schon seit Jahren einsetzt. Und einen erfahrenen Admin in Reichweite zu haben, halte ich für ausgesprochen wichtig.

Fazit: Ich werde mir LogiDidact anschauen und mich dann wohl zwischen sbe und Dr. Kaiser entscheiden. Dr. Kaiser finde ist im Moment aber noch mein Favorit.

Möbel und Tafel

Da unsere Schule erneuert wird, brauchen wir auch neue Pulte. Ich habe zwar keine Ahnung, ob ich Einfluss darauf habe, aber ich würde mir wünschen, dass wir Pulte von der Partner-Firma von wende.interaktiv (galneo-booard) bekommen. Leider habe ich den Namen nicht aufgeschrieben, aber ich habe meine Email hinterlassen und werde das nachreichen.

Nachtrag: Die Firma heißt inobjekt. Es gibt auch ein entsprechendes Video über das Pult.

Der Vorteil: es ist eine kleinere Firma, da damit auf individuelle Wünsche eingehen kann. Anders als VS. Und die zum Beispiel das Pult abschließbar macht, aber keine neuen, kleinen Schlösser dafür benötigt. Die Pulte lassen sich mit dem normalen Lehrerschlüssel öffnen.

Das Galneo-Board haben wir im Übrigen bereits bei uns im Einsatz und im Vergleich zu Promethean bin ich von der Qualität des Boards sehr überzeugt. Hinzu kommt, dass sie jetzt eine sehr breite Tafel mit einer sehr guten Qualität habe: das 98i HD. Diese Tafel lässt sich auch mit Markern der Firma beschreiben ohne das man einen Computer benötigt, was in meinen Augen immer möglich sein sollte.

Für Freunde der mobilen Computer-Lösung, das werden wir leider auch noch eine Weile bleiben, gibt es die Firma kalisch-System mit ihrer Linie MobiVisio, die sehr robust wirkende Rollcontainer für Beamer mit Computer und Dokumentenkamera anbietet.

Tabletkoffer gibt es u.a. bei der englischen Firma parotec . Eine deutsche Lösung ist der tabty-Wagen von compustore von denen wir zwei im Einsatz haben.

Und bei mobiles-lernen.eu kann man die zugehörigen iPads leasen, wenn man mag.

Sonstiges

Zwei Sachen fand ich dann noch interessant: Zum Einen gibt es bei netschool eine WhatsApp-ähnliche Lösung namens schul-messenger, die mir gut gefallen hat, da es Apps dafür gibt. Man kann so Gruppen-Chats mit Schüler/Klassen einrichten, Datei hochladen. Termine einfach vereinbaren, HA und Musterlösungen dazu verbreiten. Super!

EmQopter ist eine Firma, die sich auf den Einsatz von Drohnen(-Bausätzen) in der Lehre einsetzt. Leider hatte ich keine Zeit mehr mit Ihnen zu sprechen. Aber ich habe im kommenden Schuljahr ein P-Seminar „Quadrokopter bauen mit dem 3D-Drucker“ und ich werde bestimmt Hilfe dabei brauchen.

Und, ganz wichtig, als Belohnung, dass ich mich auf den langen Weg gemacht habe, gab es noch Stifte fürs Urban Sketching von Caran D’Ache und eine Handpuppe fürs Bauchreden. Erstes kann ich ganz passabel, letzteres noch gar nicht. Aber ich freue mich schon, wenn Horst Hacker vielleicht meinen Siebtklässlern irgendwann das Internet erklärt. Mal abwarten.

Und zum Schluss gab es noch ein Comic von meinem Lieblingsdidaktiker Martin Kramer von dem ich schon manche Anregungen aus dem Buch „Schule ist Theater“ meinen Unterricht  übernommen habe. Ich finde zwar den Einsatz von Fach-Comics immer etwas merkwürdig, aber das wird vielleicht mal ein anderer Blogeintrag.

Programmieraufgabe 93

Vor ein paar Tagen war die freie App der Woche bei iTunes das Spiel „Lifeline: Das Experiment„. Hierbei geht es irgendwie darum, einem in der Arktis Gestrandeten zu helfen. Er weiß nicht mehr wer ist oder warum er dort ist. Das Ganze ist als reines Textadventure angelegt, da die einzige Kommunikation mit der Figur Adams über einen Kommunikator läuft. Das Spiel verläuft mehr oder weniger im Echtzeitmodus. Wenn er also beispielsweise schreibt, dass er Holz suchen geht, hört man auch mal drei Stunden nichts. Das macht die Sache ganz angenehm, aber auch manchmal langweilig, da man ewig warten muss bis es weiter geht.

