Manchmal wundert man sich ja schon, was an Schulen so passiert. Der Jogginghosen-Tag gehört da mit Sicherheit mit dazu. Ursprünglich aus – mal wieder Amerika – kommend (Casual Friday), haben sich ein paar Studenten zum Ziel gesetzt diesen Feiertag weltweit zu zelebrieren. Warum allerdings, hat sich mir nicht erschlossen. Und schon gar nicht warum an einer Schule, wo sowieso schon jeder fast kommen kann, wie er will. Zumindest in Deutschland. In einem Land wie England, mit Schuluniform und so, könnte ich das ja noch verstehen, aber so….

Bei uns an der Schule gab es diesen, ach so wichtigen Feiertag ürbigens, am vergangenen Freitag, obwohl es eigentlich der 21. Januar, also Samstag, gewesen wäre. Unsere SMV machte per Durchsage auf den Tag aufmerksam und forderte zum Mitmachen auf.

Nicht jeder Schüler oder sogar Lehrer fanden diesen Aufruf sinnvoll und daher kamen nur wenige in Casual-Kleidung bzw. in Jogginghosen. Schätzungsweise zwanzig bis dreißig Prozent. Manche Schüler(!) kamen aus Protest sogar in Anzug und mit Krawatte, um so ihre Meinung zum Jogginghosentag zu äußern. Auch eine Möglichkeit.

Mich dagegen wundert es, dass es für solche Tage an der Schule Platz gibt, aber ein Tag wie der Handschrifttag untergeht. Der Handschrifttag war nämlich am 23.1. Leider habe auch ich diesen Tag verpasst. Ich habe erst vor kurzem davon erfahren. Im nächsten Jahr werde ich aber versuchen, den Handschrifttag bekannter zu machen und vielleicht sogar an unserer Schule irgendwie durchzuführen: Es gibt keine Arbeitsblätter mit Computerschrift, alte Briefe in Sütterlin werden gelesen, im Informatikunterricht bleibt der Computer einfach mal aus. Stattdessen gibt es Unterricht in Kalligraphie, die Schüler bekommen verschieden Stifte zum Ausprobieren. Und in der Unterstufe darf jeder Schüler mal versuchen sich nach der Methode von Frau Dorendorff sein eigenes Schreibschrift-Alphabet zusammenzustellen. Und zwar so, dass es dem Schüler Freude macht die Buchstaben zu schreiben und wir Lehrer die Schrift gut lesen können.