Lehrzeit

Schule & Informatik

Monat: Oktober 2016 (Seite 1 von 2)

Zur Bildung

In den letzten Tagen haben zwei meiner Lieblingsinternetprofessoren Videos bei youtube veröffentlicht, in denen sie ihre Gedanken zum Thema Bildung darstellen. Prof. Spannagel diskutiert dabei die Notwendigkeit einer Medienbildung und welche Themen im Informatikunterricht eigentlich wichtig sind. Den zweiten Punkt hat Prof. Spannagel mit Hilfe von Umfragen an Universitätsprofessoren erörtert.

Als zweites hat Prof. Loviscach sich Gedanken gemacht. Sein Vortrag trägt den Untertitel „von den Gefahren einer naiven Digitalisierung“.

Folgendes nehme ich aus den Vorträgen mit:

  • Die sogenannten digital Natives müssen aus dem gleichen Grund Informatikunterricht bekommen, wie unsere Schüler 12 Jahre lang Deutschunterricht haben, obwohl sie Deutsch ja schon sprechen konnten, als sie eingeschult wurden.
  • Unsere Schüler brauchen ein breites Grundwissen, denn was man nicht kennt, kann man auch nicht googeln.

Interessant fand ich das ablehnende Verhalten von Prof. Loviscach zum Punkt „Vordefinierte Formatvorlagen für studentische Arbeiten“, also eine Ausarbeitung oder Word-Vorlage, so dass alle studentischen Ausarbeitungen gleich in Bezug auf Zeilenabstände, Schriftarten und -größen etc. aussehen. Wenn ich es korrekt verstanden habe, so ist in seinen Augen, die Wahl der richtigen Darstellung Teil der Arbeit und hängt damit auch vom Inhalt ab. Das Benutzen einer fertig vorgegebenen Formatvorlage spiegelt doch nur die Kompetenz vor, man wisse, wie eine Arbeit zu schreiben sei.

Auch seine Gedanken zum Thema Lernplattform kann ich so nur bestätigen. Auch bei uns wird mebis (moodle) hauptsächlich dazu eingesetzt, pdfs zur Verfügung zu stellen. Die eigentliche Kommunikation zwischen den Schüler läuft über whatsApp und nicht über angebotene Foren.

Herbstfotos

Für den Kunstunterricht sollte mein Sohn Fotos machen. Das Thema war „Herbst“. Das hat mich natürlich auch gereizt. Also habe ich bei einem meiner Läufe und beim Spaziergehen mit dem Hund mal mein Handy mitgenommen. Hier die Ergebnisse:

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Bedürfnisse

Einer meiner Lieblingsschauspieler, Will Smith, hat mal wieder einen Film am Start. Dieser kommt zwar wahrscheinlich erst im Januar 2017 heraus, aber der Trailer macht jetzt schon Lust auf mehr.

Ähnlich wie in seinem beeindruckenden Film Film 7 Leben aus 2008 oder auch dem nicht ganz so dramatischen Film Das Streben nach Glück (2006), geht es hier um die großen Dinge des Lebens:

Liebe: Jeder möchte geliebt werden
Zeit: Jeder möchte mehr Zeit haben
Tod: Jeder Mensch hat Angst vor dem Tod

Dabei trifft die von Will Smith dargestellte Figur die personifizierte Liebe, die Zeit und den Tod und kann mal richtig Dampf ablassen. Spontan kam mir die Erinnerung an Dickens Weihnachtsgeschichte. In Dickens Erzählung wird die Geschichte von Ebenezer Scrooge erzählt, der nacheinander  drei Geister trifft, welche ihm jeweils die vergangene, die heutige und die zukünftige Weihnacht zeigen. Konfrontiert mit seinem eigenen Leben und dessen Auswirkung ändert Scrooge sein Verhalten zum Positiven.

Nun aber zurück zum neuen Film von Will Smith. Mich persönlich stört etwas an obiger Auflistung: Die drei erwähnten Aspekte sind vor allem Motive eines Erwachsenen. Aus meiner Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen, die beispielsweise noch nicht wirklich das Gefühl haben, dass sie zu wenig Zeit haben, gibt es noch ein anderes Grundmotiv. Eines, das sich auch im Erwachsenenalter nicht verliert, aber in Anbetracht der obigen drei Motive wahrscheinlich eher zu einem Hintergrundrauschen verliert: Wahrgenommen zu werden. Ein etwas sperriger Ausdruck, den ich lieber durch Respekt ersetzen würde, aber Respekt ist dann doch wieder etwas anderes.

Was meine ich nun mit dem Begriff Wahrgenommen zu werden? Vom Moment der Geburt an, streben wir nach Aufmerksamkeit, wollen wahrgenommen werden. Zunächst von unseren Eltern, weil wir trinken oder die Windel gewechselt haben wollen. Als junges Kind dann, weil wir zeigen wollen, was wir tolles gemalt und gebastelt haben. Das wir schon ein Rad schlagen können oder besonders gut schaukeln oder ohne Stützräder schon fahren können. Als Jugendlicher möchte ich von meiner Peergroup, meinen Freunden gesehen, beachtet, einfach wahrgenommen werden.

Auch als Erwachsener im Berufsleben möchte ich von meinem Chef oder meinen Kollegen wahrgenommen werden. Manche geben das nur ungern zu, aber ich denke, dass wir das alle fühlen, wenn es mal fehlt. Wenn man sich wochenlang für eine Projekt den A…. aufgerissen hat, um dann nicht mal ein „Das haben Sie wirklich toll gemacht. Ich möchte gar nicht wissen, wieviel Anstrengung dieses Projekt sie gekostet hat. Damit haben Sie uns alle vorwärts gebracht.“ zu hören.

Und als Lehrer bin ich nicht nur Unterrichtender, sondern auch so etwas wie Chef. Ich habe Schüler vor mir, die wahrgenommen werden wollen. Die zu Hause vielleicht viel allein sind und dann ihr Bedürfnis nach „Wahrgenommen werden“ sehr vehement, leider manchmal durch störendes Verhalten gegenüber mir oder Mitschülern versuchen zu befriedigen. Diese Schüler einfach nur zu bestrafen auszuschließen, führt daher oftmals nicht zum langfristigen Erfolg. Diese Schüler benötigen eine Aufgabe durch die sie als Person wahrgenommen werden. Das Gefühl haben, das sie als Person eine positive Bedeutung haben.

Die guten und braven Schüler haben natürlich auch ein entsprechendes „wahrgenommen werden“ verdient. Das Sprichwort „Nicht geschimpft, ist genug gelobt!“ sollte gerade bei diesen Schülern keinesfalls gelten. Denn wenn Kinder nicht wahrgenommen werden, sich abseits fühlen, suchen sie sich andere Gruppen in denen sie dieses so drängende Bedürfnis befriedigt glauben.

 

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