Lehrzeit

Schule & Informatik

Monat: September 2016 (Seite 2 von 4)

Reflektion

Da es in einer Fortbildung auch immer wieder Leerlaufphasen gibt, zum Beispiel wenn ein Laufwerk über Minuten mal verschlüsselt wird oder Fehler in einer Datenbank gesucht werden, habe ich Zeit, mir meinen Blog mal genauer anzuschauen und darüber zu reflektieren, was ich in den letzten Monaten und Jahren so produziert habe.

Was mich dann dabei doch überrascht hat, ist die Zugriffshäufigkeit auf manche meiner Beiträge (seit dem Start des Blogs):

Spiele für Vertretungsstunden More stats 17.600
Startseite / Archivseiten More stats 7.171
Handy-Dokumentenkamera More stats 1.848
Moderner Unterricht More stats 662
Online-Editoren More stats 660
Über mich More stats 577
Videoscribing More stats 534
Wie lang ist der Stau? More stats 487
Protokoll einer Sitzung More stats 459
Besinnliches vom Personalrat More stats 373
Lernen oder Film schauen? More stats 371
Vertretungsstunde More stats 338
Setup 1 More stats 315
Schreibschrift More stats 290
Analysephase More stats 278
Programmierbeispiel DB More stats 276
 …..

Was mich völlig überrascht hat, ist die Tatsache, dass die Spiele für Vertretungsstunde hier ganz oben stehen. Noch vor der Eingangsseite! Das müsste jetzt eigentlich heißen, dass meine Leser sich den Beitrag direkt verlinkt haben und regelmäßig aufrufen.

Die zweite Überraschung: die Programmieraufgaben, also mit der eigentliche Grund, weswegen ich diesen Blog betreibe, erscheinen eigentlich gar nicht. Nur eine Aufgabe taucht auf hier ganz oben auf: Das Programmieren des DB-Netzes mit Java. Ich denke, dass es unter anderem daran liegt, dass ich zum einen eine Lösung mal dazu angegeben habe und zum anderen, weil die Aufgabe so schön anwendungsbezogen ist und mit echten Daten arbeitet.

Und der Rest ist dann eher methodisch/didaktisch orientiert. Also Fragen und vor allem Lösung:

  • Wie kann ich Dokumentenkameras aufbauen? Wie einsetzen?
  • Wie kann ich Videos für den Unterricht erzeugen?
  • Unterrichtsreflexionen über Themen wie z.B. Filme, Schreibschrift
  • Einblicke in das Lehrerleben allgemein

Den höchsten Zugriff hatte ich im März 2016. Das lag jetzt entweder daran, dass ich über unser Storchenpaar informiert habe oder weil ich damals massive Probleme mit der Sicherheit meines Blogs hatte. Ich befürchte, dass es eher der zweite Punkt war – leider.

Reflektionsergebnis

Was heißt das jetzt für den Blog? Das ursprüngliche Hauptziel des Blogs war, basierend auf den Erfahrungen meiner Hauptseite www.ingo-bartling.de, Programmieraufgaben anzubieten. Denn viele programmierinteressierte Schüler würden gerne programmieren, wissen aber nicht was.

Allerdings lesen anscheinend eher wenig Schüler meinen Blog. Meine Zielgruppe hat dahingehend geändert und nun sind es vor allem (Fach)Kollegen. Daher werde ich versuchen, die Programmieraufgabe in Zukunft mit Lösung anzubieten, so dass die Aufgaben zur Arbeitserleichterung beitragen.

Auch möchte ich im Rahmen eines FlippedClassroom-Konzepts versuchen, das Programmieren der Lösung als youtube-Film anbieten. Genauso wie manche Erklärung, die ich auf dem iPad mit doceri erstellen werde. Auch das als Arbeitserleichterung.

Das Ganze wird durch Beiträge zur Unterrichtsgestaltung und Einblicken in das Schulleben aufgelockert. Wobei letzteres aus Datenschutzgründe wohl eher selten vorkommen wird. Rein persönliche Beiträge, wie in den Ferien wird es natürlich auch geben. Denn immerhin ist es ein blog, also ein (we)blog und damit ein Tagebuch.

