Lehrzeit

Schule & Informatik

Monat: Juni 2013 (Seite 1 von 2)

Individuelle Lernzeit

In einer Woche informiert unsere Schule über die Förderungsmaßnahme: „Individuelle Lernzeit„. Da ich davon auch noch nichts wusste, denke ich mal, dass es manch anderen genauso geht. Daher hier ein kurzer Überblick. Für weitere Infos dann bitte auf der Seite des KM weiterlesen.

  1. In der 8., 9. und 10. Jahrgangsstufe kann eine Klasse wiederholt werden, wobei nur nicht alle Fächer belegt werde müssen. Diese Freistunden können dann für Intensivierungen benutzt werden.
    Frage: Wer organisiert das Intensivieren? Der Schüler selbst? Ich hoffe nicht. Aber von der Schule aus wird es wohl schwierig, da nur wenige Schüler dies machen werden und dafür Lehrer abzustellen….ich weiß nicht. Und wenn die Schüler dann weiter aufrücken, haben sie alles in den Fächern, die sie nicht belegt haben wieder vergessen.
  2. In der 7. und 8. Klasse wird entschieden die 8. bzw. 9. Klasse auf zwei Schuljahre aufzuteilen, wobei die Kernfächer zwei Jahre belegt werden und manche Nebenfächer nur einfach – also vorausgreifendes sitzenbleiben. Die Endnoten werden dann aus den 8(!) Schulaufgaben berechnet.
    Im Endeffekt so ähnlich wie oben, daher denke ich nicht, dass dieses Angebot nur wenig angeboten wird.
    Und warum sollte sich der Schüler im ersten Jahr anstrengen, wenn er es sowieso zweimal lernen wird?

In meinen Augen wird hier ein verstecktes G9 wieder eingeführt, wobei die Schüler keinen angepassten Lehrplan bekommen, sondern einfach nur eine Klasse doppelt belegen. Der Vorteil erschließt sich mir damit nicht.

Vorteilhaft würde es erst, wenn die neu gewonnen Stunden sinnvoll durch die Schule aufgewertet werden würden. Ich könnte mir dabei vorstellen, dass die Schüler die Zeit nutzen, um an großen Projekten zu arbeiten, die sie auch persönlich und besonders in ihrer charakterlichen Entwicklung fördern. Denn in meinen Augen fehlt vielen „Sitzenbleibern“ vor allem eine gewisse Ernsthaftigkeit. Zusammen mit eine gefühlten Sinnlosigkeit. Und genau dem sollte in diesen Zeiträumen entgegengewirkt werden.

So weit meine Gedanken, wie sehr Ihr das?

Aktualisierung

Bei uns an der Schule wird es wahrschienlich so sein, dass an einem Mittwoch-Nachmittag es selbstständiges Arbeiten mir Hilfe von Übungsmaterial gibt. Für die 8. Klässler M oder E oder L oder Sp oder Ph. in der 9. Klasse kommt dann Chemie noch dazu und in der 10. Klasse noch Deutsch. Es sind jeweils zwei Stunden, so dass nicht alle Fächer immer dran sind. In einer Woche nur Englisch und Mathe, in der nächsten dann Deutsch und Französisch.

„Kontrolliert“ wird das Ganze dann über eine Lerntagebuch, das die Schüler führen sollen.

Programmieraufgabe 52

In meine elften Klasse sind gerade die Programmierprojekte am Laufen. Es werden in verschiedenen Sprachen sehr unterschiedliche Projekte umgesetzt. Mal alleine, mal zu viert. Eine Schülerin kämpft sich gerade durch das folgende Projekt, das ich hier als Anregung mal als Aufgabe zur Verfügung stellen möchte:

Aufgabe

Schreibe ein Programm, dass die aktuelle (System)-Zeit in Worten ausgibt. Aus 11:25 soll „Fünf vor halb Zwölf“ werden, aus 7:03 wird „Kurz nach Sieben“ usw.

Dabei sollte man darauf achten, dass man die benutzen Wörter irgendwie so speichert, dass sie schnell durch Wörter in anderen Sprachen vielleicht ersetzt werden könnten. Das macht die Sache vielleicht spannender und witziger. So hätte man dann eine bayrische Variante, eine friesische, hochdeutsche, französische, englische,…. Wobei es bei den „echten“ Fremdsprachen natürlich komplexer wird, weil die Satzstellung natürlich nicht genau übernommen werden kann.

Ach ja, der Ansatz, jeder Uhrzeit einen Satz zuzuordnen ist natürlich möglich, aber nicht Sinn der Sache. Es geht eher um eine Interpretation der Uhrzeit und eine entsprechende Konvertierung. Ich werde daher dieses Projekt im kommenden Jahr dazu nehmen mit dem Thema „Sprachen und endliche Automaten“ anzufangen.

Abitur 2013 ist endlich zu Ende

So, die letzten mündlichen Prüfungen sind rum und alle meine Schützlinge habe ihr Abitur. Auch wenn Sie vielleicht bei mir sich nicht in der mündlichen Nachprüfung verbessert haben, so haben sie doch ihr Abitur bestanden. Dazu gratuliere ich allen!

Und wie jedesmal, wenn sich ein Schüler mit dem Abitur in der Hand verabschieden, denke ich an meine Zeit zurück. Wie ich damals so war, was ich so vor hatte…auf alle Fälle nie wieder Schule! … und dann bin ich doch Lehrer geworden. Wie wird es wohl meinen Schülern ergehen? Manche treffen ich dann im Zug auf der Fahrt zur Uni, oder komme ins Gespräch mit Eltern, weil noch jüngere Geschwister in der Schule sind.

Manche meinen dann, dass sie erst jetzt verstehen, warum ich so unterrichtet habe, wie ich es getan habe und es im Nachhinein gut fanden. Andere denken immer noch an den „Folgefehler“ als besten Freund des Schülers bei Mathe-Schulaufgaben. Und wieder andere denken mit ein wenig Wehmut vielleicht an die Schulzeit, wenn der Professor den Informatikstoff der elften und zwölften Klasse mal kurz in 4 Wochen durchzieht und in dem Tempo dann auch den neuen Stoff präsentiert.

Da ist man manchmal neidisch darauf, dass für sie noch alles neu und spannend ist, sie ihr Leben noch gestalten können, ihm diese ohne jene komplett unterschiedlich Richtung geben können (Surflehrer oder Jurastudium), während unser einer sein Leben nur noch um Nuancen verändern kann.

Auf der anderen Seite tut diese langweilige Kontinuität auch gut und beruhigt. Man muss sich keine Gedanken darüber machen, was man mit seinem Leben anfangen will (Kinder oder Beruf – wenn ja, welchen – oder beides oder gar nichts), ob man einen Job findet, eine Frau/Mann,… Man kann von einem sicheren Hafen aus immer wieder zu neuen Abenteuern aufbrechen und kann beruhigt in den heimatiliche Hafen einlaufen, wenn das Abenteuer zu Ende ist oder es doch zu wild oder zu langweilig geworden ist.

Aber Aufbrechen sollte man auf jeden Fall.

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