Lehrzeit

Schule & Informatik

Informatiklehrertag 2015

Ich bin noch einen Informatiklehrertagbericht (schönes Wort für Hangman, vielleicht sollte ich in Zukunft einen eigene Kategorie für solche Wort anfangen) schuldig.

Herr Rau berichtete ja bereits über seinen Besuch beim IlTB 2015  und ich wollte meine Eindrücke auch noch schildern.

Da ich noch Unterricht in den ersten beiden Stunden hatte, kam ich erst pünklich zu den Vorträgen. Meine gewählten Themen waren zunächst „Fehlvorstellungen in der Objektorientierung Programmierung“ und anschließend „Graphisches Programmieren“.

Fehlvorstellungen in der Objektorientierung Programmierung

Vortrag 1 war ein echter Schuss in den Ofen. Nachdem mir erstmal klar wurde, dass man nur mit dunkelgrauem Anzug und Weste was werden kann bzw. seinen Doktor machen kann, wurde uns klar gemacht, dass es so etwas wie „Fehlvorstellungen“ nicht gibt. Es gibt nur Fehlzuordnung. Das heißt, wenn Schüler ein Konzept falsch benutzen, dann liegt das daran, dass sie aus einem anderen Fach eine Konzept falsch übertragen.

Ein Beispiel wäre hier die Vererbung. Im Gegensatz zur Informatik erbt man in der Bioologie natürlich NICHT ALLE Eigenschaften und Fähigkeiten der Eltern, geschweige denn, dass ich IMMER zwei Eltern benötige um quasi Kinder zu erzeugen.

Dummerweise, wurde uns solche Beispiele verwehrt. Obiges habe ich mir gerade überlegt. Stattdessen durften wir extra falsch programmierten Quellcode durchforsten und a) Fehler suchen und b) raten, welche Fehlvorstellung, die es ja nicht gibt, dahinter steckt. Mein Fazit: Sinnlose Veranstaltung, die mir als Lehrer nichts bringt.

Könnte man diese Verbindungen/Fehlvorstellungen nicht eher sinnvoll nutzen und gute Querverbindungen aufbauen? Ich bräuchte viel eher etwas, um z.B. die Kommunikation von Objekten zu erläutern. Oder um die Frage „Woher weiß eine Methode, welche Werte sie bekommt?“ zu beantworten.

Graphisches Programmieren

Das ist schnell gesagt: Es ging um Programmieren um Scratch, dass das den Schülern mehr Spaß macht als mit Karol zu arbeiten. Karol aber so schön theoretisch ist und man Stuktogramme benutzen kann. Das man erst Karol machen soll und dann Scratch. Das es den appinventor gibt mit dem man Scratch-ähnlich kleine Programme für Android basierte Handys schreiben kann.

Für letzteren Service benötigt man aber ein Google-Konto, außer man installiert sich seinen eigene Appinvetory-Server, auf einem schulinternen Server, was wohl datenschutzrechtlich gesehen der einzige gangbare Weg wäre. Wobei – warum bietet das KM so etwas nicht im Rahmen von mebis an?

Ach ja, und dann habe ich noch von Open-Roberta erzählt. Eine graphische Programmierumgebung zur Programmierung von Lego Evo 3 Robotern, die nur im Web läuft und sich per WLAN mit den EVO 3 Robotern verbindet.

Für mich war es daher wenig gewinnbringend, ABER ich habe Herrn Rau getroffen. Das hat es dann wieder aufgewogen.

2 Kommentare

  1. Eine Fehlzuordnung müsste dann auch vorliegen, wenn die Vorstellung nicht aus einem anderen Fach kommt, sondern irgendwoher, und sie ist deshalb keine Fehlvorstellung, weil sie eine Vorstellugn ist, die halt nicht zu unserer Welt passt, sondern zu einer anderen, hypothetischen. Für mich Wortklauberei. Beispiel vielleicht noch: Ordner/Verzeichnis – die theoretische Didaktik sagt ja, dass „Ordner“ falsch ist, weil es zu Fehlvorstellungen (ich bleibe mal bei dem Wort) führt. Selber halte ich das a) für unwichtig und b) führt „Verzeichnis“ zu anderen Fehlvorstellungen.

    Das mit dem Fehler suchen und Gründe dafür – da hattest du doch auch mal eine schöne Liste aus einer Prüfung hier, wenn ich mich richtig erinnere.

    • Natürlich können Fehlvorstellung irgendwo und nicht nur von anderen Fächern kommen. Das benutze ich ja auch teilweise absichtlich im Unterricht. Beispiel „Teilen durch 0“: Nichts zu haben und teilen zu wollen ist okay, auch wenn keiner was bekommen kann -> 0:3 = 0. ABER etwas zu haben und nicht zu teilen ist NICHT okay -> 3:0 ist nicht erlaubt.
      Im Bereich Informatik habe ich ganz andere Probleme mit Vorstellungen: Wie soll ich Sechstklässlern erklären, dass gepeichert wirde, wenn man auf die Diskette klickt. „Was ist eine Diskette?“ ist die Standardfrage, die ich auch bei zeigen einer Diskette nicht besser erklären kann.
      Am Freitag gab es in der 11. Klasse Probleme mit der rekursiven Implementierung der Tiefensuche. Ein Schüler hat nicht verstanden, wie sich die Aufrufe im Stack aufbauen und dann wieder abgebaut werden. Vielleicht sollte ich das auch „theatralischer“ aufbauen. Mit Schülern, die jeweils einen Aufruf symbolisieren.

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