Ausnahmsweise mal keinen Linktipp nur über Twitter, sondern wieder hier über den Blog. Das liegt einfach daran, dass Jackie Gerstein eine wirklich großartige Zusammenfassung zum Thema Flipped Classroom gemacht.

Neben einer allgemeinen Eintleitung geht sie dabei in einem eigenen Kapitel beispielsweise auf die Anwendung des Konzepts in höheren Jahrgangsstufen ein. Dabei halte ich das darin enthaltene Zitat des Harvard Professors Chris Dede für wichtig:

I think that the flipped classroom is an interesting idea if you want to do learning that is largely based on presentation. You use presentation outside of the classroom. (…) It’s still starting with presentational learning and then trying to sprinkle some learning-by-doing on top of it.

Im Moment denke ich stark darüber nach, wie ich was in meinem Unterrichtsfächern anders machen kann. Und gerade in meinen Oberstufen-Informatik-Klassen lief die Stoffvermittlung zwar so weit gut. Aber mich hat immer gestört, dass manche Schüler nie oder viel zu wenig programmiert haben. Entweder, weil sie es nicht konnten oder weil sie keine Lust hatten und auch keine Lust bekamen, weil sie es nicht konnten. Wenn sie dann im Unterricht saßen und programmierten kamen sie zwar langsam, aber immerhin, voran.

Den Lehrstoff habe ich dann meist mit Arbeitsblättern und Frontalunterricht gemacht, da ich die Erfahrung machen musste, dass man die Schüler eher nicht zu Entwurfsmustern wie das Kompositum hinleiten kann. Es wird erklärt (Folie, Präsentation), verdeutlicht (Verketten von Überraschungseiern oder Schülern) und durch implementieren geübt.

Und genau der ersten Teil ließe sich doch wunderbar per Video umsetzen. Das hätte zudem den Vorteil, dass die Schüler den Film auch immer wieder anschauen könnten. Bei einer Schulaufgaben- oder Abiturvorbereitung wäre das schon praktisch. Dadurch würde ich Zeit zur Implementierung in der Unterrichtszeit gewinnen. Außerdem sind die Schüler schon alt genug, dass es wohl kein Problem mit dem Anschauen der Videos zu Hause geben wird.

Wenn ich jetzt noch wirklich anwendungsbezogene Projekte für den Unterricht finde, für jedes Halbjahr der elften Klasse eines, dann hätte ich schon mal meinen Plan fürs nächste Jahr.

Ideen habe ich übrigens schon: Im ersten Halbjahr (Schwerpunkt Listen) könnte man irgendwie die Essensausgabe optimieren. So mit Karten oder Nummern und Scanner oder so. Oder ich wechsel von Java auf JavaScript/HTML5 mit MySQL und entwickel ein Buchungssystem für Elternabende.

In 11/2, Schwerpunkt Graphen und Bäume, bieten sich natürlich Navigationssysteme irgendwie an. Mmmmmmmmmhhhhhhhhh…wie wärs mit einer App, umgesetzt vielleicht mit dem wiederauferstandenen AppInventor, oder eine Java-Applikation mit der man Wanderungen für Wandertage nach Alter und Länge suchen lassen kann. Kriterien sind dann: wenig Verkehr, am Ziel ein Klo, nicht länger als zwei Stunden. Interessant wäre auch die Umsetzungs eines Applets mit dem man einfache Schaltkreise zusammenklicken kann.

Soweit meine Ideen zum Thema Flipped Classroom und dessen Umsetzung im deutschen / bayerischen Unterrichtssystem. Projekte für die zwöflte fehlen mir noch. Aber da denke ich schon mal an einen Matheparser oder so… Mal schauen.