Zum ersten Mal in meinem Leben war ich auf einer Comic Con… und ich weiß nicht, ob ich mir das nochmal antun werde. Vielleicht habe ich aber auch zuviel erwartet. Wobei die „Stars“ sich das an ihren leeren Tischen wahrscheinlich auch gedacht haben. Aber eins nach dem anderen.

Als Papa von zwei Jungs und als ambitionierter Hobbyzeichner und ehemaliger Comicleser ist so eine Comic Con wahrscheinlich irgendwann ein Pflichtprogramm. Ich wollte einfach mal sehen, wie Stars in echt aussehen, wie Profis Comics zeichnen und wie verrückt man sich anziehen kann. Nachdem mein einer Sohn bereits mit seinen Freunden am Samstag vor Ort war und relativ enttäuscht war, „Da kann man ja nur Sachen kaufen“, hat meine Erwartung gleich schon mal einen Dämpfer bekommen. Wenigstens habe ich dadurch erfahren, dass die Comic Con nicht in München Riem, sondern in den kleineren Hallen der MOC war. Was aber auch nur dazu beigetragen hat, meine Vorfreude weiter zu verringern.

Am Sonntag Morgen war ich dann auch mit meinem zweiten Sohn um kurz nach Zehn vor Ort und wir kamen ohne anstehen zu müssen problemlos rein. Keine Schlange, kein Gedränge. Da ich war ich dann nochmals überrascht. Aber es hat mir die einmalige Chance gegeben an alten Computern meinen Sohn abzuzocken. Ich komme mit den alten Josticks halt doch besser zu recht als mit irgendwelchen mehrknöpfigen Steuerlementen und selbst bei Mario Kart habe ich keine Chance.

Nach ein paar Runden an alten C64- Computern und noch älteren Pong-Simulationen an alten Röhren-Bildschirmen – yeah, war ich gut! – sind wir vorbei an case-moddern in die eigentliche Ausstellungshalle.Richtig gelesen, es war eigentlich nur 1 Halle. Die erste Halle war schon auf die Hälfte reduziert worden und der Rest war von vor allem verkleideten StarWars- und Pirates of the Caribbean-Ausstellern belegt.

Die zweite Halle war für Spiele wie Yo-Gi-Oh reserviert, es gab die Show-Bühne und einen umlagerten Crepes-Wagen. Und nur die dritte Halle war für die Comics. Und mein Sohn hatte recht: Man konnte vor allem Comics kaufen, alte, aber auch neue. Und viel Merchandising-Artikel: Stofftiere, Tassen, Sammeltüten mit unbekanntem Inhalt, Sticker,…  An zwei Wänden saßen die Schauspieler und langweiligten sich. Nur ab und zu zahlte mal ein Besucher die 20,- Euro für ein Autogramm oder sogar 25,- Euro für ein Foto.

Wir bummelten also nur rum, mein Sohn kaufte sich für 30,- Euro (!) eine StarWars-Legofigur und ich kaufte mir zwei Hefte von deutschen Comiczeichner. Zum einen, weil ich diese einfach unterstützen wollte und zum anderen aus Neugier, weil ich mich der Zeichenstil und die Geschichte als solche interessierten: Trachtman und Touch.

So richtig gefallen hat mir aber weder das eine noch das andere. Für Touchman bin ich viiiiieeeeel zu wenig Bayer oder was soll an einem Pseudosuperman, der aus Bier seine Superkräfte bezieht und ein „Saupreiss“ bezwingt, witzig sein? Und sein zu Hause „Oktoberfestung“ zu nennen… mich hat es nicht angesprochen. Auch weil die Geschichte für mein Empfinden zu wirr vom Ablauf gezeichnet war.

Touch war für mich ganz interessant als das es als Webcomic veröffentlich wird und man sich über ein Abo täglich ein neues Bild anschauen kann. Dennoch ist der Comic nichts für mich. Die Story fand ich zu flach, die Figuren zu platt. Nur der reduzierte Zeichen-Stil hat mir gefallen.

Der Vollständigkeit halber habe ich noch den Auftritt von Nana Visitor angeschaut, da ich die Schauspielerin von diversen StarTrek-Folgen kenne. Sie hat gute Miene zum bösen Spiel gemacht und den Auftritt professionell abgewickelt.

 

Meinen Sohn fand es eher wenig spannend. Er ist kein großer StarTrek-Fan und das Interview lief komplett auf Englisch. Daher haben wir uns später in die Kunst des Yo-Gi-Oh spielens einweihen lassen. Aber ganz ehrlich: Mir ist das Spiel irgendwie zu kompliziert. Meinem Sohn ging es anfangs auch so, aber er hat Klassenkameraden, die es spielen und so wird er schnell reinkommen.

Was aber schon ganz spannend war, waren die verkleideten Besucher. Irre, was so manche zu Hause machen:

Was meinem Sohn und mir dann noch gefühlsmäßig den Rest gegeben hat, war die Tatsache, dass bei der schräg gegenüber stattfindenden BoundCon die Einlassschlange länger war als bei der ComicCon.