Lehrzeit

Schule & Informatik

Autor: Ingo Bartling (Seite 1 von 142)

Kompetenz im Informatikunterricht

Am Ende des vergangenen Schuljahres hielt ich noch eine Fachsitzung Informatik ab und der Themenschwerpunkt war natürlich der neue Lehrplan mit seiner Kompetenzorientierung. Was soll ich sagen: Ich tue mich schwer damit. Und zwar, weil ich am Ende der 10. Klasse gerne kompetente Informatiker (im Rahmen des Lehrplans) hätte.

Aber wenn ich Schüler habe, die aus langen Angabentexten zwar sehr gut Klassen- , Objekt-, Sequenz- und Zustandsdiagramme zeichnen können, Datentypen kennen und Modellieren können, aber keine for-Wiederholung in Java programmieren können, keine Algorithmen entwickeln können, dann habe ich in meinen Augen keine kompetenten Informatiker. Und doch würden diese Schüler wahrscheinlich die Hälfte der Punkte des praktischen Informatikabiturs (1. Teil) holen. Wer mag, kann sich die Lösungen des bayerischen Abiturs ja mal anschauen. Es werden Diagramme gefragt und in meinen Augen einfache, teils einzeilige Programmierungen auf reinem Transfer-Niveau:

Beispiel aus 2017/I:

public void einfuegen(TICKET ticket) {
    erstes = new KNOTEN(ticket);
}

public TICKET suchen(String kennzeichen) {
    return erstes.suchen(kennzeichen);
}

Natürlich kommen im Abitur auch Themen aus der elften Jahrgangsstufe, wie Bäume und Graphen dran, aber auch hier geht es oft nur um Diagramme. Ab und zu kommt mal eine Adjazenzmatrix vor und ein im Unterricht behandelter (Durchlauf)-Algorithmus muss in Pseudocode angegeben werden.

Habe ich also zu hohe Anforderungen in dem ich erwarte, dass Schüler Ende der zehnten Klasse auch noch Programmieren können? Programmieren über das Schreiben von get/set-Methoden hinaus? Methoden also, die ich in Sprachen wie Python so gut wie nie brauche, da hier die Attribute standardmäßig öffentlich sind. Oder wie damals unter OSX und Objective-C. Hier werden die get/Set-Methoden automatisch durch XCode generiert. Könnte ein Aufgaben-Generator, wie ihn Herr Rau jetzt programmiert hat, zur Kompetenzsteigerung beitragen? Wenn ja, welche genaue Kompetenz?

Zu Beginn der elften Klasse lasse ich, sozusagen zum Wiederreinkommen folgendes Programm schreiben:

Schreibe ein Programm, dass zu einer gegebenen Kilometerzahl und einer gegebenen Zeit je nach eingegebenen km-Intervall die Zwischenzeiten ausgibt.

So soll ein Aufruf

gibIntervalle(10, new MyTime(1,0,0), 2)

folgende Ausgabe liefern:

2km   0:12:0
4km   0:24:0
6km   0:36:0
8km   0:48:0
10km  1:00:0

Das Ergebnis: Die erste Hälfte der Schüler scheitert daran, dass sie nicht wissen wo anfangen, da ein detailierter Angabentext, wie er beispielsweise im Abitur vorkommt und den man mit dem Schema Substantiv ist Klasse oder Attribut, Verb ist Methode, Adjektiv ist Attribut analysieren kann, nicht gegeben ist.

Die nächsten scheitern an dem Umgang mit der Zeit und deren Umrechnung und Formatierung bei der Ausgabe. Und ein paar scheitern noch an den benötigten Wiederholungen. Von 15 Schülern schaffen es in der Regel 1-2 Schüler es in der vorgegebenen Zeit von 3 Schulstunden umzusetzen. Der Rest hat meistens kaum etwas.

Was sind also kompetente Informatikschüler? Und wie unterrichte hierfür optimal, um dieses Ziel zu erreichen? Wie erreicht ihr euer Ziel? Was ist euer Ziel?