Fortbildung – Tag 3

Verschlüsseln von Daten

Daten von Schülern dürfen nur in besonderen Fällen gespeichert werden und auch dann nur in der Regel verschlüsselt. Daher ist der Schwerpunkt heute das Verschlüsseln von Daten.

Hierzu gibt das Kultusministerium in der „Bekanntmachung über erläuternde Hinweise zum Vollzug der datenschutz rechtlichen Bestimmungen für die Schulen“ erstmal folgende Begriffsdefinition zum Thema „Speichern“ bei 2.5:

Speichern ist das Erfassen, Aufnehmen oder Aufbewahren personenbezogener Daten auf einem Datenträger (beispielsweise Festplatten, USB-Sticks, Karteikarten oder Akten) zum Zwecke ihrer weiteren Verarbeitung oder Nutzung.

Und unter Punkt „6.1 Datensicherung“ steht weiter:

(…) hat die Speicherung personenbezogener Daten auf mobilen Datenträgern immer verschlüsselt zu erfolgen (…)

Wie man Daten nun konkret verschlüsselt soll im Folgenden dargestellt werden. Dabei gehe ich auf verschieden Szenarien ein, verweise aber meist nur auf die entsprechenden Anleitungen.

Verschlüsseln von einzelnen (Open)Office-Dateien

Die Notenliste in Excel oder dem Gegenstück Calc lässt sich einfach mit dem Programm selbst gestalten.

Beim Versenden von Dateien per Email lassen sich noch zip-Dateien erzeugen, die sich meist auch verschlüsseln lassen. Hier kann man sich bei Windows dem Programm 7-zip bedienen. Unter Apple geht das nicht ganz so einfach. Aber ich habe eine Anleitung gefunden, die beschreibt, wie man eine bereits gezippte Datei mit Hilfe des Terminals verschlüsselt.

Geht es nicht nur um ein paar wenige Dateien, sondern um ganze Ordner oder sogar Laufwerke die verschlüsselt werden sollen, weil auf ihnen die Schülerdaten der letzten zehn Jahre liegen, dann wird eine andere Vorgehensweise benötigt. Hier gehe ich vor allem auf die USB-Sticks ein, da diese immer noch sehr häufig benutzt werden und sich bestimmt auch noch die nächsten Jahre halten werden.

Verschlüsselungsprogramme

Da viele Lehrer sich ihre USB-Sticks, auf denen dann Excel-Liste mit Schülerdaten liegen, einfach so vom Grabbeltisch kaufen, muss man sich selbst um die Verschlüsselung der Daten auf den USB-Sticks kümmern. Denn gerade billige günstige USB-Sticks haben selten eine vorinstallierte Verschlüsselungs-Software.

Je nach Benutzungssituation und Wissensstand des Benutzers gibt es verschiedene Lösungen, um seine Daten so zu schützen, wie es unser Arbeitgeber gerne hätte. Ich versuche das hier im Folgenden auch so zu strukturieren. Selbstverständlich gibt es einen Haufen anderer Programme, die mehr oder weniger das tun, was man von ihnen verlangt. D.h. die folgenden Vorschläge sind nur EINE Lösung von vielen denkbaren Szenarien.

Lehrer ohne tiefe Computerkenntnisse der NUR Windows benutzt

Hier ist das von Windows mitgelieferte bitlocker die einfachste Lösung (Anleitung). Allerdings setzt die Konfiguration eines verschlüsselten USB-Stick voraus, dass man Windows Pro Version besitzt. Bei einer Windows-Home-Edition kann man zwar den verschlüsselten USB-Stick benutzen, aber nicht neu komfigurieren.

Lehrer ohne tiefe Computerkenntnisse der NUR Apple benutzt

Da ein solcher Lehrer in der Regel sein Laptop in die Schule mitnehmen muss, da es an Schulen ja meist nur Windows-Umgebungen gibt, kann er das von Apple angebotene FileVault benutzen.

Lehrer OHNE tiefe Computerkenntnisse der NUR LINUX benutzt

Ich denke nicht, dass jemand Linux benutzt und keine tieferen Computerkenntnissen besitzt. Daher macht diese Überschrift und damit Problemsituation eigentlich keinen Sinn.

