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Schule & Informatik

Geschlechtertrennung?

Heute stand in der Süddeutschen Zeitung, dass in der Zeitschrift Science am heutigen Freitag folgendes veröffentlicht wird:

Die Pseudowissenschaft der Monoedukation

Wir glauben, dass die nach Geschlechtern getrennte Erziehung schwer verfehlt ist, und häufig durch schwache, selektive oder missgedeutete wissenschaftliche Behauptungen gerechtfertigt wird.

(Süeddeutsche Zeitung, 23.9.2011)

Der Titel im Science-Magazin wird dann wie folgt bewertet:

(…) titelt das Blatt ungewöhnlich deutlich – so als ginge es um Homöopathie und Esoterik.

Das war dann der Moment in dem ich schlucken musste. Wer von beidem soll denn jetzt abgewertet durch den Kommentar?  Homöopathie und Esoterik oder die Monoedukation. Wenn ich bedenke, wie sehr die Homöopathie in unserem Bekanntenkreis eingesetzt wird…. Kein Sommerausflug ohne das nicht mindestens Apis (wegen möglicher Bienen- und Wespenstichen) und Arnica (wegen der möglichen Verletzungen) mit dabei sind. Rescue-Tropfen nach Bach und diverse andere Utensilien kann man auch ruhig mal mitnehmen. Da uns Lehrern verboten ist Medizin zu verabreichen, dürfen wir auch keine Homöopathie verabreichen. Ist Homöopathie als nun echte Medizin oder nicht?

Esoterik, was immer genau damit jetzt gemeint war, hat sich zwar noch nicht so verbreitet. Aber genau genommen, ist zum Beispiel die Meditation auch nur eine Form der Esoterik. Man sitzt da und beobachtet seine Gedanken. Sonst machte man „nichts“. Nicht, dass ich das nicht auch schon zur Stressprovilaxe versucht hätte. Aber dieses „nichts“ tun hat mich so nervös gemacht, dass ich lieber laufen gehe. Wenn ich schnell genug bin, holen mich meine Gedanken erst gar nicht ein.

Warum wird jetzt Monoedukation mit Homöopathie und Esoterik in einen Topf geworfen? Ist für den Autor Monoedukation auch nur eine weitere Variante der schwarzen Magie bzw. wohl besser schwarzen Pädagogik?

Manchmal kommt es mir zumindest auch so vor. Man studiert jahrelang, macht ein aufreibendes Referendariat und mit das Erste was man dann als Junglehrer zu hören bekommt ist: „Jetzt können Sie erst einmal alles wieder vergessen. Das bringt im Alltag eh nichts.“ Und oftmals stimmt es. Viele Theorien und Praxisvorschläge lassen sich nicht umsetzen. Die Klassen sind zu groß, zu gut, zu schlecht. Die Räume sind zu groß, zu klein, zu dunkel, zu hell, zu laut und vor allem nie richtig ausgestattet. Wie soll man da die großen Ideen der Pädagikprofessoren und Seminarlehrer umsetzen?

Dennoch habe ich Kollegen, jung wie alt, die einen äußerst erfolgreichen und sowohl bei Schülern als auch Eltern und Kollegen beliebten und anerkannten Unterricht gestalten. Sie lesen keine großartigen Bücher über Pädagogik, Didaktik oder sonst etwas. Sondern machen sich so ihre eigenen Gedanken. Es scheint fast so, als ob man zum Lehrersein ausgewählt sein muss. Genauso, wie man in manchen Urvölkern zum Schamanen ausgewählt sein muss.

2 Kommentare

  1. „Da uns Lehrern verboten ist Medizin zu verabreichen, dürfen wir auch keine Homöopathie verabreichen.“

    Interessante Frage, wenn auch nicht dein Hauptthema. Schon möchte ich das nämlich verteilen, eben weil es keine Medizin ist.

    Ansonsten: Ich glaube, die Theorien der Pädagogik und Didaktik sind selten durch Experimente untermauert, das fängt schon mit Piaget an. Es sagt einfach nicht viel über die Wirksamkeit aus, ob etwas vernünftig klingt oder nicht.

  2. Netter Blog, gefaellt mir super. Auch tolle Themen.

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