Lehrzeit

Schule & Informatik

Monat: März 2015

Warum Java und nicht C++/Python?

Zur Zeit kämpfe ich an einer neuen Front: Eine Energieverbrauchsanzeige der Schule. Hierfür lesen Schüler unser Forscherklasse einmal wöchentlich die Werte von der Heizung Strom und PV-Anlage ab und notieren sie. Die Werte sollen dann in eine Datenbank kommen und grafisch dargestellt werden, damit die Schüler sehen, wann wieviel verbraucht wird.

Dabei haben sich mehrere Probleme aufgetan:

  1. Eine absolute Anzeige der Werte erscheint bringt wenig. Besser wäre immer der Vergleich zum letzten Wert und damit der Verbrauch zur letzten Woche. Da die Zähler aber regelmäßig ausgetauscht, neu geeicht bzw. zurückgesetzt werden, bekommt man auch hier komische Werte.
  2. Die reinen Werte bringen für Schüler nichts, wenn man diese nicht mit anderen Werten kombiniert: Sonnenstunden mit PV-Anlage und Strom (Licht!), Durchschnittstemperatur mit Heizung. Nur, wo bekommt man diese Werte her?
    Ich habe mir dafür jetzt einen Key für die API von wunderground.com geholt und kann nun mehr oder weniger geschickt auf verschieden Wetterstationen zugreifen.
  3. Die Werte müssen graphisch aufbereitet werden. Dazu bediene ich mich des php-Library jpgraph mit der man relativ entspannt Graphen auf Websites einbinden kann.
  4. Am Anfang steht aber noch Erstellung einer passenden MySQL-Datenbank zur verwalten der Rohdaten.

Insgesamt arbeite ich also mit HTML/CSS/JavaScript, SQL für die Datenbank, php für Graphenerzeugung und wurschtel mich durch die API von der wunderground durch, die mir die Daten im XML- oder JSON-Format liefert.

Das wären im schlimmsten Fall also 5 Sprachen für nur 1 Projekt. Wenn mich also wieder mal eine Schüler fragt, warum wir Java unterrichten und nicht C++ oder Python, werde ich ihn mit diesem Projekt konfrontieren und sagen: Die Sprache ist egal, da er sowieso immer mehrere Sprachen braucht.

Keine Sonnenfinsternis in der Grundschule

Es ist unglaublich, aber wahr! Anstatt den Kindern durch rechtzeitige Planung und Organisation das Erlebnis der Sonnenfinsternis zu ermöglichen, wurde eine ganz andere Parole rausgegeben:

Keiner darf das Schulhaus verlassen und alle Räume müssen verdunkelt werden!!

Welche eine Verschwendung einer so seltenen Chance! Und die Kinder wurden so eindringlich vor dem Ereignis gewarnt, dass viele Schüler nun Angst haben – vor radioaktiver Strahlung; dass sie verbrennen, wenn sie rausgehen; dass sie sofort erblinden usw. In welcher Zeit leben wir eigentlich?

Ergänzung: Natürlich ist das nicht nur an Grundschulen so. Auch an weiterführenden Schulen wird die Sonnenfinsternis nicht genutzt. Es herrscht die Angst, dass den Schülern was passieren könnte – was ich gut verstehen kann. Aber wie konnte es nur soweit kommen? Was musste  alles passieren, dass wir Lehrer aus Angst und Vorsicht solche Gelegenheiten lieber verstreichen lassen und die Schüler lieber vor der Welt einsperren, anstatt ihnen zu erklären, wie man damit richtig umgeht.

Der Storch ist wieder da!

Seit diesem Jahr arbeitet eine Firma mit unserer Schule zusammen, um das Streaming des Bildes von der Storchenkamera zu verbessern. Zu finden ist der Stream oben über das Menü. (Persönliche Randnotiz: Ich bin froh, dass die auch mit dem Streaming zu kämpfen haben (Stand Anfang März, 2015), das entlastet mein Versuche in den vorangegangen Jahren).

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