Praktisch finde ich dagegen die Steuerung. Man muss keinen Text eingegeben, sondern bekommt nur zwei Antwortalternativen von denen man eine anklickt. Auf einen Parser wie bei den Spielen von Infocom, die wohl einen der besten entwickelt haben, wird dabei verzichtet. Das macht das Spiel auch praktisch für unterwegs auf dem Handy. Man ist allerdings auch nicht wirklich frei in den Spielzügen. Dass es dennoch genügend Spielsituationen gibt, kann man mit seinen Schülern in 11/2 beim Thema Binärbäume ja mal überlegen.

Jetzt aber zur Aufgabe, die sich wunderbar in der 10. Klasse, wenn man Verzweigungen eingeführt hat, schon mal umsetzen kann. Sicher nicht die beste Möglichkeit, aber EINE Möglichkeit.

Aufgabe

Erstelle ein Textadventure bei dem eine Spielfigur mit dem eigentlichen Spieler schriftlich kommuniziert.

Der Spieler kann dabei immer nur zwischen den Alternativantworten A und B wählen. Die Spielfigur erzählt was sie macht oder sieht und fragt dann immer weiter, wie es weitergehen soll.

Das Ganze kann man natürlich auch mit Arrays später nochmal machen. Denn Binärbäume lassen sich auch in einem Array speichern, wie man bei wikipedia u.a. nachlesen kann.

Wer noch einen drauflegen will, der packt die Aufgabe dann doch in die 11. Klasse. Hier lässt sich dann noch wunderbar über das Zurücknehmen der Züge nachdenken. Denn wenn einem die Spielfigur weg stirbt, kann man zu einem beliebigen Punkt zurückgehen und seine Entscheidung ändern. Das Merken der Züge passiert dann entweder in einem Stack, der wieder abgebaut wird oder das Spiel wurde tatsächlich als Binärbaum aufgebaut und der Spieler, in dem Fall ich, kann einfach die Vorgängerknoten in dem Baum Richtung Wurzel zurückgehen.

Eine andere Variante wäre noch die Implementierung mit Hilfe eines Zustandsautomaten in der 10. Klasse. Das Alphabet besteht aus den Buchstaben A und B (s.o.). Je nach aktuellem Spielzustand wird abhängig vom ausgewählten Zustand einer von zwei möglichen Nachfolgezuständen ausgewählt. Durch den Übergang wird ein anderer Text der Spielfigur angezeigt.

Alles in allem also eine wirklich schöne Aufgabe, egal, ob sie nun umgesetzt wird oder ob man nur mal darüber redet.

Ach ja, was man nicht vergessen darf, ist die Problematik der Geschichte. Hier kann man eventuell auf (Kurz)geschichte versuchen auszuweichen. Oder man schreibt selbst welche. Letzteres würde ich irgendwie versuchen auf die gesamte Klasse zu verteilen.

Die Schüler sind dann quasi die Zustände oder Knoten. Ein Schüler wird zur Wurzel erklärt und schreibt die Einleitung (5 Sätze oder so). Am Ende schreibt er zwei Antwortalternativen auf. Die zwei Nachfolgezustände (zwei andere Schüler), schreiben dann wieder ca. 5 Sätze dazu und geben wieder zwei Antwortalternative an. Bei rund 30 Schülern kommt man so auf knapp 5 Entscheidungen des Spielers. Noch nicht so viel, aber wenn man die Figur frühzeitig Sterben lässt, fallen ganze Zweige der Baumstruktur weg und man kann die Entscheidungstiefe vergrößern. Im Idealfall hat dann jeder Schüler was zu schreiben und für die nächste Runde muss dann die Hälfte aller Antwortalternativen direkt zum Tod der Spielfigur führen. Man erzeugt einen nicht vollständigen Baum mit genau so viel Verzweigungen pro Ebene, wie Schüler in der Klasse.

So kann man als Lehrer die Blätter am Ende eines Zyklus immer einsammeln, ich als Lehrer entscheide, welche Antwort zum Tod führt und markiere die Alternative dementsprechend und kontrolliere, dass es wirklich genau so viel Antworten wie Schüler übrigbleiben. Danach verteile ich die Texte wieder an die Schüler. Jede Geschichte ist damit ein Pfad von der Wurzel bis zu einem Blatt.

Das ließe sich im übrigen auch digital machen, in dem die Texte an einer zentralen Stelle, wegen mir auch mebis, verwaltet werden. Schöner wäre jetzt eine Software, aber da kenne ich keine. Vielleicht kann man so etwas im Rahmen eines P-Seminars ja mal programmieren.

Insofern kann man aus dieser Aufgabe gleich noch zwei weitere erzeugen:

Aufgabe 1

Schreibe mit deiner Klasse eine Geschichte als Basis für ein solches Spiel

Aufgabe 2

Entwickle eine Software zum Erzeugen solcher Geschichten.