 

Wo ich war

Gefühlt vor allem auf der Autobahn – aus privaten Gründen von denen ich der Meinung bin, dass diese in einem solch öffentlichen Blog nichts verloren haben. Immerhin hatten wir dennoch Zeit einen alten Bekannten mal wieder zu sehen, denn auch wenn die Werbung was anderes sagt: Raider bleibt Raider und Twix ist halt Twix.

Da dies aber nichts mit Schule und Informatik zu tun hat, wieder zurück zu diesen Themen.

Neben den Autobahnfahrten war ich natürlich zumindest halbtags in der Schule, habe unterrichtet, Zeugnisnoten zusammengestellt, Ablage gemacht, Zimmer aufgeräumt und vor allem meine Arbeiten als Systembetreuer in der letzten Ferienwoche so gut es geht vorbereitet:

  1. Ich werde einen Computerraum mit neuen Geräten und Win 10 (leider) ausstatten. Das heißt alles erstmal abbauen und wegtragen und alle Computer wieder auspacken und aufstellen. Und dann kommt die ganze Software-Problematik. Aber dafür habe ich hoffentlich auch schon vorgesorgt, denn ich werde das Netzwerk weg von einem Win-Server…
  2. auf ein zentrales NAS umstellen. Da ich aber ungern das Rad neu erfinde und gerne professionelle Hilfe im Hintergrund habe, habe ich mich für die DKS-Station von Dr. Kaiser entschieden. Ich habe damit nicht nur die Benutzerverwaltung darauf, kann leichter von den schuleigenen iPads etwas speichern, sondern habe auch eine Software-Verteilung und Schutzsoftware sowie pädagogische Software drauf.
    Einiges davon könnte ich zwar auch selbst zusammen stricken, aber ich bin ja auch noch Lehrer und ab dem kommenden Schuljahr Mitglied in der Erweiterten Schulleitung, also ein ES(e)L.
    Ach ja, Vater, Ehemann und professioneller Hobbyist ebenso.

Noch sind es knapp 4 Wochen Ferien bevor es für mich losgeht und bis dahin werde ich noch ein wenig sporteln, zeichnen, ein paar Filme schauen, mit meinem Sohn die Berge und Seen unsicher machen, aus- und mittagsschlafen und versuchen möglichst wenig bis nichts zu tun. Mal schauen, ob mir das gelingt.

Im Kopf denke ich nämlich schon wieder an das kommende Schuljahr und was ich besser und anders machen möchte. Hierzu habe ich schon mal die iOS11 Beta auf mein iPad geladen, um mit der eingebauten Screencast-Funktion zu spielen. Flipped-Classroom spukt immer noch in meinem Kopf herum, aber die richtige Software zum Erstellen der Filme, die MEINE Unterrichtsart unterstützt, habe ich immer noch nicht gefunden.

Und dann werde ich natürlich die Software von Herr Rau zum Üben des Implementierens von Klassen in Java gleich mal ausprobieren. Ein Feedback wird dann hoffentlich noch in den Ferien kommen.

Daneben habe ich noch ein paar angefangene Beiträge, die ich vielleicht noch fertig mache, wenn ich mich an den Grundgedanken der Beiträge erinnern und fortsetzen kann.

Comic Con 2017 München

Zum ersten Mal in meinem Leben war ich auf einer Comic Con… und ich weiß nicht, ob ich mir das nochmal antun werde. Vielleicht habe ich aber auch zuviel erwartet. Wobei die „Stars“ sich das an ihren leeren Tischen wahrscheinlich auch gedacht haben. Aber eins nach dem anderen.

Als Papa von zwei Jungs und als ambitionierter Hobbyzeichner und ehemaliger Comicleser ist so eine Comic Con wahrscheinlich irgendwann ein Pflichtprogramm. Ich wollte einfach mal sehen, wie Stars in echt aussehen, wie Profis Comics zeichnen und wie verrückt man sich anziehen kann. Nachdem mein einer Sohn bereits mit seinen Freunden am Samstag vor Ort war und relativ enttäuscht war, „Da kann man ja nur Sachen kaufen“, hat meine Erwartung gleich schon mal einen Dämpfer bekommen. Wenigstens habe ich dadurch erfahren, dass die Comic Con nicht in München Riem, sondern in den kleineren Hallen der MOC war. Was aber auch nur dazu beigetragen hat, meine Vorfreude weiter zu verringern.

