So, die letzten mündlichen Prüfungen sind rum und alle meine Schützlinge habe ihr Abitur. Auch wenn Sie vielleicht bei mir sich nicht in der mündlichen Nachprüfung verbessert haben, so haben sie doch ihr Abitur bestanden. Dazu gratuliere ich allen!

Und wie jedesmal, wenn sich ein Schüler mit dem Abitur in der Hand verabschieden, denke ich an meine Zeit zurück. Wie ich damals so war, was ich so vor hatte…auf alle Fälle nie wieder Schule! … und dann bin ich doch Lehrer geworden. Wie wird es wohl meinen Schülern ergehen? Manche treffen ich dann im Zug auf der Fahrt zur Uni, oder komme ins Gespräch mit Eltern, weil noch jüngere Geschwister in der Schule sind.

Manche meinen dann, dass sie erst jetzt verstehen, warum ich so unterrichtet habe, wie ich es getan habe und es im Nachhinein gut fanden. Andere denken immer noch an den „Folgefehler“ als besten Freund des Schülers bei Mathe-Schulaufgaben. Und wieder andere denken mit ein wenig Wehmut vielleicht an die Schulzeit, wenn der Professor den Informatikstoff der elften und zwölften Klasse mal kurz in 4 Wochen durchzieht und in dem Tempo dann auch den neuen Stoff präsentiert.

Da ist man manchmal neidisch darauf, dass für sie noch alles neu und spannend ist, sie ihr Leben noch gestalten können, ihm diese ohne jene komplett unterschiedlich Richtung geben können (Surflehrer oder Jurastudium), während unser einer sein Leben nur noch um Nuancen verändern kann.

Auf der anderen Seite tut diese langweilige Kontinuität auch gut und beruhigt. Man muss sich keine Gedanken darüber machen, was man mit seinem Leben anfangen will (Kinder oder Beruf – wenn ja, welchen – oder beides oder gar nichts), ob man einen Job findet, eine Frau/Mann,… Man kann von einem sicheren Hafen aus immer wieder zu neuen Abenteuern aufbrechen und kann beruhigt in den heimatiliche Hafen einlaufen, wenn das Abenteuer zu Ende ist oder es doch zu wild oder zu langweilig geworden ist.

Aber Aufbrechen sollte man auf jeden Fall.