Lehrzeit

Schule & Informatik

Monat: April 2015 (Seite 2 von 2)

Osterferien 2015

Schön wars !

Informatiklehrertag 2015

Ich bin noch einen Informatiklehrertagbericht (schönes Wort für Hangman, vielleicht sollte ich in Zukunft einen eigene Kategorie für solche Wort anfangen) schuldig.

Herr Rau berichtete ja bereits über seinen Besuch beim IlTB 2015  und ich wollte meine Eindrücke auch noch schildern.

Da ich noch Unterricht in den ersten beiden Stunden hatte, kam ich erst pünklich zu den Vorträgen. Meine gewählten Themen waren zunächst „Fehlvorstellungen in der Objektorientierung Programmierung“ und anschließend „Graphisches Programmieren“.

Fehlvorstellungen in der Objektorientierung Programmierung

Vortrag 1 war ein echter Schuss in den Ofen. Nachdem mir erstmal klar wurde, dass man nur mit dunkelgrauem Anzug und Weste was werden kann bzw. seinen Doktor machen kann, wurde uns klar gemacht, dass es so etwas wie „Fehlvorstellungen“ nicht gibt. Es gibt nur Fehlzuordnung. Das heißt, wenn Schüler ein Konzept falsch benutzen, dann liegt das daran, dass sie aus einem anderen Fach eine Konzept falsch übertragen.

Ein Beispiel wäre hier die Vererbung. Im Gegensatz zur Informatik erbt man in der Bioologie natürlich NICHT ALLE Eigenschaften und Fähigkeiten der Eltern, geschweige denn, dass ich IMMER zwei Eltern benötige um quasi Kinder zu erzeugen.

Dummerweise, wurde uns solche Beispiele verwehrt. Obiges habe ich mir gerade überlegt. Stattdessen durften wir extra falsch programmierten Quellcode durchforsten und a) Fehler suchen und b) raten, welche Fehlvorstellung, die es ja nicht gibt, dahinter steckt. Mein Fazit: Sinnlose Veranstaltung, die mir als Lehrer nichts bringt.

Könnte man diese Verbindungen/Fehlvorstellungen nicht eher sinnvoll nutzen und gute Querverbindungen aufbauen? Ich bräuchte viel eher etwas, um z.B. die Kommunikation von Objekten zu erläutern. Oder um die Frage „Woher weiß eine Methode, welche Werte sie bekommt?“ zu beantworten.

Graphisches Programmieren

Das ist schnell gesagt: Es ging um Programmieren um Scratch, dass das den Schülern mehr Spaß macht als mit Karol zu arbeiten. Karol aber so schön theoretisch ist und man Stuktogramme benutzen kann. Das man erst Karol machen soll und dann Scratch. Das es den appinventor gibt mit dem man Scratch-ähnlich kleine Programme für Android basierte Handys schreiben kann.

Für letzteren Service benötigt man aber ein Google-Konto, außer man installiert sich seinen eigene Appinvetory-Server, auf einem schulinternen Server, was wohl datenschutzrechtlich gesehen der einzige gangbare Weg wäre. Wobei – warum bietet das KM so etwas nicht im Rahmen von mebis an?

Ach ja, und dann habe ich noch von Open-Roberta erzählt. Eine graphische Programmierumgebung zur Programmierung von Lego Evo 3 Robotern, die nur im Web läuft und sich per WLAN mit den EVO 3 Robotern verbindet.

Für mich war es daher wenig gewinnbringend, ABER ich habe Herrn Rau getroffen. Das hat es dann wieder aufgewogen.

Abitur 2015

Die Osterferien nähern sich dem Ende und ich sitze am Esstisch, um mich auf die kommende Woche vorzubereiten. Ich werde eine Schwangerschaftsvertretung in einer achten Klasse in Mathematik übernehmen und mich ansonsten vor allem auf das Abitur konzentrieren. 20 Schüler werde ich in Mathematik haben und 3 Informatikkandidaten. Wobei letztere „nur“ Colloqium machen werden.

Das Mathematik-Abitur wird dabei mal wieder zum Problem, zur besonderen Herausforderung, da wir wieder eine Kommisärsschule haben, die alles Nachkorrigieren will bzw. muss. Beim letzten Mal gab es dabei eine heiße Diskussion darüber, da die Bepunktung zwischen den Mathekursen teilweise unterschiedlich war, da Lehrer bestimmte Aufgabentypen auch prinzipiell anders angehen.

Ein Aufgabenbeispiel: Bestimmen Sie den Abstand der windschiefen Geraden g und h.

Hierzu gibt es mehrere Lösungsmöglichkeiten. Meine Lieblingsvariante ist die Lösung über das Spatvolumen und der Idee h=V/G . Der „klassische Ansatz“ ist das Aufstellen einer passenden Ebene und das zurückführen des Problems auf die Aufgabe „Abstand Punkt Ebene“. Beide Varianten lassen sich, wenn auch nicht sehr anschaulich, bei wikipedia nachlesen.

In Österreich haben sie nun zum Abitur 2015 die skRp eingeführt (standardisierte kompetenzorientierte schriftliche Reifeprüfung) und damit zwei Hauptprobleme aus dem Weg geräumt:

  1. Die Korrektur ist einfacher, schneller und transparenter, da es viele Mulitple-Choice-Aufgaben gibt, aber auch halboffene etc.
  2. Unterschiedliche Lösungswege führen führen nicht zu verschiedenen Bepunktungen.

Aber vielleicht lässt man sich das erstmal erklären.

Mehr Infos gibt es auf der Internetseite mathematura.at, wobei man sich erstmal registrieren muss – was ich nicht getan habe.

Dennoch möchte ich ein paar Beispiel hier angeben, wobei ich die Darstellung vereinfacht habe.

Beispiel 1:Kreuze jeweils eine Möglichkeit an.

Der Graph einer Polynomfunktion 4. Grades hat (1) drei (2) .
(1) höchstens, mindestens, genau
(2) Nullstellen, Extremwerte Wendepunkte

Beispiel 2: Ein Restaurant hat 5 Tische. 6% der Reservierungen werden nicht in Anspruch genommen, daher werden täglich 6 Reservierungen gewährt.
Berechnen Sie, mit wie vielen nicht in Anspruch genommenen Reservierunge das Restaurant an einem Abend rechnen muss.

Beispiel 3:Kreuzen Sie jede Zuordnung an, die auch Funktion ist.
( ) Person -> Schuhgröße
( ) Staat -> Verschuldung
( ) Jedem Betrag wird die Person zugeordnet, die diesen Betrag verdient.
( ) Geburstag -> Person
( ) Person -> Geburtstag

Die letzte beiden Antwortalternativen gefallen mir recht gut.

Insgesamt würde ich mir wünschen, dass auch das deutsche SchulPrüfungssystem im naturwissenschaftlichen Bereich und natürlich Informatik sich in diese Richtung bewegt. Ich werde zumindest meine Informatikprüfungen mehr in diese Richtung ausrichten, wenn gleich das auch mit mehr Aufwand am Anfang einher geht.

Den österreichischen Schüler wünsche ich auf diesem Wege viel Erfolg bei der Matura. Ich hoffe, dass ich etwas über das Ergebnis erfahren werde.

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