Lehrzeit

Schule & Informatik

Monat: November 2016 (Seite 1 von 2)

Ideen für 3D-Drucker

Nach dem letzten Bericht schrieb Herr Rau in einem Kommentar, dass auch an seiner Schule es leider nicht so viele Ideen gibt. Ich antwortete daraufhin mal mit ein paar Vorschläge und hoffte auf weitere. Leider bislang ohne Erfolg. Daher mache ich dafür nochmal einen eigenen Beitrag auf, vielleicht melden sich dann doch noch ein paar Kollegen oder auch Nicht-Kollegen mit Ideen.

  • Plätzchenausstecher, Handyhüllen, Schlüsselanhänger
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    (alle JgSt; Fächer: Kunst)
  • Design eines Mausgehäuses mit Einabu der Elektronik von einer anderen Maus
    (ab 9. JgSt; Fächer: Kunst, Physik, Informatik)
  • 3D-Druck des Schulhauses
    (ab 9. JgSt; Fächer: Kunst, Geographie)
  • Modelle zum Auseinandernehmen (Position von Herz etc.) von Tieren
    (ab 9. JgSt; Fächer: Biologie)
  • Roboter mit 3D-gedruckten Elementen (Prothesen oä); mein kommenden P-Seminar.
    (ab 9. JgSt; Fächer: Kunst, Physik, Informatik)
  • Molekül-Modelle
    (ab 9. JgSt; Fächer: Chemie)
  • Mathematische Modelle, wie Platonische Körper, Sierpinski-Dreieck oä;
    (ab 5. JgSt; Fächer: Mathematik)
  • Spiele wie Tangram – normal, eiförmig, 3D-Tangram;
    (ab 5. JgSt; Fächer: Mathematik)
  • Designstudien (Auto);
    (ab 9. JgSt; Fächer: Kunst)
  • Schulschach mit Personen aus dem Schulbereich, was ein Einscannen der Personen nötig macht.
    (ab 11. JgSt; Fächer: Kunst)
  • Druck von Reliquien, wie Münzen oder Werkzeuge
    (ab 9. JgSt; Fächer: Geschichte)
  • Für die Musiker hätte ich noch eine Idee
    (ab 9. JgSt; Fächer: Musik)
  • Vergleich unterschiedlicher Schiffformen
    (ab 8. JgSt; Fächer: Physik)

Also, welche Ideen habt ihr noch?

 

1 Jahr 3D-Drucker

Seit ungefähr 1 Jahr haben wir nun unseren 3D-Drucker (xbot 155) in der Schule stehen und seit ungefähr 2 Wochen noch einen zweiten, größeren mit zwei Farben (xBot 320). Beide Drucker kommen aus Österreich von der Firma reprap.cc . Und das nicht nur, weil sie einen tollen Support haben. Dadurch, dass sie Erfahrung mit Schulen haben, verstehen sie sehr gut, wenn ich meine Probleme schildere.

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Die Drucker der Firma haben eine Spitzenauflösung mit 0.1mm, haben ein beheizbares Bett und der xBot320 einen sehr großen Druckraum mit 320mm x 250mm x 250mm und es kann zweifarbig gedruckt werden. Und das alles zu den üblichen Preisen. Nun aber zu meinen Gedanken bzw. Ergebnissen.

Aufbau, Inbetriebnahme & Drucken

Die gelieferten Drucker sind fertig zusammengebaut und müssen nur aufgestellt werden. Die benötigte Software wird dann aus dem Internet geladen und installiert und dann geht es los: Das Kalibirieren und Feintuning der Drucker. Man glaubt gar nicht, an wie viel Stellen man justieren kann, um einen Druck zu verbessern… und das muss man nicht nur einmal machen, sondern jedesmal. Jedes Filament, selbst wenn es vom gleichen Hersteller kommt und nur eine andere Farbe hat, unterscheidet sich in Drucktemperatur und -geschwindigkeit, Fluss, Schichthöhe, Kühlung etc. Die Temperatur des Druckbetts muss angepasst werden, eventuelle Stützstrukturen ergänzt werden, die später mit sehr scharfen Messern wieder vorsichtig entfernt werden müssen.

Damit ich nicht immer suchen muss, habe ich alle relevanten Infos unter einen eigenen Seite im Menü oben untergebracht.