Lehrer mit geringen Computerkenntnisse und 1+x Betriebssystem

Hier muss man leider etwas Geld in die Hand nehmen, denn die einfachste mir bekannte Lösung ist EasyLock. Hier kostet 1 Lizenz 17 Euro. Dafür kann man drei kleine Programme, für jedes benötigte Betriebssystem eines, auf den USB-Stick legen und fertig. An den jeweiligen Computern muss nichts installiert werden. Steckt man jetzt den USB-Stick an, so öffnet man per Doppelklick das entsprechende Programm und kann auf seine verschlüsselten Daten, die das Programm in einem eigenen Container verwaltet, zugreifen. Daher kann man auch zusätzlich seine unverschlüsselten Unterrichts-PPTs auf den USB-Stick legen.

Wer hauptsächlich in der Windowswelt arbeitet und nur ab und zu auf dem privaten Apple-Laptop mal was machen möchte, der kann einfach BitLocker in der Windowswelt nehmen und auf dem Apple-Laptop M3-BitLock-Loader installieren. So lassen sich mit BitLock verschlüsselte USB-Sticks auch mal auf dem Mac benutzen.

Lehrer mit tieferen Computerkenntnisse und 1+x Betriebssystem

Ergänzung: Eine ähnliche Idee wie EasyLock bietet SecurStick, das frei verfügbar ist. Hier legt man ebenfalls die zugehörige *.exe bzw. OSX/Linux-Datei auf den USB-Stick. Beim erstmaligen Aufruf muss man dann ein Passwort vergeben und bei der nächsten Benutzung muss dann von Hand den verschlüsselten Bereich des USB-Stick als eigenes Laufwerk mounten.

Die eigentliche Basis des heutigen Tages bildeten aber zwei andere Programme: TrueCrypt, VeraCrypt. TrueCrypt  wird nicht mehr weiterentwickelt und ist auch nicht mehr wirklich sicher. Daher sollte der Nachfolger VeraCrypt genutzt werden.

VeraCrypt läuft auf allen drei Betriebssystemen. Auf OSX muss man ein bisschen rumfummeln und auf die Formatierung des USB-Sticks mit FAT und NTFS achten, aber es ist nicht sooo kompliziert.

Und was mache ich mit Cloud-Speicher Lösungen?

Wer seine eigene Cloud-Lösung mit ownCloud betreibt, der kann entweder das mitgelieferte System nehmen oder auch wieder VeraCrypt (Anleitung).

Wer mit der DropBox arbeitet, was er eigentlich nicht dürfte, da DropBox die Daten in den USA speichert (Stand 9/2016), der kann auch wieder auf VeraCrypt zurückgreifen.

Eine weitere Möglichkeit wäre BoxCryptor. Boxcryptor kann dabei nicht nur auf Windows und OSX installiert werden. Es gibt auch entsprechende Apps für iOS, Android, BlackBerry und Windows Phone. Allerdings ist die Software nur bedingt frei. Solange ich mich auf zwei Endgeräte beschränke, kostet es nichts. Bei zwei Geräten schon 36 Euro pro Jahr (Preisliste).

Und die NAS?

Wird im heimischen oder Schulnetz ein NAS betrieben, so gibt es auch hier mehrere Möglichkeiten. Am einfachsten ist hier die von der Firma vorgegebene Lösung (synology, qnap).

Fazit

Das Ergebnis: Die eierlegende Wollmilchsau scheint am ehesten VeraCrypt zu sein. Oder das Benutzen eines Laptops, das sich problemlos sowohl in die heimische Netzwerkumgebung als auch die schulische Netzwerkumgebung integriert.

Wer mit USB-Sticks und ohne installierter Software arbeiten möchte, der nimmt entweder SecurStick oder die kostenpflichtige, aber angenehmere Variante EasyStick.

Ergänzung

Ergänzend möchte ich nachträglich noch auf eine Internetseite aus Sachsen aufmerksam machen, die einige Links zum Thema Datenschutz und USB-Sticks zusammengefasst hat.

Fortbildung – Tag 2

Der Vormittag

Der Vormittag stand ganz im Zeichen der Sicherungskopien. Daher hier noch mal eine Sammlung der angesprochenen Programme. Selbstverständlich gibt es noch einen ganzen Haufen anderer und vor allem auch für Nicht-Windows-Systeme, aber diese wurden hier nicht angesprochen. Die Bildungslandschaft ist halt leider immer noch auf Windows ausgerichtet.