1 Jahr 3D-Drucker

Seit ungefähr 1 Jahr haben wir nun unseren 3D-Drucker (xbot 155) in der Schule stehen und seit ungefähr 2 Wochen noch einen zweiten, größeren mit zwei Farben (xBot 320). Beide Drucker kommen aus Österreich von der Firma reprap.cc . Und das nicht nur, weil sie einen tollen Support haben. Dadurch, dass sie Erfahrung mit Schulen haben, verstehen sie sehr gut, wenn ich meine Probleme schildere.

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Die Drucker der Firma haben eine Spitzenauflösung mit 0.1mm, haben ein beheizbares Bett und der xBot320 einen sehr großen Druckraum mit 320mm x 250mm x 250mm und es kann zweifarbig gedruckt werden. Und das alles zu den üblichen Preisen. Nun aber zu meinen Gedanken bzw. Ergebnissen.

Aufbau, Inbetriebnahme & Drucken

Die gelieferten Drucker sind fertig zusammengebaut und müssen nur aufgestellt werden. Die benötigte Software wird dann aus dem Internet geladen und installiert und dann geht es los: Das Kalibirieren und Feintuning der Drucker. Man glaubt gar nicht, an wie viel Stellen man justieren kann, um einen Druck zu verbessern… und das muss man nicht nur einmal machen, sondern jedesmal. Jedes Filament, selbst wenn es vom gleichen Hersteller kommt und nur eine andere Farbe hat, unterscheidet sich in Drucktemperatur und -geschwindigkeit, Fluss, Schichthöhe, Kühlung etc. Die Temperatur des Druckbetts muss angepasst werden, eventuelle Stützstrukturen ergänzt werden, die später mit sehr scharfen Messern wieder vorsichtig entfernt werden müssen.

Damit ich nicht immer suchen muss, habe ich alle relevanten Infos unter einen eigenen Seite im Menü oben untergebracht.

Ergebnisreihe des Testschiffchens Benchy

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Das Druckbett und damit die Haftung auf dem Druckbett ist auch immer wieder mal ein Problem. Mal ist der Druckkopf zu weit weg, mal zu eng, mal ist es zu heiß, mal zu kalt. Mal ist Kaptonband besser, mal eine Dauerdruckplatte, mal nur Haarspray auf Glas. So einfach wie mal ein buntes Papier zu drucken, ist es einfach nicht. Auch müssen die Drucker im Grunde immer beaufsichtigt sein, da immer mal was schief gehen kann. Im normalen Schulbetrieb ist das nur schwierig möglich.

Das Drucken kann sehr schnell mal mehr als zwei Stunden in Anspruch nehmen. Wir hatten schon Druckzeiten von 10 Stunden für ein Modell, so das das Arbeiten mit z.B. Unterstufenschülern schwierig ist, da diese gerne natürlich ihr Modell sofort mitnehmen wollen.

Erzeugen von STL-Dateien

Das nächste Problem ist das Erzeugen der STL-Dateien zum Drucken. An sich ist geht das Erzeugen an sich eigentlich Problemlos, ABER das Entwerfen eines 3D-Modells in einer Software ist nicht trivial. Wir benutzen dazu vor allem tinkercad.com . Das Programm ist so einfach zu benutzen, dass eintlich jeder damit zurecht kommt – denkt er. Spätestens beim Slicer in der Druckersoftware erkennt man dann die Problem. Da genügt dann ein 0.1mm zu hoch gesetztes Rad eines Autos und schon wird der Druck problematisch. Wenn man es rechtzeitig gemerkt hat, muss man Stützmaterial hinzurechnen lassen, Wenn man es nicht merkt, haftet das Modell vielleicht nicht und der ganze Druck geht dann den Bach runter.

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Das nächste Problem ist dann: WAS soll gedruckt werden. Ich musste tatsächlich feststellen, dass Schüler in diesem Punkt nicht so viele Ideen haben. Es wurden keine Handyhüllen gedruckt oder andere kleine Gimmicks wie Salzstreuer oder Handyhalterungen. Und auch ich tue mich schwer, mir immer was neues einfallen zu lassen. Im Moment laufen Plätzchenausstecher sehr gut. Und über die Seite cookiecaster lassen sich auch schnell Formen entwerfen. Zumindest, wenn man keine Ausstechformen mit Vertiefungen haben will.

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Interessanterweise sind zum Beispiel unsere Kunstlehrer auch noch nicht mit aufgesprungen. Dabei dachte ich, dass gerade diese im 3D-Druck Möglichkeiten sehen: Industriedesign & Architektur liegen doch auf der Hand.

Aber vielleicht habt ihr noch Ideen?

 

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