Lehrzeit

Schule & Informatik

Monat: November 2015

3D-Drucker

Seit neuestem ist unsere Schule im stolzen Besitz eines xBot 155 3D-Druckers der österreichischen Firma reprap.cc.

IMG_4692Das zugehörige P-Seminar soll damit eine Schülerfirma aufbauen, die es allen Schüler und Lehrer und anderen Interessierten ermöglicht, dreidimensionale Objekte auszudrucken. Bis jetzt arbeiten wir uns selbst noch ein und ich persönlich kämpfe mit den Tücken eines 3D-Druckers, der dann doch einfach sensibler ist, als ein „normaler“ Drucker: Allein die Justierung des Druckkopfs über der Druckplatte erfordert Fingerspitzengefühl, damit es nicht zu Problemen kommt.

Zum Glück steht aber die Firma RepRap.cc einem immer mit Rat und Tat zur Hilfe, wenn man mal Fragen hat und nicht weiter weiß. Ein Vorteil, wenn man im deutschsprachigen Raum bleibt und bei einer kleineren Firma bestellt, die aber schon Erfahrung im Schulbereich hat. So ist man nicht nur eine Nummer und einer von vielen.

Der erste Druckversuch war im übrigen ein Türhaken, der allerdings nicht ganz fertig wurde, da der angeschlossene Laptop auf einmal Updates installieren musste und runterfuhr.

Was mich anfangs irritierte, war das Geräusch des Druckers. Gerade beim Drucken eines herzförmigen Plätzchenausstechers war es sehr irritierend.

Auf meine Nachfrage an RepRap kam als Antwort, dass das normal sei und von den Stellmotoren käme. Manche würden damit sogar Musik machen. Stimmt!

Eine völlig neue Herausforderung. Aber im Moment konzentriere ich mich erstmal auf das Drucken. Aber später ließe sich ja fächerübergreifend mit  Physik, Kunst, Chemie, Biologie ein MakerDay an unserer Schule organisieren. So kurz vor den Sommerferien, wenn mal wieder kaum was sinnvolles passiert.

Die Software die ich hier zum Einsatz bringe werde ich in einem eigenen Menü zusammenfassen. Dann brauchen Interessierte vielleicht nicht so rumsuchen.

EVA II

Eigentlich hat das jetzt nichts mehr mit den EVA-Stunden zu tun, aber es hat was mit „schönen der Unterrichtsausfälle“ zu tun. Daher EVA II.

Es ist wieder die gleiche Schule und in diesem Fall geht es um Kurzstunden. So werden heute an dieser Schule nur Kurzstunden gehalten, also 30 statt 45 Minuten, damit im Anschluss die Fachsitzungen durchgeführt werden können.

Berücksichtigt man noch die Raumwechselzeit und die zeitliche Dauer für den Beginn und das Ende einer Stunde, so ergeben sich im schlimmsten Fall 20 Minuten Unterricht pro Fach. Was bitte, soll ich in 20 Minuten machen? Klar, ich kann wiederholen oder üben. Aber das ist nicht in allen Fächern so einfach wie in beispielsweise den Sprachfächern: Text lesen, drüber reden, Vokabeln, fertig. In Mathe ginge das auch: 10 Übungsaufgaben herausgezogen, 1 vorgerechnet, 1 mit den Schülern, 1 in Stillarbeit, Rest Hausaufgabe.

Aber wie soll das in Fächern wie Chemie und Physik mit den Experimenten sein? Oder Informatik, wo die Computer und Programme einfach eine gewisse Zeit brauchen, um zu starten und die Schüler Zeit brauchen, um sich wieder in ihren Quelltext hineinzudenken?

Ganz zu schweigen von einer Doppelstunde Sport! Hier wären das also 60 Minuten. Da die Turnhalle durch Flüchtlinge belegt ist, muss in eine weiter entfernte ausgewichen werden. Zusammen mit dem Umziehen braucht man doch eigentlich gar nicht anzufangen.

Aber Hauptsache, keine Stunde ist offiziell ausgefallen!

Ach ja, als Lehrer finde ich die Regelung die Fachsitzungen an einem Tag abzuhalten ganz gelungen. Denn mit 3 Fächern und zwei verpflichtenden Sitzungen pro Schuljahr verbummel ich volle 6 Nachmittage an der Schule. Das auf zwei Nachmittage reduzieren zu können wäre natürlich aus Sicht eines Lehrers natürlich angenehm.

EVA

Eigentlich klappt das mit dem Schreiben im Moment nicht so gut, da ich mir das Handgelenk gebrochen habe und mich nun mit dem Auflegen der Hand etwas schwer tue. Aber wenn das innere Aufregen groß genug wird, dann muss auch das mit dem Schreiben klappen.

An der Schule meines Sohnes haben sie ein ganz tolles Konzept zur Verschleierung von ausgefallenen Stunden entwickelt: Jeder Stunde, die eigentlich in der zehnten Jahrgangsstufe ausfallen würde, wird zu …. tata …. EigenVerantwortlichem Unterricht, kurz EVA. Das bedeutet, dass die Schüler unbeaufsichtigt in einem Klassenzimmer sitzen und „arbeiten“; wobei es in der Regel keinen Arbeitsauftrag gibt und auch keine Anwesenheitskontrolle gibt. Was dann stattfindet ist, dass einige Schüler Hausaufgaben machen oder sich auf eine Schulaufgabe vorbereiten oder Vokabeln lernen. Oder aber auch nur auf dem Handy spielen und schreiben.

Was vielleicht in einer 3. oder 4. Stunden noch Sinn macht, macht in der ersten und einzigen Stunde am Nachmittag überhaupt keinen Sinn! Warum sollte man sich die Mittagspause um die Ohren schlagen und dann 1 Stunde EVA haben? Da könnte man doch genauso gut nach Hause gehen, oder? Aber Hauptsache alle Stunde haben stattgefunden.

Welche merkwürdigen Vertretungsstundenkonzepte kennt ihr noch?

 

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