Weiter Infos finden sich z.B. bei heise.

Die folgende Zusammenfassung beschränkt sich knapp auf die besonderen positiven (+) oder negativen (-) Aspekte.

Duplicati

– alles in einem zip-Container, so dass nicht nach einzelnen Dateien gesucht werden kann.

– nur das Duplicati kann mit den zip-Dateien etwas anfangen.

+ freie Software

Diese Software ist für den „normalen“ Lehrer, der sich nur wenig auskennt und der nur selten oder gar keine Probleme hat ausreichend sein.

robocopy

– Kommandozeilenprogramm, welches am besten über Skripte benutzt wird, die durch automatische Aufgaben regelmäßig abgearbeitet werden.

+ Dateien in keinem Container; können direkt angeschaut werden.

+ frei, da in Windows enthalten

Eine Variante wäre richcopy, das die Dateien anders als robocopy wohl nicht hintereinander sondern vor allem parallel die Dateien auf das BackUp-System überträgt.

Wem das Arbeiten mit der Kommandozeile nicht so mag, der kann entweder auf YARCGUI wechesln, das aber immer noch sehr kryptisch ist. Für den Windows Server gibt es noch die RoboCopy GUI, die einen ähnlichen Job macht, aber von Microsoft kommt. Weitere Infos zu GUIs gibt es hier.

Dieses Programm ist im Gegensatz zu Duplicati deswegen besser, weil das Backup nach Dateien einfacher durchsucht werden kann.

snapshot

Mit snapshot lassen sich ganze Images von einem Computer oder Server erzeugen, so dass ein „defekter“ oder langsamer Computer schnell neu aufgespielt werden kann.

Diese Software kann  nach der Erstkonfiguration eines neuen Computers benutzt werden. So kann ein Computer schnell neu aufgesetzt werden.

Der Nachmittag

Der Nachmittag stand erst im Zeichen einer kurzen Diskussion über Netzwerke, digitalen Tafeln und Windows-Servern in Schulen. Mit dem Ergebnis: In jedem Raum ein Beamer mit NICHT-interaktivem Whiteboard, WLAN-fähigem Beamer sowie Dokumentenkamera und einem ordentlichen NAS sowie Internetfilter reicht heutztage völlig aus, um eine Schule gut und zeitgemäß zu versorgen. Vorausgesetzt man hat WLAN an der Schule, was leider immer noch nicht überall üblich ist.

Anschließend ging es um das Backup eines NAS. Dabei ist sowohl NAS auf NAS als auch NAS auf USB-Festplatte möglic. Beides dank der ausgefeilten Software der NAS kein Problem mehr. Und die USB-Festplatte kann man dann in den Panzerschrank legen.

Benutzt wurde dabei im übrigen ein QNAP 453, das je nach Ausstattung knapp über 1200 Euro kostet, aber recht gut ist (Test). Das NAS sollte dabei ruhig 4x4TB haben und möglichst viel RAM haben. Und RAID 5 sollte auch eingeschaltet sein. Es geht aber vielleicht auch RAID 10 – wenn möglich. Möglich wäre selbstverständlich auch ein NAS der Firma Synology.

Einer der vielen Tipps war, dass das RAM nicht mehr als 80% asugelastet werden sollte. Das geht leider recht schnell, wenn wahrscheinlich viel Aktivität auf einer NAS ist. Und das müssen nicht mal immer Benutzer wie Schüler oder Lehrer sein. Es gibt  inzwischen eine ziemliche Anzahl an Apps, die man zusätzlich installieren kann. So können z.B. IP-Kameras, die den Fahrradkeller überwachen,  direkt auf das NAS sichern. Für den privaten Bereich wäre Plex für das Medienstreaming noch zu nennen.

Ergänzung

Abschließend gab es als letztes Programm, sozusagend ergänzend zum Vormittag, noch das Programm synctoy von Microsoft. Hier werden Ordner quasi exakt synchronisiert. Da das Programm schon recht alt ist und Win10 bei den unterstützten Versionen nicht mitaufgelistet wird, kann man z.B. auf freefilesync ausweichen. Das läuft dann wenigstens auch auf allen Betriebssystemen.

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