Ergebnisreihe des Testschiffchens Benchy

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Das Druckbett und damit die Haftung auf dem Druckbett ist auch immer wieder mal ein Problem. Mal ist der Druckkopf zu weit weg, mal zu eng, mal ist es zu heiß, mal zu kalt. Mal ist Kaptonband besser, mal eine Dauerdruckplatte, mal nur Haarspray auf Glas. So einfach wie mal ein buntes Papier zu drucken, ist es einfach nicht. Auch müssen die Drucker im Grunde immer beaufsichtigt sein, da immer mal was schief gehen kann. Im normalen Schulbetrieb ist das nur schwierig möglich.

Das Drucken kann sehr schnell mal mehr als zwei Stunden in Anspruch nehmen. Wir hatten schon Druckzeiten von 10 Stunden für ein Modell, so das das Arbeiten mit z.B. Unterstufenschülern schwierig ist, da diese gerne natürlich ihr Modell sofort mitnehmen wollen.

Erzeugen von STL-Dateien

Das nächste Problem ist das Erzeugen der STL-Dateien zum Drucken. An sich ist geht das Erzeugen an sich eigentlich Problemlos, ABER das Entwerfen eines 3D-Modells in einer Software ist nicht trivial. Wir benutzen dazu vor allem tinkercad.com . Das Programm ist so einfach zu benutzen, dass eintlich jeder damit zurecht kommt – denkt er. Spätestens beim Slicer in der Druckersoftware erkennt man dann die Problem. Da genügt dann ein 0.1mm zu hoch gesetztes Rad eines Autos und schon wird der Druck problematisch. Wenn man es rechtzeitig gemerkt hat, muss man Stützmaterial hinzurechnen lassen, Wenn man es nicht merkt, haftet das Modell vielleicht nicht und der ganze Druck geht dann den Bach runter.

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Das nächste Problem ist dann: WAS soll gedruckt werden. Ich musste tatsächlich feststellen, dass Schüler in diesem Punkt nicht so viele Ideen haben. Es wurden keine Handyhüllen gedruckt oder andere kleine Gimmicks wie Salzstreuer oder Handyhalterungen. Und auch ich tue mich schwer, mir immer was neues einfallen zu lassen. Im Moment laufen Plätzchenausstecher sehr gut. Und über die Seite cookiecaster lassen sich auch schnell Formen entwerfen. Zumindest, wenn man keine Ausstechformen mit Vertiefungen haben will.

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Interessanterweise sind zum Beispiel unsere Kunstlehrer auch noch nicht mit aufgesprungen. Dabei dachte ich, dass gerade diese im 3D-Druck Möglichkeiten sehen: Industriedesign & Architektur liegen doch auf der Hand.

Aber vielleicht habt ihr noch Ideen?

 

Lieblingscomiczeichner

Neben Sport (Apnoetauchen, Laufen, Gleitschirmfliegen, Golf spielen), Musik (Ukulele, Gesang,  Saxophon, Klavier) – und Schreibversuchen (Bloggen, Szenisches Schreiben) sowie Kochen (z.B. Rosenkohl-Lasagne) und Photographieren ist eines meiner weiteren Hobbies ja auch das Zeichnen. Hierbei nicht nur das Urban Sketching sondern auch das Zeichnen von Cartoons.

Bei all meinen Hobbies gehe ich in der Regel dabei so vor, dass ich mir erstmal ein Mindestmaß an theoretischen Background aneigne und mir dadurch ein gewisses Regelwerk erarbeite. Sei es nun Bildaufbau, die Heldenreise nach Campbell, Kombinationen von Geschmacksrichtungen oder Atemtechniken. Wahrscheinlich ist das der Mathematiker Naturwissenschaftler in mir, der immer auf der Suche nach Strukturen und Gesetzmäßigkeiten ist.

Der kreative Teil ist dann, genau diese Regel manchmal bewusst zu brechen. Entweder durch neues kombinieren oder durch weglassen. In deutschen und französischen Filmen wird z.B. oft eher weggelassen. Werden amerikanische Filme gerne nach dem Schema von Joseph Campbells Heldenreise aufgebaut (Held bekommt Aufgabe; will nicht; findet Mentor und Freunde; macht sich auf den Weg; er erkämpft sich das „Elixier“; finaler Kampf; alles gut), wird in europäischen Filmen entweder die Reise gar nicht angetreten oder der Held findet nicht das Elixier und scheitert. Franz Kafkas „Der Prozess“ kann so interpretiert werden. Die Hauptfigur Josef scheitert quasi schon am Anfang der Geschichte.

Jetzt aber zurück zum Zeichnen. Anregungen für den kreative Part hole ich mir dann bei Profis. Und bei den Comiczeichner sind das vor allem vier Künstler: Sempé, Der Flix, Traxler und Christoph Niemann.

