Lehrzeit

Schule & Informatik

Weihnachtsferienbeschäftigung

Momentan ist an vielen Schulen Prüfungszeit. Es werden Schulaufgaben geschrieben und Stegreifaufgaben gehalten. Es werden W-Seminar-Referate abgenommen. Es scheint fast so, als hätte der gemeine Lehrer Angst, dass ihm/ihr in den Weihnachtsferien langweilig wird.

Wer jetzt allerdings mehr zur Fraktion der „Ich habe Ferien und mache deswegen was anderes“ gehört und Informatik oder Deutsch/Englisch/… oder Geschichte/Georgraphie/… unterrichtet, dem möchte ich hier eine Ergebnisliste einer, ich nenne es mal Multi-Blog-Diskussion, präsentieren.

Multi-Blog-Diskussion

Eine Diskussion, die deren Unterhaltungsfaden auf mehreren Blogs gleichzeitig abläuft.

Was war geschehen? Angeregt durch einen werdenden Referendar (mit Uni-Background) und dessen mission statement seines neuen Blogs, sowie die Darstellung einer Unterrichtsgestaltung eines erfahrenden Informatik-Lehrers und meiner selbst gehaltene Fachsitzung, musste ich mich mal wieder mit den Lernzielen von Informatikunterricht im Allgemeinen und den konkreten Unterrichtsinhalten gemäß des Lehrplans im Besonderen auseinandersetzen. Heraus kam u.a. folgendes:

Ist-Zustand der Informatik (Auszug)

  1. Klassendiagramme in der 6. Klasse
  2. Speicherbedarf von Bildern in der 6. Klasse
  3. Datenflussdiagramme von mathematischen Termen in der neunten Klasse.

Soll-Zustand der Informatik (Auszug)

  1. Informatik ist überall: Facebook, Handy,…
  2. Informatik macht Spaß: Facebook, Spiele,…
  3. Informatik ist kreativ: Spiele, youtube, Photographie,…
  4. Informatik ist Englisch, machmal auch Französisch, Spanisch,…

Das das nicht zusammenpasst lässt sich leicht erkennen. Aber wie könnte man es zusammenbringen? Vielleicht durch Programmieren von Spielen und Textadventures. Ob man den Schwerpunkt auf den Inhalt und die Gestaltung oder das Programmieren legt, hängt dabei von der Situation bzw. dem Lehrplan ab.

Unterrichte ich „Grundlegene Programmierstrukturen“ in der siebten Klasse, so könnte ich Scratch nehmen. Bei Scratch wird grafisch programmiert. Wenn es mir eher auf den Inhalt ankommt nehme in der sechsten Klasse auch mal Powerpoint und lasse Animationssequenzen darstellen. Kommt es mir eher auf den objektorientierten Gedanken an, dann würde ich GameMaker den Vorzug geben. Hier lassen sich schöne Spiele entwicklen, wobei die Objekte sich gegenseitig Nachrichten schicken und darauf reagieren.

Spielentwicklungsumgebungen

  • GameMaker – „Making games with GameMaker is a lot of fun!“ (Windows, Mac OS X – endlich; ca. 40$)
  • Ren’Py  – „Ren’Py is a visual novel engine that helps you use words, images, and sounds to tell stories with the computer. These can be both visual novels and life simulation games. “ (Windows, Mac OS X, Linux, and Android; OpenSource)
  • Scratch – „Create and share your own interactive stories, games, music and art.“
  • Alice – „is an innovative 3D programming environment.“ (Win, OSX)

Selbstverständlich lassen sich auch fachübergreifende Themen spielerisch aufarbeiten. Hierzu könnte man Textadventures in einer Fremdsprache erstellen lassen. Geschichte, Latein, Geographie, Französisch ließen sich so mit dem Fach Informatik verknüpfen. Vorausgesetzt, die entsprechende Software ermöglicht ein möglichst einfaches umsetzen:

Textadventures

  • TADS3 – „…is a robust, modern programming environment specially designed for creating Interactive Fiction“
  • ADRIFT – „…is a Windows application that allows you to create complex interactive fiction games quickly and easily“ (Win, Abspielumgebung auch für OSX; Shareware)
  • Inform7 – „…is a design system for interactive fiction based on natural language.“ (Windows, Mac OS X, Linux; frei)
  • Hugo – ältere Software für verschiedene Plattformen (Windows, Mac OS X, Linux; frei)
  • Quest – „Quest lets you make text adventure games (interactive fiction) that can be played anywhere (…) a web browser, downloaded to a PC, or even turned into an iPhone or Android app.“ (Entwicklungsumgebung Win; free)

Wer also Lust gefunden hat, mal etwas anderes auszuprobieren, der kann die schulfreie Zeit der Weihnachtsferien nutzen und mal eine der Software-Pakete ausprobieren. Vielleicht steckt ja ein P-Seminar drin. Ich selbst werde mir mal GameMaker holen. Das kenne ich schon länger und habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Inform7 finde ich auch interessant, ebenso Ren’py wegen Python. Mal schauen zu was ich alles komme.

1 Kommentar

  1. Danke für die Tipps. Ren’Py kannte ich noch gar nicht. Es sieht aber interessant aus.

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