Am Sonntag Morgen war ich dann auch mit meinem zweiten Sohn um kurz nach Zehn vor Ort und wir kamen ohne anstehen zu müssen problemlos rein. Keine Schlange, kein Gedränge. Da ich war ich dann nochmals überrascht. Aber es hat mir die einmalige Chance gegeben an alten Computern meinen Sohn abzuzocken. Ich komme mit den alten Josticks halt doch besser zu recht als mit irgendwelchen mehrknöpfigen Steuerlementen und selbst bei Mario Kart habe ich keine Chance.

Nach ein paar Runden an alten C64- Computern und noch älteren Pong-Simulationen an alten Röhren-Bildschirmen – yeah, war ich gut! – sind wir vorbei an case-moddern in die eigentliche Ausstellungshalle.Richtig gelesen, es war eigentlich nur 1 Halle. Die erste Halle war schon auf die Hälfte reduziert worden und der Rest war von vor allem verkleideten StarWars- und Pirates of the Caribbean-Ausstellern belegt.

Die zweite Halle war für Spiele wie Yo-Gi-Oh reserviert, es gab die Show-Bühne und einen umlagerten Crepes-Wagen. Und nur die dritte Halle war für die Comics. Und mein Sohn hatte recht: Man konnte vor allem Comics kaufen, alte, aber auch neue. Und viel Merchandising-Artikel: Stofftiere, Tassen, Sammeltüten mit unbekanntem Inhalt, Sticker,…  An zwei Wänden saßen die Schauspieler und langweiligten sich. Nur ab und zu zahlte mal ein Besucher die 20,- Euro für ein Autogramm oder sogar 25,- Euro für ein Foto.

Wir bummelten also nur rum, mein Sohn kaufte sich für 30,- Euro (!) eine StarWars-Legofigur und ich kaufte mir zwei Hefte von deutschen Comiczeichner. Zum einen, weil ich diese einfach unterstützen wollte und zum anderen aus Neugier, weil ich mich der Zeichenstil und die Geschichte als solche interessierten: Trachtman und Touch.

So richtig gefallen hat mir aber weder das eine noch das andere. Für Touchman bin ich viiiiieeeeel zu wenig Bayer oder was soll an einem Pseudosuperman, der aus Bier seine Superkräfte bezieht und ein „Saupreiss“ bezwingt, witzig sein? Und sein zu Hause „Oktoberfestung“ zu nennen… mich hat es nicht angesprochen. Auch weil die Geschichte für mein Empfinden zu wirr vom Ablauf gezeichnet war.

Touch war für mich ganz interessant als das es als Webcomic veröffentlich wird und man sich über ein Abo täglich ein neues Bild anschauen kann. Dennoch ist der Comic nichts für mich. Die Story fand ich zu flach, die Figuren zu platt. Nur der reduzierte Zeichen-Stil hat mir gefallen.

Der Vollständigkeit halber habe ich noch den Auftritt von Nana Visitor angeschaut, da ich die Schauspielerin von diversen StarTrek-Folgen kenne. Sie hat gute Miene zum bösen Spiel gemacht und den Auftritt professionell abgewickelt.

 

Meinen Sohn fand es eher wenig spannend. Er ist kein großer StarTrek-Fan und das Interview lief komplett auf Englisch. Daher haben wir uns später in die Kunst des Yo-Gi-Oh spielens einweihen lassen. Aber ganz ehrlich: Mir ist das Spiel irgendwie zu kompliziert. Meinem Sohn ging es anfangs auch so, aber er hat Klassenkameraden, die es spielen und so wird er schnell reinkommen.

Was aber schon ganz spannend war, waren die verkleideten Besucher. Irre, was so manche zu Hause machen:

Was meinem Sohn und mir dann noch gefühlsmäßig den Rest gegeben hat, war die Tatsache, dass bei der schräg gegenüber stattfindenden BoundCon die Einlassschlange länger war als bei der ComicCon.

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