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Eigentlich wollte ich im Folgenden selbstgemachte Fotos aus den Büchern zeigen, damit man gleich einen Eindruck hat, aber ich bin mir nicht sicher, ob so etwas rechtlich erlaubt wäre. Daher nur dummy-Bilder.

Christoph Niemann

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Bildquelle: Christoph Niemann, Sunday Sketching, Abrams, New York, 2016

Christoph Niemann ist ein deutscher Illustrator, der in New York lebte, jetzt aber in Berlin lebt und arbeitet und unter anderem für seinen Titelseiten des New Yorker bekannt geworden ist. Was ich an ihm liebe, sind vor allem die neuen Perspektiven. Alles und jedes wird aus einem anderen Blickwinkel gesehen und in seine Bilder integriert. Für mich immer die Aufforderung die Dinge um mich herum mal anders anzuschauen und was neues zu entdecken.

Christoph Niemann hat nun ein neues Buch herausgebracht: Sunday Sketching. Eine Sammlung seiner besten und kreativsten Skizzen und Bildern auf immerhin 272 Seiten. Sehr inspirierend! Es hat mich immerhin zu diesem Blog-Eintrag angeregt. Und es wird mich weiter daran erinnern, die Dinge einmal anders zu sehen.

Sempé

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Bildquelle: Sempé, Sempé’s Paris, Diogenes, Zürich, 2002

Sempé dürfte jedem ein Begriff sein. Ein französischer Autodidakt, der wie keiner vor ihm zunächst die Welt der Franzosen und später ebenfalls die Welt der New Yorker aufs Papier bannte. Bei ihm gefällt mir immer besonders die leicht mitschwingende Melancholie oder Nachdenklichkeit oder allgemein die Darstellung von Gefühlen – gerade in seinen französischen Bildern. Ein recht interessantes Interview ist mal in der FAZ erschienen.

Der Flix

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Bildquelle: Flix, Faust, Carlsen Verlag, Hamburg, 2010

Die großartigste Arbeit von Felix Görmann, genannt Flix, ist für mich im Moment immer noch der Comic zu „Faust“, in der er die Geschichte des Faust nicht nur großartig zeichnet, sondern auch unglaublich treffend in die heutige Welt und Zeit überträgt. Und das auch wieder mit einer großartig reduzierten Darstellung, die dennoch schön anzuschauen ist. Faust ist zwar relativ textlastig, aber seine Bilder sind sehr auf die Figuren reduziert. Von der Umgebung wird nur das zum Verständnis notwendigste abgebildet.

Schön zu lesen ist auch sein regelmäßig erscheinender Comic-Strip auf der-flix.de .

Traxler

Traxler sollte jeder Pädagoge kennen, kommt von ihm doch das folgende bekannte Bild, das in Zeiten der Inklusion eine völlig neue Bedeutung bekommt. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das Bild aus den 60ern ist – glaube ich.

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Bildquelle: Hans Traxler, Chancengleichheit, in: Michael Klant , [Hrsg.] , Schul-Spott : Karikaturen aus 2500 Jahren Pädagogik ,Fackelträger, Hannover 1983, S. 25

Richtig gut finde ich aber erst seine späteren Werke, wie „Ich, Gott und die Welt.“ oder „Franz – Der Junge, der ein Murmeltier sein wollte.“ Hier entspricht der Zeichenstil auch mehr dem reduzierten, wie es mich dann anspricht. Die Bildelemente werden meist nur durch die äußere Linie in Position gebracht und umrissen. Das Bild regt, anders als bei Niemann, oft erst durch den bei stehenden Text zum Denken an.

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Bildquelle: Traxler, Cartoons, Philipp Reclam jun. GmbH, Stuttgart, 2009

Bei all diesen Zeichnern begeistert mich mit wie wenig Strichen sie auskommen. Gut, Sempé braucht immer ein paar Striche mehr, dafür sind seine Bilder in der Regel auch sehr voll. Niemann bringt einen immer ans Schmunzeln, weil man so viele Dinge einfach übersieht. Und so habe ich selbst schon versucht mich in der Kunst der Reduktion zu üben.

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Weitere Künstler

Neben diesen Künstlern gibt es selbstverständlich noch andere, die ich mir gerne anschaue: Ruthe, skizzenblog, Johann Mayr.

Aufgrund des aktuellen Weltgeschehens (u.a. dem Wahlgewinn von Trump in den USA) gefällt mir der Ruthe-Film über Gott im Moment sehr gut:

Von Ruthe gibt es inzwischen auch das Bild (das ich allerdings nirgendswo finde), auf dem Gott zu sehen ist, wie er die Welt auf den Sperrmüll stellt – leider.

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