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Ferienupdate 3 – Sketching

Wie ich schon in meinem Ferienupdate 2 schrieb, skizziere und kritzele ich auch ganz gerne. Zusammen mit der Tatsache, dass ich noch nie soviel in München unterwegs war, wie seid dem Erscheinen von Pokemon GO, kommt auch mal tatsächlich etwas brauchbares halbwegs ansehnliches heraus. Das ich das jetzt quasi auch öffentlich nicht nur zugebe, sondern sogar was von meinen Kritzeleien zeige, liegt eindeutig an der UrbanSketching Bewegung, die von Seattle (mal wieder) ihren „Siegeszug“ antrat. Die Idee dahinter ist ganz einfach:

In 2007, a global community of urban sketchers began to form when Seattle-based journalist and illustrator Gabriel Campanario created an online forum “for all sketchers out there who love to draw the cities where they live and visit, from the window of their homes, from a cafe, at a park, standing by a street corner… always on location, not from photos or memory.”

(aus urbansketchers.org)

Und so gehe ich durch die Gegend, sammel Pokemons oder warte, bis mein Sohn damit fertig ist und zeichne dabei.

Die Ausrüstung

Die Frage „Da muss man doch viel mitnehmen, oder?“ kann ich problemlos verneinen. Meine Ausrüstung besteht aus einem schwarzen, wasserfesten Zeichenstift, ein paar Aquararellfarben und einem Wasserpinsel, der im Rumpf sein Wasser mitführt. Von den Pinseln gibt es auch Sets, die ich aber nicht kenne. Mein Skizzenbuch habe ich mal vor Ewigkeiten irgendwo gekauft. Es steht keine Firma irgendwo drauf, daher kann ich auch keine Empfehlung aussprechen. Ich würde einfach auf ein festes Papier achten, damit es beim Aquarellieren nicht zu wellig wird.

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Die Gefahr, dass das Wasser im Pinsel leer wird, besteht in der Regel nicht, da ich auch immer Wasser zum Trinken dabei habe und damit nachfüllen kann. Reinigen lassen sich die Pinsel einfach durch zusammendrücken des Wassertanks. Man benötigt dann nur ein Tuch oä. zum Trocknen.

Alles was nass sein oder werden kann, packe ich in einen wiederverschließbaren Zipbeutel, damit im Falle eines Falles die Schweinerei sich in Grenzen hält.

Natürlich kann man auch mit später vermalbaren Aquarallstiften arbeiten oder ohne Farben und mit nicht wasserfesten Tinte, die dann vor Ort verwischt/aquarelliert wird. Letzteres möchte ich noch ausprobieren. So, wie in diesem Video:

Wie fange ich an?

Wenn jemand schon zeichnen kann – gut. Wenn jemand noch gar keine Ahnung hat, dem empfehle ich – auch weil es schön gemacht ist, das Buch „Drawing lesson“ von Mark Crilley

IMG_5842Das Buch ist geschrieben in Form einer Graphic Novel und führt in die grundlegenden Techniken wie Perspektive (sonst passen die Häuser nicht), Negativräume (für die richtigen Abstände der Objekte später) und Schraffieren (sonst entsteht keine Dreidimensionalität) ein.

Anschließend kann man sich an dem großartigen Buch „Urban Sketching – Das Workbook: 25 Tricks zum Zeichnen unterwegsvon Jens Hübner versuchen (dann bekommt man auch gleich den richtigen Stift mit 😉 ).

FullSizeRender-2In dem Buch werden schrittweise die wichtigsten Techniken erklärt und man bekommt kleine Aufgaben zu zeichnen. Also ein echtes Workbook, wie es unsere Schüler ja nun auch oft haben. Da weiß man dann wieder, warum man diese Dinger mag oder vielleicht auch nicht.

Ich dagegen bin ja eher ein Zuschau-und-ausprobiere-Lerntyp. Ich lerne quasi mit Hilfe meiner Spiegelneuronen. Daher muss ich mir dass auch live bei youtube anschauen und probiere dann selber rum.

Problem Mensch und Baum

Ein großes Problem für mich waren am Anfang die Bäume: Wie viel von den Bäumen muss ich zeichnen oder kann ich weglassen, dass es noch nach irgendwas aussieht? Hierzu gibt es ein schönes Video von Alphonso Dunn, allerdings auf Englisch, das mir am meisten geholfen hat.

Das viel größere Problem ist für mich das Skizzieren von Menschen.Ohne Menschen kann man zwar auch schön Skizzieren, aber mit Menschen wirken die Bilder einfach besser. Auch kann man mit Menschen die Perspektive noch mal besser hervorheben.

Besonders hilfreich fand ich dabei, wie Architekten Menschen skizzieren. Denn bei ihnen geht es ebenfalls in erster Linie um die Proportionen und nicht um das Portraitieren.

Aber auch Jens Hübner hat seine Methode Menschen zu zeichnen:

Und wenn man aufpasst, merkt man, dass beide eigentlich eine ähnliche Technik benutzen.

Ergebnisse

Und hier nochmal zwei Ergebnisse aus den letzten Tagen. Einmal vom Hofgarten (da kann man auch schön zwischen drei Pokestops kreisen) und von der Fackel am Platz der Opfer, in dessen Nähe es Onix gibt.

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Infos zur Münchner Szenze findet man im Übrigen auf ihrer Interneseite urbansketchersmunich.blogspot.de – inklusive Fernsehbeitrag vom BR.

3 Kommentare

  1. Danke für die Erklärungen und Links. Ich wollte schon lange mal wieder Zeichnen üben, und vielleicht gibt das mir jetzt den nötigen Tritt.

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